10.12.2019 - 11:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kolumne von Eric Frenzel: Nachjustieren

Eric Frenzel
Kommentar

Die Vorbereitungen auf diese Saison waren verheißungsvoll, die Sprungperformance stand und die Laufform konnte besser nicht sein, trotzdem erleben wir eine norwegische Dominanz, besser gesagt die Dominanz eines einzelnen Norwegers. Jan-Magnus Riiber durfte in Lillehammer seinen fünften Sieg in Folge feiern. Riiber ist gegenwärtig das Maß der Dinge, das muss man mit großem Respekt anerkennen. Er verfügt offensichtlich beim Springen über das perfekte Set-up, bestehend aus persönlicher Technik und Material. Ich glaube, dass das Springen bei ihm so perfekt sitzt, dass er sich auf der Schanze sogar Fehler erlauben kann und in der Loipe bisher überhaupt nicht an seine läuferischen Grenzen gehen musste. Ideale Rahmenbedingungen für einen Kombinierer, wie ich es ja auch fünf Jahre lang erleben durfte.

Was werde ich tun? Was wird das deutsche Team tun?

Bis zum Weltcup in Ramsau ist weiteres Arbeiten auf der Schanze nötig. Ich habe mich in der Vorbereitung zunächst auf meine Sprungtechnik fokussiert, die ich bei Saisonstart als sehr gut eingeschätzt habe. Offensichtlich reicht das aber nicht, um einem Riiber derzeit Paroli auf der Schanze zu bieten. Wir müssen nun wieder an das Material denken und versuchen, die dort schlummernden Optimierungsmöglichkeiten auszureizen. Veränderungen im Materialbereich werden natürlich die Sprungtechnik beeinflussen oder –-- anders gesagt - neue Lösungen an Ski, Bindung und Schuh werden wieder eine andere Technik erfordern. Was wiederum Zeit benötigen wird, Zeit, um Automatisierungen im Bewegungsablauf zu erreichen.

Ja, es sind jetzt kleine Wettläufe mit der Zeit; jeden Tag werden Trainer, Mannschaft und Analysten akribisch daran arbeiten, den Abstand zu Riiber auf der Schanze zu verringern. Dass so etwas geht, habe ich ja in der letzten Saison bewiesen, als wir bis zum Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft in Seefeld, am Springen gearbeitet hatten und der beste Sprung der Saison meinerseits zum WM-Titel führte. Also, eine neue Saison und eine alte Aufgabe.

Dieses Arbeiten gerade im Hinblick auf die Konkurrenz ist wichtig, insbesondere im Hinblick auf die nächsten Jahre mit den Saisonhöhepunkten Weltmeisterschaft und Olympische Spiele. Für mich ist diese Aufgabe eine große Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Nachjustieren, Arbeiten, Analysieren, Ableiten - in kleinen Schritten.

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