27.12.2018 - 19:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Olympia-Flair beim SV Weiden

Hier machte er das Seepferdchen, hier begann der Aufstieg in die deutsche Schwimm-Elite. Hier begann der Weg nach Rio de Janeiro. Hierher kehrt Philipp Wolf wieder zurück.

Philipp Wolf.
von Josef Maier Kontakt Profil

Am Donnerstag packte er wieder seine Sachen und fuhr nach den Weihnachtstagen zurück nach München. Altenstadt/WN und Weiden sind aber immer schon die Heimat von Philipp Wolf, hier fühlt er sich bei Familie und Freunden wohl. Jetzt ist die nördliche Oberpfalz auch wieder seine sportliche Heimat. Der Olympia-Teilnehmer von 2016 schwimmt künftig wieder für seinen Heimatverein SV Weiden.

"Das ist alles aber just for fun", sagt der 26-Jährige. Die großen sportlichen Ziele hat er nicht mehr. Wenn es die Zeit erlaubt, wird er starten. "Aber hier sind gute Jungs dabei, die haun wirklich drauf."

Ab 1. Januar ist Wolf wieder ein SVler: Seinen ersten Einsatz wird der 26-Jährige bei der bayerischen Mannschaftsmeisterschaft Ende Februar haben. Dann schwimmt er mit den hoffnungsvollen Talenten wie Alexander Engel oder den Brandl-Brüdern in einem Team. "Ich weiß aber noch nicht, für welche Strecken ich vorgesehen bin", erklärt Wolf, der aber schon eine Vorstellung hätte: "Vielleicht die 100 Meter Schmetterling, denn die kann man auch mit weniger Training schwimmen."

Denn zum leistungsmäßigen Schwimmen kommt der angehende Bau-Ingenieur kaum noch. Ende 2019 will Wolf seinen Masters-Studiengang abschließen, nebenher arbeitet der EM-Vierte bei der Kurzbahn-EM 2015 auch noch in einem großen Bauunternehmen. "Manchmal komme ich nur einmal die Woche zum Schwimmen", berichtet er. Um für ordentlich Punkte bei dem Team-Wettbewerb, der im Februar voraussichtlich in Bayreuth ausgetragen wird, zu sorgen, "will ich auf jeden Fall zwei Mal die Woche trainieren".

Im Oktober 2017 erklärte Wolf seinen Rücktritt vom Leistungssport. Lange hatte er überlegt, ob er noch einmal einen Olympia-Turnus bis zu den Spielen 2020 in Tokio durchziehen soll. Er hatte aber nicht mehr die Motivation. "Einige sagen, es fehlt etwas in meiner Karriere. Ich sage: Ich hatte Olympia", hatte Wolf vor gut einem Jahr im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien gesagt. Auch wenn er vom Deutschen Schwimmverband oft stiefmütterlich behandelt wurde, die Tage von Rio 2016 wird der Oberpfälzer immer im Herzen tragen: Der Altenstädter war Mitglied der deutschen 4 x 100-Meter-Freistil-Staffel mit Steffen Deibler, Björn Hornikel und Damian Wierling. Das Quartett verpasste zwar den Endlauf, Wolf war aber einer der wenigen deutschen Schwimmer, die in Brasilien ihre Leistung brachten.

Bei der SG Stadtwerke München, zu der Wolf 2012 gewechselt war, um besser trainieren und seine Karriere anschieben zu können, läuft derzeit nicht mehr viel zusammen. Der Trainer ist weg, viele Schwimmer aus der Trainingsgruppe sind nach Berlin oder Hamburg gegangen. Es gibt aber auch noch einen anderen Grund für Wolf, wieder für Weiden zu starten: "Ich will meinem Heimatverein einfach etwas zurückgeben."

Ich will meinem Heimatverein einfach etwas zurückgeben.

Philipp Wolf

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