11.10.2020 - 15:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Rassistisch beleidigt? Spielabbruch in der Kreisklasse West

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Spielabbruch in der Kreisklasse West: Der FC Weiden-Ost II hat sich am Samstag geweigert, die Partie gegen die SpVgg Neustadt/Kulm zu Ende zu spielen: Der Grund: Ein Ost-Spieler soll rassistisch beleidigt worden sein.

"Absolut gerechtfertigt." Martin Oppitz, Abteilungsleiter FC Weiden-Ost, verteidigt die Reaktion der Spieler der zweiten Mannschaft,, nachdem ein Akteur dem Vernehmen nach von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt wurde.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Bis weit in die zweite Halbzeit hinein verlief das Kreisklassenspiel zwischen dem FC Weiden-Ost II und der SpVgg Neustadt/Kulm eher unspektakulär. Der Gast führte durch zwei Tore von Timo Adler (20.) und Michael Kaussler (23.) mit 2:0, Schiedsrichter Helmut Meindl aus Moosbach hatte mit der Spielleitung wenig Mühe. In der 72. Minute eskalierte die Sache dann doch. Ein Akteur der Heimelf beschwerte sich beim Unparteiischen, dass er von seinem Gegenspieler massiv beleidigt worden sei. Dabei soll der Ausdruck "Scheiß Ausländer" gefallen sein.

"Es ist nicht das erste Mal, dass Spieler von uns auf diese Art und Weise beleidigt werden", sagt Martin Oppitz. "Das ist kein Einzelfall und passiert immer wieder." Erst vor kurzem sei bereits "in dieser Richtung etwas vorgefallen", erzählt der Abteilungsleiter. Mannschaft und Trainer hätten sich daraufhin besprochen und eine gemeinsame Reaktion vereinbart, sollte es auf dem Platz wieder rassistisch gefärbte Beleidigungen gegen einer der Mitspieler geben. "Irgendwann ist das Fass voll", betont Oppitz.

Darüber, ob besagter Ausdruck tatsächlich gefallen ist, gehen die Meinungen auseinander. "Diese Aussage hat es nicht gegeben. Das hat mir der vom FC Weiden-Ost beschuldigte Spieler versichert", betont Ralf Malik. "Was ihm vorgeworfen wird, wurde nicht gesagt." Der Spartenleiter der SpVgg Neustadt/Kulm ärgert sich vor allem darüber, dass da "einfach eine Behauptung in den Raum gestellt wird". Den Verband sieht Malik in der Zwickmühle, "da Aussage gegen Aussage steht." Allerdings werde man sich nicht in eine rassistische Ecke stellen lassen: "Wir lassen uns da nicht den Schwarzen Peter zuschieben."

Die Glaubwürdigkeit seines Spielers arabischer Herkunft sieht der FC Weiden-Ost über alle Zweifel erhaben. "Das ist ein junger Bursche und seit rund fünf Jahren bei uns im Verein", berichtet Oppitz. "Ein brutal netter Typ, der bayerisch spricht. Er ist eher zurückhaltend und schüchtern".

Nach der vermeintlichen Provokation am Samstag platzte dem 19-Jährigen allerdings der Kragen. Seine Beschwerde beim Schiedsrichter lief jedoch in Leere, da dieser dem Vernehmen nach keine rassistische Beleidigung wahrgenommen hatte. Da sich der Ost-Akteur aber nicht beruhigen konnte, zückte der Referee sogar Gelb gegen den Spieler. Dann ging alles schnell: Ost-Spielertrainer Maximilian Vollath holte seine Mannschaft zusammen, beriet sich mit ihr am Spielfeldrand. Dann ging Vollath zum Schiedsrichter und teilte ihm mit, dass man nicht mehr weiterspielen werden. Die Konsequenz: Spielabbruch.

Alaba gegen Rassismus

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"Das sportliche Ergebnis ist zweitrangig. Diese Reaktion war absolut gerechtfertigt, ich bin stolz auf unsere Spieler", sagt Oppitz. Er verweist auf die Werte im Verein, der 2018 vom Deutschen Fußballbund mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet worden sei. "Wir distanzieren uns von jeder Form von Rassismus und Diskriminierung. Und wir setzten uns mit Nachdruck für die Integration von Ausländern und Flüchtlingen ein."

Kreisspielleiter Albert Kellner hat den Spielabbruch indes zur Kenntnis genommen. "So einen Vorfall hat es in unserem Fußballkreis noch nicht gegeben", sagt Kellner. Letztlich müsse man nun die Stellungnahmen und die Entscheidung des Sportgerichts abwarten.

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