25.08.2020 - 16:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Radsportlerin Adelheid Schütz stark bei der "Deutschen"

Adelheid Schütz "hat es richtig Spaß gemacht". Für Andreas Schillinger war das Rennen mit 3800 Höhenmetern fast wie eine Bergetappe bei der Tour de France. Mit dem Ausgang der deutschen Straßenradmeisterschaft hatten beide nichts zu tun.

Die Weidenerin Adelheid Schütz führte viele Kilometer das Feld bei den deutschen Straßenradmeisterschaften auf dem Sachsenring an. Sogar die Profis mussten sich lange hinten einreihen.
von Armin Eger Kontakt Profil

Die Weidenerin Adelheid Schütz (VC Corona 1902 e.V. Weiden) hatte klare Vorgaben beim Rennen auf dem Sachsenring. "Ich sollte bis Kilometer 60 alle Attacken parieren, damit es keine Ausreißer gibt", beschreibt Schütz die Situation auf dem welligen Kurs mit 28 Runden und einer Gesamtlänge von 98 Kilometern. Dadurch hoffte man auch, Fahrerinnen ihres Teams (TSG Gießen Biehler) im Vorderfeld platzieren zu können.

Die deutschen Meisterschaften am Sachsenring waren mit 3800 Höhenmetern wie eine Bergetappe bei der Tour de France.

Andreas Schillinger

Andreas Schillinger

Schütz setzte sich direkt vom Start weg an die Spitze. "Ich dachte, von vorne habe ich die beste Übersicht", sagt sie. Und dort sollte sie auch bis Kilometer 75 bleiben. "Dorothea Heizmann und ich hatten einen Vorsprung von einer Minute und 40 Sekunden herausgefahren", erzählt Schütz. "Ich habe mich auf den Lenker gelegt, der Schnitt war mit 34 Stundenkilometern eh nicht so schnell und bin einfach weitergefahren. Innerlich hatte ich gejubelt und wir haben abgesprochen, dass wir das bis zum Ziel durchziehen wollen."

Doch die Profis hatten da etwas dagegen und verringerten den Vorsprung innerhalb einer Runde auf unter eine Minute. Das Feld holte kontinuierlich weiter auf und im Gesamtklassement wurde die Weidenerin schließlich 26. Aber insgesamt sei die Strategie aufgegangen, so Schütz. Ihre Kolleginnen vom Team TSG Gießen Biehler, Lydia Ventker und Svenja Betz, kam als 7. und 11. ins Ziel. "Wir haben uns als Hobby-Bundesligateam gut präsentiert", freut sich die Zeitfahrspezialistin. "Es war schon toll, den Profis mal das Hinterrad zu zeigen."

Nach der deutschen Meisterschaft und schon einigen virtuellen Rennen wegen Corona am Computer freut sich Schütz auf das Mannschaftszeitfahren in Genthin (Brandenburg). "Unser Ziel ist es dort, am 6. September den Vorjahrestitel zu verteidigen."

Für den Kümmersbrucker Andreas Schillinger (Team Bora-hansgrohe) waren die deutschen Meisterschaften am Sachsenring "mit 3800 Höhenmetern wie eine Bergetappe bei der Tour de France. Es war irgendwie eine komische Meisterschaft". Aber am Ende zähle, was vorne rauskommte und das habe gepasst. Teamkollege Pascal Ackermann wurde Zweiter, er 59..

"Hagelschaden" am Körper

Das Wetter habe am Sachsenring alle Facetten gezeigt, jedoch keine solchen Extreme wie beim Critérium du Dauphiné vor einigen Wochen. "So einen Hagelschauer wie dort habe ich noch nicht erlebt", sagt der 37-Jährige. Eine Minute vor der Zieldurchfahrt hatte es das gesamte Fahrerfeld erwischt. Ein Bild von ihm mit nacktem Oberkörper auf Facebook zeigt das Ausmaß des "Hagelschadens". Aber das sei zum Glück alles wieder weggegangen.

An diesem Mittwoch startet Schillinger bei der Europameisterschaft in Plouay in Frankreich, nur drei Tage vor dem Start der Tour de France, bei der der Kümmersbrucker aber in diesem Jahr sowieso nicht dabei ist.

Hintergrund:

Corona-Fall bei Bora-hansgrohe

Nach einem Corona-Fall im Team hat der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe seine Mannschaft beim Eintagesrennen Bretagne Classic, das am Dienstag über die Bühne ging, zurückgezogen. Das teilte die Mannschaft gestern mit.

Um welchen Fahrer es sich handelt, ist unklar. „Ich kann keinen Namen nennen. Was ich sagen kann ist, dass es nicht Andreas Schillinger ist“, sagte Ralph Scherzer von der Bora-hansgrohe-Pressestelle. Auch gehörte keiner der Fahrer, die bei dem Rennen Bretagne Classic starten sollten, der Mannschaft für die Tour de France an.

„Wir haben den positiven Befund heute Morgen erhalten und sofort reagiert. Das Team kann an dem Rennen nicht teilnehmen. Alle Teammitglieder, die direkten Kontakt zu dem Fahrer hatten, werden sich entsprechend behördlicher Vorgaben in Selbstisolation begeben. Der betroffene Fahrer ist asymptomatisch und zeigt keinerlei Krankheitsanzeichen“, sagte Bora-Teamarzt Jan-Niklas Droste.

Zu den sieben Fahrern, die in der Bretagne starten sollten, gehörte auch der Deutsche Marcus Burghardt.

Keinen Einfluss hat der positive Coronatest auf das Team von Bora-hansgrohe, das heute bei der Europameisterschaft im französischen Plouay am Start ist. So wird auch der Kümmersbrucker Andreas Schillinger über die 178 Kilometer dabei sein.

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