10.01.2022 - 20:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Novak Djokovic taugt nicht zum Helden

Novak Djokovic ist zwar der weltbeste Tennisspieler, aber nicht unbedingt ein Sympathieträger. Das übersteigerte Ego des Serben zeigt sich beim Tamtam um die Starterlaubnis für die Australian Open, meint Sportredakteur Alfred Schwarzmeier.

In Melbourne gingen Anhänger von Novak Djokovic auf die Straße und demonstrierten für ihr Idol.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil
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Der Obrigkeit die Stirn bietend, freiheitsliebend, ein Kämpfer für die Gerechtigkeit – in Serbien erhob man Novak Djokovic zuletzt fast schon zum Halbgott. Und zwar mit solch martialischen Tönen, dass in den Sozialen Medien gemutmaßt wurde, die serbische Flotte sei zur Befreiung ihres Helden nach Australien unterwegs.

Aber auch ohne Kriegsschiffe aus der Heimat hat Djokovic die erste Schlacht gewonnen. Der Tennis-Superstar durfte die Abschiebeunterkunft verlassen, kann sich frei bewegen und – was für ihn am wichtigsten ist – zur Vorbereitung auf die Australian Open uneingeschränkt trainieren.

Djokovic, also der Sieger? Mitnichten. Unabhängig davon, ob die australische Regierung das Visum trotz des Richterspruchs erneut annulliert, ist der Weltranglistenerste schon jetzt ein Verlierer. Für jeden Tennisfan offensichtlich, ist der Serbe seit Pandemiebeginn als Egomane unterwegs. Nur widerwillig schert sich die Nummer eins um Regeln, die bei der Corona-Bekämpfung als Standard gelten.

Arroganz und Ignoranz, diese Verhaltensmuster legt Djokovic auch Down Under an den Tag. Der zehnte Titel in Melbourne ist ihm das Allerwichtigste, staatliche Vorgaben und Restriktionen zu befolgen komplette Nebensache. Wenn Djokovic sich nicht impfen lassen will, ist das seine Sache. Wer aber einen Tag nach einem positiven Testergebnis ohne Abstand und Maske mit Kindern für Bilder posiert, gehört definitiv nicht in die Kategorie Freiheitskämpfer. Serbien hat andere Helden und Vorbilder verdient.

Djokovic erringt Teilerfolg

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