Weiden in der Oberpfalz
23.08.2026 - 07:12 Uhr
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Ein Moment zum Aufsaugen: SpVgg SV Weiden endlich wieder ein Sieger

Taktisch diszpliniert zieht die SpVgg SV Weiden in Hof ihre Marschroute durch. Die Schwarz-Blauen belohnen sich mit dem ersten Saisonsieg. Ein Doppelschlag von Jahi Sylejmani bremst den Gastgeber aus.

Die Spieler der SpVgg SV Weiden beim Torjubel: Jahi Sylejmani (Dritter von rechts) war mit einem Doppelpack der Weidener Matchwinner: beim 3:1-Sieg in Hof. Bild: Mario Wiedel
Die Spieler der SpVgg SV Weiden beim Torjubel: Jahi Sylejmani (Dritter von rechts) war mit einem Doppelpack der Weidener Matchwinner: beim 3:1-Sieg in Hof.

Im Stadion Grüne Au war vor dem Anpfiff eine fast schon grenzenlose Zuversicht spürbar. Es musste ja nicht unbedingt ein Schützenfest werden, wie es der TSV Kornburg am Dienstagabend beim 7:2 am Weidener Wasserwerk veranstaltet hatte. Aber ein Heimsieg gegen die SpVgg SV Weiden, das sieglose Schlusslicht der Fußball-Bayernliga Nord, galt unter den Anhängern der vortrefflich in die Saison gestarteten SpVgg Bayern Hof als ausgemachte Sache.

Dass die Erwartungen der Hofer Fans beim Schlusspfiff genauso in Trümmern lagen wie der aktuell zu einer Großbaustelle mutierte Haupttribünentrakt des altehrwürdigen Stadions, war den Weidener Spielern egal. Ausgelassen feierten sie auf dem Rasen ihren Auswärtscoup. Ausgerechnet im Nordbayern-Derby gelang mit einem 3:1 (1:1) der so dringlich benötigte erste Saisonsieg nach sechs Auftaktpartien ohne Dreier. "Das ist eine Erleichterung für den Verein. Da ist ein brutaler Stein abgefallen", sagte Michael Riester. Der SpVgg-SV-Trainer freute sich vor allem für seine aufopferungsvoll kämpfenden Spieler: "Sie sollen den Moment aufsaugen, ihn mitnehmen und jedes Mal wieder haben wollen."

Gänsehaut bei Schaller

Einer, den die besondere Atmosphäre des Derbys mit einer lautstarken, vierstelligen Kulisse emotional berührte, war Lukas Schaller. "Es war unbeschreiblich. Ich hatte schon während des Spiels Gänsehaut", meinte der Mittelfeldspieler. Wie seine Teamkameraden spulte der 20-Jährige ein enormes läuferisches Pensum ab, zeigte gegen spielstarke Gastgeber körperliche Präsenz – ehe ihn in der 80. Minute eine Ampelkarte wegen Ballschlagens aus dem Spiel nahm. " Ich habe gewusst, dass die Jungs das sich nicht nehmen lassen, weil wir voll im Spiel waren und alles reingehauen haben."

In der Tat traten die Schwarz-Blauen in Hof als mannschaftliche Einheit auf, setzten immer wieder über 90 Minuten kleine und größere Nadelstiche. Vor allem der Weidener Doppelschlag binnen sechs Minuten unmittelbar nach der Pause traf den Gastgeber ins Mark. Zum Matchwinner avancierte dabei Doppel-Torschütze Jahi Sylejmani. Der 19-jährige Angreifer hatte in den vergangenen Spielen den personellen Nöten geschuldet im Mittelfeld aushelfen müssen. Nach der Rückkehrer des verletzungsbedingt lange Zeit fehlenden Martin Ruda rückte Sylejmani nun wieder in die vorderste Front und bedankte sich dafür mit den entscheidenden Toren. "Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Den Sieg hat sich die gesamte Mannschaft verdient", sagte er bescheiden.

Zuvor hatte sich Sylejmani 90 Minuten lang mit seinem Bewacher Tim Scherbaum intensive Duelle geliefert, wobei der Hofer Trainer mit der Art der Zweikampfführung des Gästestürmers überhaupt nicht einverstanden war: "Der muss eigentlich schon in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Feld", ärgerte sich Henrik Schrödel. Dass auch das Publikum ihn auf dem Kieker hatte, war Sylejmani egal: "Die Hofer Fans haben uns provoziert, das war aber für uns ein Pluspunkt."

Schrödel: Dumm angestellt

Und doch hätten Weidener Kampfgeist und Siegeswille unbelohnt bleiben können, wenn die Oberfranken ihre deutliche Überlegenheit vor der Pause in Tore umgemünzt hätten. Doch nur beim Ausgleich durch Maximilian Weimer, nachdem Moritz Zeitler die SpVgg SV in Führung gebracht hatte, rutschte der Ball über die Torlinie der Gäste. " Wir hätten in Halbzeit eins das Spiel entscheiden müssen. Da haben wir uns zu dumm angestellt", haderte Schrödel mit der fahrlässigen Chancenverwertung. Dass Hof ein starker Gegner war, bestätigte auch Riester: "Es war ein brutal schweres Spiel. Wir mussten sehr diszipliniert sein, viele, weite Wege gehen."

Jede Menge Widerstandskraft werden die Schwarz-Blauen auch am Dienstagabend zeigen müssen. Dann empfängt man um 18.30 Uhr im Achtelfinale des bayerischen Pokals den Drittligisten SSV Jahn Regensburg. Eine Partie, in die der Bayernligist als krasser Außenseiter, aber mit dem Rückenwind des ersten Saisonsieges geht. "Das ist ein Plus-Spiel für uns, das wollen wir genießen", betonte Riester.

SpVgg Bayern Hof: Guyon, Skrabalek (59. Hain), Zuber (60 Seidel), Tittmann (69. Frank), Hamann, Scherbaum, Gezer, Schubert, Stadelmann, Durkan (69. Saalfrank), Weimer

SpVgg SV Weiden: Becic, Gebhard, Behnke, Vacek, Zeitler, Ruda (84. Söllner), Horgan (74. Lang), Lieder, Schaller, Sylejmani, Fenninger (86. Rodler)

Tore: 0:1 (29.) Moritz Zeitler, 1:1 (33.) Maximilian Weimer, 1:2 (46.) Jahi Sylejmani, 1:3 (51.) Jahi Sylejmani – SR: Markus Huber – Zuschauer: 1091 – Gelb-Rot: (80.) Lukas Schaller (Weiden/Ballwegschlagen)

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