Im Sparda-Bank-Stadion ist er bei Heimspielen der SpVgg SV Weiden schwer zu finden. Sportchef Rüdiger Hügel sucht sich immer besondere Plätzchen. Drüben auf der Gegengeraden, mal hier, mal da: „Nicht wegen der Perspektive", sagt er grinsend. „Ich will einfach in Ruhe das Spiel anschauen.“ Und vor allem analysieren. Und da kommt der 50-Jährige zu einem Schluss: „Wir müssten mehr Punkte haben, etwa 30.“ 25 Zähler sind es aktuell nach der Vorrunde. Für einen Aufsteiger beachtlich, und so ergänzt Hügel: „Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, wir haben 25 Punkte nach der Vorrunde, hätte ich das genommen.“ Aber nach den Spielverläufen müssten es eben mehr sein.
Es gibt vieles, was dem Schwarzhofener gefällt, das er da von der Gegentribüne sieht: Der Spielaufbau von hinten beispielsweise, er sei gut strukturiert. Gebolzt wird am Wasserwerk schon lange nicht mehr. Aber umso weiter es nach vorne geht, umso mehr würde es noch haken. „Im letzten Drittel können wir uns schon noch verbessern.“ Der vorletzte Ball werde manchmal zu hastig nach vorne gespielt.
Bytomsky intern bester Torschütze
Und ganz vorne würden zu viele Chancen vergeben: „Uns fehlt da der Killerinstinkt. Auch ein echter Knipser.“ Patryk Bytomski ist mit sechs Toren in zehn Spielen Weidens bester Torschütze. Derzeit ist der Ex-Grafenwöhrer verletzt. Josef Rodler hat vier Tore auf dem Konto. „Josef wird vorne oft allein gelassen“, sagt Hügel. „Wir müssen da besser nachrücken.“ Hubert Pühler ist derweil immer wieder verletzt, kommt nicht richtig in Tritt. Hügels Sohn Moritz, ebenfalls ein Neuner, ist seit Sommer wegen seiner Hüfte außer Gefecht.
Torwart Becic der Gewinner
Die Entdeckung der Saison steht für Hügel hinten im Tor. Eldin Becic hat alle 17 Partien absolviert. „Er strahlt Sicherheit aus, da ist Qualität da“, lobt er den Torhüter aus Montenegro. „Ohne ihn hätten wir weniger Punkte“. Dass die SpVgg SV nach der Vorrunde so stabil dasteht, daran hat freilich Trainer Michael Riester einen großen Anteil. Der Coach hat noch einen Vertrag bis Saisonende. In den nächsten Wochen stehen Gespräche an. Die Richtung für Hügel ist klar. „Natürlich wollen wir mit Michael verlängern.“
In der Rückrunde, die mit dem Spiel in Eichstätt beginnt, mahnt Hügel eine Weiterentwicklung an. „Sonst wird’s nochmal eng.“ Er selbst wird alles von der Gegentribüne aus betrachten. Selbst auf die Gefahr hin, dass er im Regen steht. „Nach dem Jahn-Spiel war ich pitschnass. Aber das geht schon.“













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