Weiden in der Oberpfalz
15.10.2025 - 18:58 Uhr
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Nico Stark und Sebastian Striegl: Die Top-Torjäger der Fußball-Kreisliga

Nico Stark vom FC Tirschenreuth steht bei 23, Sebastian Striegl vom TSV Eslarn bei 21 Toren: Die Ballermänner schießen ihre jeweiligen Kreisligen in Grund und Boden. Was zeichnet sie aus? Was treibt sie an? Eine Spurensuche.

Nico Stark 4 – Harry Kane 0: Mit diesem süffisanten Vergleich huldigte der FC Tirschenreuth auf seinen Social-Media-Kanälen den neuerlichen Torrausch seines treffsichersten Stürmers. Und scheute dabei auch nicht Vergleiche mit dem treffsichersten Stürmer des Branchenprimus FC Bayern. Harry Kane ist quasi das Pendant zu Nico Stark – oder eben andersrum. Beim 5:1-Heimsieg gegen den FC Rehau am vergangenen Wochenende in der Kreisliga 2 des Fußballkreises Hof/Wunsiedel/Tirschenreuth netzte Stark viermal ein.

Wieder einmal, möchte man hinzufügen, ohne auch nur ansatzweise zu übertreiben. Es war bereits das vierte Mal in den bisherigen 13 Saisonspielen, dass Nico Stark drei Tore oder mehr erzielte. Zur Halbzeit der Saison steht der 25-Jährige bereits bei 23 Treffern und ist damit der treffsicherste Stürmer auf Kreisliga-Ebene weit und breit.

„Zum einen spiele ich in dieser Saison einfach befreiter auf. Ich merke das vom Kopf her, dazu bin ich viel fitter als letztes Jahr. Zum anderen hatte ich im Vorjahr eine Sperre aufgrund einer Roten Karte abzusitzen, was sich im Endeffekt auch in der Ausbeute widergespiegelt hat“, sagte Stark im ausführlichen Gespräch mit Oberpfalz-Medien zu den beiden Hauptgründen seiner Über-Form. In der vergangenen Saison kam der Tirschenreuther Angreifer in der Endabrechnung auf 18 Tore und trauerte der Fünf-Spiele-Sperre nach, die einer besseren Ausbeute im Weg stand.

Positive Worte des Trainers

In der Relegation verpasste der FC den Sprung in die Bezirksliga. Das könnte sich in ein paar Monaten ändern, zur Saison-Halbzeit thront der FC Tirschenreuth ganz oben in der Tabelle. „Der Teamwille ist da, dieses Jahr den Aufstieg zu schaffen. Alle sind motiviert, alle unterstützen mich, egal ob es im Spiel ist oder auch danach. Das Gleiche gilt auch für den Trainer. Er wählt jetzt immer öfter positive Worte, die letztendlich guttun. Er hält viel von mir, spricht mir gut zu und weiß, was in mir steckt“, rühmte Stark die Unterstützung seiner Mitspieler und des Trainers Udo Schnurrer.

Vor allem das Zusammenspiel des Tirschenreuther Dreigestirns funktioniert nahezu blind. Nico Stark ist dabei oft das letzte Glied in der Kombinationskette und vollstreckt die Vorlagen von Anthony Hofweller und Manuel Dürbeck. „Manu weiß wirklich auswendig, wie ich laufe. Ich kenne ihn auch schon länger, habe auch damals in Mitterteich mit ihm zusammengespielt, und jetzt harmonieren wir seit drei Jahren beim FC. Er hat mir die meisten Tore aufgelegt.“ Eine genaue Anzahl an Toren hat sich Stark für diese Saison nicht vorgenommen, aber „die 30 will ich schon knacken“.

