16.08.2018 - 14:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Staubwüste statt Traumteppich: Fußballplätze trocknen aus

Verdörrte Pflanzen, kümmerliche Erträge: Die Landwirtschaft stöhnt unter wochenlanger Hitze und Trockenheit. Aber nicht nur die Bauern klagen über die Folgen des Jahrhundertsommers. Leidtragender ist auch so mancher Fußballverein in der Region.

Was für ein Trauerspiel: Der einst so schöne Rasenplatz des SV Plößberg hat sich aufgrund der Trockenheit in eine braune Staubwüste verwandelt. Der Kreisligist hofft inständig auf länger anhaltenden Regen – wie so manch anderer Fußballverein in der Region.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

(af) Wenn Rainer Böckl in diesen Tagen den Sportplatz des SV Plößberg betrachtet, dann bläst er Trübsal. "Was haben wir für einen Traumteppich gehabt", klagt der Fußball-Spartenleiter des SV Plößberg. Von einem solchen Idealzustand ist der A-Platz in der Tat weit entfernt, Flickenteppich wäre derzeit wohl die treffendere Beschreibung. Statt auf saftigen Rasen treten die Kreisliga-Kicker aktuell in trockene Erde. "Das ist zurzeit eine Staubwüste", gibt Böckl unumwunden zu. Auf den Charakter des Platzes lässt er aber nichts kommen: "Der würde sich wieder erholen, wenn es halt endlich regnen würde." Von schwarzen Wolken ist aber in Plößberg wenig zu sehen. "Wenn mal welche auftauchen, ziehen sie um unsere Gemeinde herum. Regnen tut's woanders."

Trainer und Spieler des SV Plößberg nehmen die missliche Situation immerhin gelassen. "Was sollen wir auch tun", sagt SV-Vorsitzender Herbert Janka. "Wir haben von der Gemeinde ein Bewässerungsverbot erhalten. Daran müssen wir uns halten." In früheren Trockenzeiten konnte der Verein mit Hilfe der Feuerwehr zumindest Wasser aus dem benachbarten Großen Weiher auf die Fußballplätze leiten. "Das ist uns aber mittlerweile verboten", sagt Böckl, der auf das Prinzip Hoffnung setzt: "Wir sind Optimisten. Irgendwann wird's wieder richtig regnen."

Es staubt mächtig

Viel Braun, wenig Grün: Diese missliche Farbgebung kennen derzeit auch andere Fußballvereine in der Region zur Genüge. "Die Trockenheit macht uns massiv Sorgen", sagt Martin Kandler, Vorsitzender des TSV Kirchendemenreuth. Der Kreisklassist hatte sofort nach Saisonschluss im Mai massiv Sand auf seinem einzigen Fußballplatz aufgebracht, um die verkrustete Bodenstruktur aufzulockern. "Normalerweise regnet sich das ein", seufzt Kandler. "Aber wenn halt von oben nichts kommt." Öffentliches Wasser zu verwenden, kommt für den Verein nicht in Frage. "Zu teuer", winkt Kandler ab. Dass es nun mächtig staubt, wenn die TSV-Kicker gegen den Ball treten, verstimmt nicht nur die Spieler, sondern alle im Verein. "In Pressath oder auch Reuth hat es zuletzt zumindest etwas geregnet", ärgert sich Kandler. "Bei uns hier in Kirchendemenreuth überhaupt nicht."

Kein Trost ist, dass auch höherklassigere Vereine ähnliche Nöte haben. Zum Beispiel der SV Schwarzhofen. Der Bezirksligist hat sich bislang immer aus einem kleinen Weiher bedient, der durch Regenwasser regelmäßig aufgefüllt wurde. "Diese Quelle ist aber aufgrund der Trockenheit erschöpft", berichtet Vorsitzender Rüdiger Hügel. Die Folge: Auf großen Flächen des A-Platzes überwiegt braune Erde, Rasen ist nur noch spärlich vorhanden. "Auf die allgemeine Wasserversorgung zuzugreifen, kostet zu viel", sagt Hügel. Dass der völlig ausgetrocknete B-Platz irgendwann neu angesät werden muss, schlägt finanziell ins Kontor. "Das wird uns zwischen 1500 und 3000 Euro kosten", befürchtet Hügel.

Staubtrocken präsentierte sich in den vergangenen Wochen auch der Platz des TV Nabburg. Allerdings ist die anhaltende Trockenheit nicht der ausschlaggebende Grund. "Unser bisheriger Brunnen hat schon in den vergangenen Jahren nur noch wenig Wasser geliefert", erzählt Vorsitzender Andreas Eckl. "Jetzt ist er völlig versiegt." Auf die Schnelle war keine Firma aufzutreiben, die nach einem neuen Brunnen bohrt. "Wir haben aber jetzt jemanden gefunden. In den nächsten drei bis vier Wochen können wir wieder bewässern", freut sich Eckl.

Um die aktuelle Problematik weiß auch Albert Kellner. Der Spielleiter des Fußballkreises Amberg/Weiden ist aber überrascht, dass "es derzeit noch viele Vereine hinbekommen, dass noch Rasen wächst". Die Spielfelder beim TSV Königsteinoder1. FC Schlichtnennt er als positive Beispiele. Oder auch den Platz der TSG Weiherhammer: "Der sieht aus, als ob es keine Dürre gegeben hätte."

Wenn aktuell eine Wahl des gepflegtesten Fußballplatzes anstehen würde, hätte in jedem Fall der TSV Eslarngute Chancen auf den Sieg. Egal ob A- oder B-Platz: Jede Ecke der Spielfelder ist mit saftigem, dicht gewachsenem Grün bedeckt. Ein Traum für jeden Fußballer. "Wir sind ganz einfach in einer glücklichen Lage", gibt Vorsitzender Thomas Meckl zu. Damit meint er die computergesteuerte Bewässerungsanlage, die vom nahegelegenen Atzmannsee per Pumpe gespeist wird. "Wir können praktisch jede Nacht und nach Bedarf die Plätze wässern", sagt Meckl. "Nur auf diese Weise können wir die Plätze so grün halten."

5000 Euro investiert

Allerdings investiert der Kreisklassist auch viel in die Platzpflege. In der Sommerpause wurden mit Hilfe des Maschinenrings Neustadt mit einem Kostenaufwand von 5000 Euro die Plätze hergerichtet. "Wir haben 80 Tonnen Sand und 200 Kilo Grassamen eingebracht", berichtet Meckl. Mittlerweile wirken die Eslarner Sportplätze wie eine kleine Oase im trüben Braun der umliegenden Landschaft. "Ich habe einen Freund gebeten, damit er mit seiner Drohne Luftaufnahmen macht", grinst Meckl. "Rund um unsere Sportanlage ist die Wüste Gobi. Nur bei uns ist alles grün."

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