31.08.2021 - 19:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Maßlosigkeit, Arroganz und Nimmersatte - ein Kommentar zum Transfer-Irrsinn im Profifußball

Messi, Haaland, Grealish - diese Namen stehen in diesem Sommer auch für die gierige Fratze des Profifußballs. Aber der Fan macht alles mit. Da sollten sich die Klub-Bosse mal nicht zu sicher sein, meint Sportredakteur Josef Maier.

118 Millionen Euro zahlte Manchester City für Jack Grealish (links). Der 25-Jährige kommt von Aston Villa.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Die Bayern haben alles zusammengekratzt, alles überprüft und finanztechnisch gecheckt – geht auf jeden Fall. Für etwa 15 Millionen Euro holen sie Marcel Sabitzer vom Freistaat Sachsen in den Freistaat Bayern. Das legendäre Festgeldkonto der Münchener ist in Coronazeiten mächtig zusammengeschmolzen. Vor ein paar Jahren wäre der Sabitzer-Preis fast noch ein Schnäppchen für den Rekordmeister gewesen, jetzt wird jeder Euro umgedreht. So machen es normalerweise verantwortungsvolle Manager.

Derweil zeigt sich in diesen Tagen und Wochen aber auch eine medizinische Sensation: Corona hat es in Manchester, Paris oder Madrid nie gegeben. Derzeit merkt man so richtig, welch' riesige Witznummer dieses so genannte Financial Fairplay der Uefa ist. Da werden aus aller Welt ungeniert Unmengen an Geld in den lukrativen europäischen Fußball gepumpt. Erst etwas erarbeiten, um was ausgeben zu können? Was ist das denn, fragen sich die maßlosen Bosse der Oligarchen- und Scheichklubs.

Die Wahnsinnigen des Profifußballs sind auf dem besten Wege, dieses System gegen die Wand zu fahren. 118 Millionen Euro hat Manchester City für Jack Grealish ausgegeben, einen Ersatzspieler der englischen Nationalmannschaft. Irre. Im Zuge des verrückten Wechsels von Lionel Messi sickerte durch, dass der FC Barcelona mit 1,3 Milliarden Euro verschuldet ist. Komplett irre. Der kleine Argentinier hat die Katalanen bis aufs Blut ausgesaugt, ehe er weiterzog. Zuletzt wurde kolportiert, der Berater von Dortmunds Erling Haaland habe bei einem möglichen Wechsel seines Schützlings zum FC Chelsea vier Millionen gefordert – nein, nicht im Jahr, im Monat. Irre ist das nicht mehr. Da muss ein neues Wort erfunden worden. Dazu kommen immer öfter unverschämte Kicker, die sich an nichts gebunden fühlen. Frankfurts Filip Kostic trainierte und spielte zuletzt einfach nicht mehr, er will weg. Er hat Vertrag bis 2023. Pfeif drauf, sagte der Offensivmann.

Früher hörte man einzelne Fußballfans klagen: „Ich schau mir das nicht mehr an. Das ist doch alles krank.“ Solche Sätze hört man immer öfter. Und der Frust wird zunehmen. Dieses Gebaren widert viele nur noch an. Leidtragende dieses Irrsinns sind auch die deutschen Vereine. Was haben sie sich auf die Zuschauer nach der Pandemie gefreut, doch ein Blick in die Statistiken zeigt, die Gier der Fans ist wohl nicht mehr so groß. Obwohl die Kapazitäten virusbedingt minimiert sind, schaffen manche Klubs die erlaubte Stadion-Auslastung nicht. Das kann man naiv mit den Spätfolgen von Corona abtun. Aber da täuscht sich die Profifußballszene ganz gewaltig.

Der Messi-Wechsel nach Paris

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