In einer Sonderfolge des "Powerplay"-Podcasts ordnen Thomas Webel, Fabian Leeb und Max Schlötter die Freistellung von Sebastian Buchwieser am Freitagnachmittag ein – eine Entscheidung, die aufgrund der Art und Weise viele Fragen aufwirft.
Im Zentrum steht zunächst der Zeitpunkt. Wenige Stunden vor dem immens wichtigen Auswärtsspiel beim ESV Kaufbeuren, mit direkter Relevanz für den Kampf um den Klassenerhalt, setzte der Verein einen Trainerwechsel an. Dass dieser Schritt ausgerechnet an einem Spieltag kommuniziert wurde, sorgt bei allen Beteiligten für Kopfschütteln. Der Tenor in der Runde ist eindeutig: Unabhängig vom sportlichen Abschneiden – dass einen Trainerwechsel durchaus erklärt hätte – war diese Art der Umsetzung unnötig und unglücklich.
Nach Informationen, die im Podcast thematisiert werden, soll Sebastian Buchwieser bereits am Donnerstagabend über seine bevorstehende Freistellung informiert worden sein. Auslöser war demnach ein interner Konflikt über die Torhüterfrage. Buchwieser wollte auf Simon Wolf setzen, die per Förderlizenz verfügbare Leihgabe aus München. Investor Stephen Seger soll hingegen auf Michael McNiven bestanden haben. In dieser Auseinandersetzung, so die Einschätzung, kulminierte ein Spannungsverhältnis, das sich über Wochen aufgebaut hatte.
Der Podcast beleuchtet zudem den wachsenden Einfluss der Birch Group auf sportliche Entscheidungen. Buchwieser hatte im Saisonverlauf wiederholt öffentlich und zwischen den Zeilen Kritik an der Kaderzusammenstellung geäußert, sich über nicht realisierte Transfers beklagt und auf Defizite bei den Kontingentspielern hingewiesen. Dass diese Konflikte nun in einer Personalentscheidung münden, überrascht sportlich nur bedingt – wirft aber Fragen nach der Rollenverteilung im Klub auf.
Diskutiert wird auch, wie es nun weitergehen kann. Installiert der Investor künftig einen eigenen Trainer, um direkten Zugriff auf sportliche Entscheidungen zu haben? Oder setzt der Verein doch auf eine externe Lösung? Die Runde ist sich einig: Ein externer Trainer dürfte unter diesen Voraussetzungen schwer zu finden sein. Kaum ein Coach lässt sich langfristig in Aufstellungen und Personalfragen hineinreden – das zeigte sich nun bereits im Fall Buchwieser.
Zusätzlich geht es um die Fan-Reaktionen. Die Resonanz auf die Entscheidung fällt überwiegend negativ aus, teils harsch, teils fassungslos. Das Vertrauen in die Vereinsführung scheint angekratzt. Wie sich diese Stimmung beim Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim äußern wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Freistellung von Sebastian Buchwieser markiert nicht nur einen sportlichen Einschnitt, sondern auch einen strukturellen Wendepunkt für die Blue Devils Weiden.




















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.