Die SpVgg SV Weiden ist aus dem bayerischen Fußball-Verbandspokal ausgeschieden. Der Bayernligist leistete am Dienstagabend im Achtelfinalspiel gegen den SSV Jahn Regensburg zwar heftigen Widerstand. Am Ende verpassten die Weidener die Pokal-Sensation jedoch klar und mussten sich mit 1:5 (0:3) geschlagen geben. Von einem Zwei-Klassen-Unterschied war dennoch über weite Strecken wenig zu sehen. Was der SSV Jahn der Heimelf voraus hatte, war vor allem Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Situationen.
Die Gastgeber müssen sich aber nicht grämen. Ein Pflichtspiel gegen einen Drittligisten absolviert zu haben, und dies vor einer prächtigen Kulisse von 4300 Zuschauern, sollte für kommende Aufgaben in der Liga einen Motivationsschub bewirken. Dort gilt es sich nach einem verpatzten Saisonstart so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller herauszuarbeiten.
Mit "voller Kapelle"
Dass die Regensburger die Neuauflage des Oberpfälzer Traditionsderbys nicht auf die leichte Schulter nehmen würden, hatte im Vorfeld bereits Sascha Hildmann angekündigt. „Wir wollen den bayerischen Pokal gewinnen“, hatte der Jahn-Trainer verlauten lassen – und damit zwangsläufig einen Sieg bei den zwei Klassen tiefer spielenden Weidenern gefordert. Dass der Gast nichts dem Zufall überlassen wollte, zeigte sich auch an der Aufstellung. Bis auf wenige verletzte Stammkräfte reisten die Rot-Weißen mit "voller Kapelle" an. SpVgg-SV-Trainer Michael Riester setzte sein Vertrauen in jene Startformation, die auch beim jüngsten 3:1-Sieg bei der SpVgg Bayern Hof aufgelaufen war. Einzige Änderung: Niklas Lang rückte für Friedrich Lieder in die Anfangself.
Die Gastgeber starteten ohne Respekt vor dem großen Namen in die Partie. Ehe Regensburg in die Nähe des Weidener Strafraums kam, boten sich der SpVgg SV zwei Riesenchancen. Zunächst legte Christoph Fenninger nach einem schnellen Konter auf den völlig freistehenden Sahi Sylejmani auf, dessen Schuss grätschte Jahn-Kapitän Felix Strauß gerade noch kurz vor der Linie weg (3.). Der folgende Eckball fand in Fenninger einen Abnehmer, der Angreifer schob das Leder nur knapp am Pfosten vorbei (4.).
Der Drittligist war sichtlich überrascht von der forschen Gangart des unterklassigen Gegners. Weiden nahm die Zweikämpfe an, hielt körperlich und läuferisch dagegen. Nach 20 Minuten kam der Favorit besser in die Gänge. Und prompt fiel das 0:1: Nach einer Flanke von links rettete zunächst die Latte für SpVgg-SV-Keeper Eldin Becic, doch beim Nachschuss von Erik Majetschak war er dann doch machtlos (22.). Unglücklich fiel das 0:2. Gästespieler Sascha Hingerl hielt aus 25 Meter drauf und die Kugel landete noch von Martin Ruda abgefälscht im Weidener Tor (33.). Mit dem Pausenpfiff sorgte Nassim Boujellab aus kurzer Distanz für die Vorentscheidung (45.+3).
17-Jähriger trifft zum 1:3
Der Drei-Tore-Rückstand zur Pause war eine gehörige Hypothek, die Chancen für den Underdog auf quasi Null gesunken. Weiden machte nach dem Wechsel dennoch unverdrossen weiter und wurde belohnt. Fenninger schickte Finn Horgan in die Gasse und der 17-Jährige traf zum 1:3 ins linke untere Eck (57.). Weiden lieferte dem Drittligisten danach ein Spiel auf Augenhöhe, beschäftigte ihn mehr als diesem lieb war. Der eingewechselte Posselt traf in der Schlussphase dann doch noch doppelt zum 1:5.
Für die SpVgg SV steht bereits am Samstag, 29. August, das nächste Heimspiel auf dem Terminplan. Dann geht es ab 15 Uhr gegen den TSV Großbardorf um wichtige Bayernliga-Zähler. Der SSV Jahn muss dagegen am Samstag in der 3. Liga auswärts antreten. Gegner ist dann um 16.30 Uhr die TSG Hoffenheim II.
SpVgg SV Weiden: Becic, Vacek, Gebhard, Behnke, Lang, Zeitler (90.+3 Hügel), Ruda, Schaller (72. Rodler), Horgan (72. Söllner), Sylejmani (61. Lieder), Fenninger (85. Pühler)
SSV Jahn Regensburg: Hermann, Strauß, Philipp (72. Dizdarevic), Boujellab, Majetschak, Hermes (46. Hobsch), Hingerl (84. Saller), Kieffer, Wurm, Seibold (66. Posselt), Karbstein (72. Bauer)
Tore: 0:1 (22.) Erik Majetschak, 0:2 (33.) Sascha Hingerl, 0:3 (45.+3) Nassim Boujellab, 1:3 (57.) Finn Horgan, 1:4/1:5 (90/90.+2.) John Xaver Posselt – SR: Quirin Demlehner – Zuschauer: 4300























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