Es war kein Spiel wie jedes andere. Vermutlich war es sogar eines der skurrilsten Spiele, die die Blue Devils Weiden jemals zu absolvieren hatten. Wenige Stunden nach der Entlassung von Trainer Sebastian Buchwieser gewannen die Blue Devils unter der Leitung von Interimscoach und Sportlichem Leiter Jürgen Rumrich das Kellerduell beim ESV Kaufbeuren am Freitagabend in der DEL2 mit 3:2 nach Penaltyschießen. Vor 2301 Zuschauern in der „Energie-Schwaben-Arena“ bewiesen die Weidener große Moral und kamen erst spät in der regulären Spielzeit zum Ausgleich.
Im Zuge der Irrungen und Wirrungen um den überraschenden Trainer-Rauswurf geriet das Comeback von Maximilian Kolb bei den Blue Devils fast etwas in den Hintergrund. Nach seinem Kreuzbandriss in der Saisonvorbereitung feierte der Verteidiger sein Saisondebüt. Im Tor der Weidener stand überraschend Michael McNiven, obwohl der nun Ex-Trainer Buchwieser tags zuvor angekündigt hatte, dass Simon Wolf vom EHC Red Bull München im Tor stehen würde. Der bislang so überzeugende Youngster stand dafür erst gar nicht mehr im Kader, genauso wie Zach Tsekos, für den aufgrund der Kontingentspieler-Begrenzung kein Platz mehr frei war.
Und McNiven erlebte einen Horrorstart in die Partie, als sein Fehler im Aufbauspiel die schnelle Führung für die Gastgeber nach sich zog. Laaksonen bedankte sich artig und versetzte den Blue Devils den nächsten und sehr frühen Nackenschlag. In der Folge arbeiteten sich die Gäste besser ins Spiel, hatten Feldvorteile sowie ein klares Chancenplus. Doch es dauerte bis sechs Sekunden vor dem Ende der ersten 20 Minuten, ehe Noah Samanski mit der Rückhand den Ausgleich erzielen konnte. Dieser Treffer wurde aus dem Weidener Fanblock mit wütenden „Buchwieser, Buchwieser“-Sprechchören gefeiert.
Im Mittelabschnitt war von einem Aufwind für die Blue Devils aber nichts zu spüren. Die Hausherren hatten klare Vorteile und ließen gleich mehrfach den Führungstreffer liegen. Doch dieses Mal zeigte sich McNiven im Weidener Tor auf dem Posten und hatte ab und an auch das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite. 15 Mal feuerte der ESVK aufs Weidener Tor, doch das zweite Drittel blieb insgesamt torlos.
Das letzte Drittel eröffnete Comebacker Maximilian Kolb mit einem Kracher von der blauen Linie an den Pfosten. Doch das Tor fiel auf der anderen Seite, als die Weidener die Scheibe nicht aus der gefährlichen Zone brachten und Paul Mayer aus kurzer Distanz einschießen konnte. Dieser Treffer war in der Entstehung zwar glücklich, vom Spielverlauf her aber durchaus verdient. Die Weidener fanden nach eigentlich gutem Beginn nicht mehr richtig in die Partie und ließen sich zu oft zu schnell den Schneid abkaufen. Dafür griff in der Schlussminute das Powerplay. Als die Hausherren eine Strafe abzusitzen hatten, setzte Rumrich alles auf eine Karte und schickte einen zusätzlichen Feldspieler aufs Eis. Im 6 gegen 4 traf schließlich Voyer humorlos in den Giebel zum Ausgleich.
Die Verlängerung verlief trotz hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten torlos, vor allem McNiven im Weidener Tor parierte mehrfach sensationell. Ein Faustkampf zwischen Dominik Bohac und Max Oswald beendete die Overtime. Im Powerplay trafen Tyler Ward und Cedric Schiemenz für Weiden, während McNiven zwei Versuche der Hausherren parieren konnte.
ESV Kaufbeuren – Blue Devils Weiden n. P. 2:3 (1:1, 0:0, 1:1, 0:0)
- ESV Kaufbeuren: Fießinger - Ebner, Mayer, Appendino, Kaiser, Kislinger, Groß, Peukert - Zawatsky, McLellan, Oswald, Blomqvist, Raedeke, Burghart, Fischer, Laaksonen, Nikitins, Reinwald, Hadraschek, Schlenker
- Blue Devils Weiden: McNiven - Muck, Edfelder, Bohac, Pokorny, Ribnitzky, Marusch, Kolb - Ward, Voyer, Thal, Schiemenz, Voit, Gläser, Ne. Samanski, No. Samanski, Vogt, Schwaiger, Schwarz
- Tore: 1:0 (2.) Laaksonen (Fischer, Groß), 1:1 (No. Samanski (Ne. Samanski, Pokorny), 2:1 (49.) Mayer (Blomqvist, Burghart), 2:2 (60.) Voyer (Schiemenz), 2:3 (65.) Schiemenz
- Strafen: Kaufbeuren 9, Weiden 13
- SR: Schütz, Blankart
- Zuschauer: 2103




















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