22.06.2018 - 12:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

"Da sind keine großen Sprünge drin"

Irek Luczak war früher als Trainer voll bei der Sache und ist es heute als Abteilungsleiter.
von Josef Maier Kontakt Profil

ONETZ: Ist es leichter sportlich aufzusteigen, als von der Infrastruktur her die Voraussetzungen für einen Aufstieg zu schaffen?

Irek Luczak: Ich kann nicht sagen, was leichter ist. Der Unterschied ist, dass man den sportlichen Erfolg durch Training und Engagement beeinflussen kann, außerdem kommt es auch auf die Stärke der Gegner an. Für die Voraussetzungen in der Infrastruktur und Finanzierung brauchst Du Unterstützung von außen.

ONETZ: Wie lange haben die Verantwortlichen gerungen, ehe es das Ja für einen möglichen Erstligaaufsteig gab?

Irek Luczak: Eigentlich schon die ganze Saison über. Wir wollten aber zuerst die sportliche Voraussetzungen schaffen.

ONETZ: Ist das allein eine finanzielle Frage?

Irek Luczak: Nicht nur. Vor allem war uns wichtig, den Kader für die nächste Saison abzufragen und die Bereitschaft der Sportler, den Weg mit uns zu gehen.

ONETZ: Was kostet die Wasserballabteilung eine Erstliga-Saison?

Irek Luczak: Nach oben gibt es kaum Grenzen, es gibt Vereine in Deutschland, die richtig viel investieren. Vor allem die bezahlten Sportler gehen richtig ins Geld, diesen Weg wollen wir nicht gehen. Den Ligabetrieb würde ich auf Kosten von etwa 60000 Euro schätzen. Damit sind aber keine großen Sprünge drin. Wenn du in der Saison noch zwei vernünftige Trainingslager absolvieren willst, dann reichen 75000 Euro auch nicht. Und ich betone, wir zahlen keine Spielergehälter.

ONETZ: Muss der Verein da auch Risiken eingehen?

Irek Luczak: Nein, mit uns wird das nicht passieren. Wir geben nur das aus, was wir bekommen können.

ONETZ: Seid Ihr mit der Unterstützung von Sponsoren oder der Stadt zufrieden?

Irek Luczak: Ohne Stadt und ohne die Stadtwerke könnten wir kaum bestehen. Es könnte immer mehr sein, wir sind aber bescheiden und versuchen gut zu wirtschaften. Wir hoffen natürlich aber auch, dass wir mit dem Aufstieg ein bisschen mehr Unterstützung bekommen.

ONETZ: Wäre dieser Aufstieg noch höher zu bewerten als der von 2007?

Irek Luczak: Ich sehe viele Parallelen: Eine gute Mischung in der Mannschaft aus jungen und erfahrenen Spielern. Dazu eine spürbare Leidenschaft,
die gefällt mir jetzt genauso wie damals. Wir werden sehen, ob es reicht.

ONETZ: Hat die Mannschaft den Aufstieg sportlich im Kreuz?

Irek Luczak: Die Mannschaft entwickelt sich immer noch, unsere Nachwuchsleute haben das Potenzial. Es wird aber schwierig gegen Mannschaften, die sich permanent mit Ausländern verstärken, mitzuhalten.

ONETZ: Würde die Mannschaft auch eine Klasse höher zum großen Teil beieinander bleiben?

Irek Luczak: Ja, da sind wir sehr glücklich darüber. Es dürften fast alle aus dem aktuellen Kader zur Verfügung stehen. Einzig Philipp Sertl wäre aus beruflichen Gründen nicht mehr verfügbar.

ONETZ: Immer wieder gehen Spieler zum Studieren weg? Kann dies der Verein auffangen?

Irek Luczak: Das ist ganz schwierig. Gerade in dem Alter, in dem sie zum Studieren anfangen, werden sie richtig wertvoll und dann sind sie weg.
Wir müssen einfach dauernd auf die Jugend setzen, wenn wir überleben wollen.

ONETZ: Das Gegenteil: Sean Ryder kam 2011 in die Oberpfalz? Bleibt er?

Irek Luczak: Ich gehe davon aus. Sean ist voll im Berufsleben angekommen, ist engagiert im Verein und arbeitete in der Aufstiegsplanung aktiv mit.

ONETZ: Ihr Tipp: Klappt es mit der Rückkehr in die erste Liga?

Irek Luczak: Klar klappt es. Die Mannschaft ist heiß und wir sind im Schätzlerbad sehr schwer zu bezwingen.

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