15.03.2019 - 23:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Jetzt muss Löw liefern

Jogi Löw will den Spielstil der Nationalmannschaft ändern und setzt auf neues, frisches Personal. Dabei bewegt sich der Bundestrainer auf dünnem Eis. Ein Kommentar.

Joachim Löw.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil
Kommentar

Mit Grausen erinnert sich der Fußballfan an den Sommer 2018 zurück. Selten hat sich eine deutsche Nationalmannschaft so behäbig bei einer WM über das Spielfeld bewegt wie in Russland. Und das Schlimme dabei: Der Bundestrainer schien selbst noch Monate nach dem Vorrunden-Debakel beratungsresistent, nicht willens, den unabdingbaren Erneuerungsprozess nachhaltig anzustoßen.

Nun hat Joachim Löw die Kehrtwende vollzogen. Gestern hat er sie erstmals ausführlich erläutert. Und vieles, was er sagt, ist deckungsgleich mit dem, was sich die Anhänger wünschen. Endlich soll eine andere Spielidee her. Ballbesitzphilosophie ja, aber Schnelligkeit, Dynamik, Zielstrebigkeit und Torgefährlichkeit als deren Begleiter.

Klingt gut und richtig, man kann die Ansage aber auch als Ohrfeige für das aussortierte Bayern-Trio deuten. Hummels, Boateng und Müller gehören genau zu jenem Kreis von Spielern, die bezüglich mangelndem Tempo und fehlender Kreativität seit längerem in der Kritik stehen. Die Ausmusterung ist aus der Sicht von Löw nur konsequent.

Allerdings bewegt sich "Jogi" auf dünnem Eis. Wer wie er das Leistungsprinzip außer Kraft setzt und verdienten Spielern die Tür zuschlägt, muss zwangsläufig liefern. Die EM-Qualifikation ist nur ein Testlauf. Was zählt, sind die Ergebnisse 2020.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.