Diese Tore sollen den in der Vorsaison verpassten Traum, die Meisterschaft sowie den Aufstieg in die Bezirksliga, nun mit etwas Verzögerung verwirklichen. Dabei hat Nico Stark in Tirschenreuth sogar noch Glück im Torglück, denn entgegen anderer Gepflogenheiten beim Rivalen, muss ein Dreifach-, Vierfach- oder sogar Fünffachtorschütze anschließend nichts für die Mannschaft springen lassen. „Meistens sponsert irgendjemand von den Zuschauern oder Funktionären eine Kiste Bier. Von dem her bin ich da glücklicherweise bislang verschont geblieben.“

Höherklassige Anfragen

Doch wenig überraschend sind die 23 Tore Starks den umliegenden und höherklassig aktiven Vereinen keineswegs verborgen geblieben. Die Anfragen liegen bereits bei Stark vor, doch er will sich zunächst ausschließlich auf den FC Tirschenreuth konzentrieren. „Ich sage niemals nie, und es steht außer Frage, dass ich noch einmal höherklassig spielen will. Aber zum aktuellen Zeitpunkt kann ich nichts dazu sagen, weil die Saison erst zur Hälfte vorbei ist und wir um den Aufstieg spielen.“

Für ähnlich starkes (sic!) Interesse bei höherklassigen Clubs dürfte derzeit Sebastian Striegl sorgen. Er trägt seit dieser Spielzeit das Trikot des TSV Eslarn und überrascht mit seiner Treffsicherheit offensichtlich sogar seine eigenen Leute. Nach zwölf Partien, in der Kreisliga Nord des Fußballkreises Amberg/Weiden ist noch nicht ganz „Halbzeit“, hat der 30-Jährige bereits 21 Mal ins Schwarze getroffen. Eine Quote, die Torjäger wohl nur sehr wenige zugetraut hatten.

21 Mal traf Striegl zwar auch für die SpVgg Vohenstrauß, allerdings in den vergangenen drei Spielzeiten sowie für die „Erste“ und „Zweite“ zusammengerechnet. „Das ist ein kompletter Stürmer, robust und physisch stark, guter Instinkt, sehr schnell, schussgewaltig und dazu noch extrem viel unterwegs und mannschaftsdienlich. Da brauchst du einen Innenverteidiger auf Augenhöhe, sonst wirst du den nicht ganz ausschalten können“, beschrieb Michael Kaufmann als „Leidtragender“ den Top-Torjäger der Weidener Kreisliga.

Nicht selbstverständlich

Sein ASV Haidenaab unterlag dem TSV Eslarn am Wochenende mit 1:3 – alle drei Eslarner Tore gingen auf das Konto von Sebastian Striegl. TSV-Trainer Peter Rackl äußerte sich entsprechend lobend über seinen Super-Stürmer, der lieber Tore als Worte sprechen lässt: „Sebastian ist für unser Spiel enorm wichtig. Auch wenn er kein Tor erzielt, was jetzt noch nicht so oft vorgekommen ist, ackert und kämpft er viel. Teilweise holt er sich Bälle als Sechser und baut das Spiel auf. Das ist für Stürmer nicht selbstverständlich.“

Der größte Unterschied sei, dass Striegl nun in der Spitze agiert, während er in Vohenstrauß eher über den Flügel kam. Dabei habe Rackl, ebenfalls neu in Eslarn, sein System keineswegs auf Striegl zugeschnitten: „Fußball ist nun mal ein Mannschaftssport, und Sebi ist das Puzzlestück, das in der Offensive perfekt zu uns passt.“ Der neue Wunderstürmer mache den TSV Eslarn, der als Vierter überraschend an der Spitze mitschnuppert, nicht nur besser, sondern diene „als Vorbild für die jüngeren Kicker im Team“, wie es Coach Rackl formulierte.

Das hätte auch Bayern-Trainer Vincent Kompany über Harry Kane sagen können. Der Bundesliga-Top-Torjäger kann aber erst am Samstag gegen Borussia Dortmund sein Tore-Konto weiter aufstocken – im Fernduell mit seinen Kreisliga-Pendants Nico Stark vom FC Tirschenreuth und Sebastian Striegl vom TSV Eslarn.

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