Weiden in der Oberpfalz
26.03.2026 - 15:03 Uhr

Streit nach Play-off-Spiel zwischen Kassel und Lausitz geht in die zweite Runde

Nach dem 6:3-Erfolg der Huskies in Weißwasser und der 3:1-Serienführung im Play-off-Viertelfinale geht das Nachspiel abseits des Eises zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies in die nächste Runde.

Die Kassel Huskies sehen sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Archivbild: Elke Englmaier
Die Kassel Huskies sehen sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Das vierte Viertelfinalspiel der DEL2-Play-offs zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies (3:6) wird von massiven Kontroversen überschattet. Während Kassel sportlich kurz vor dem Halbfinaleinzug steht, dominieren abseits des Eises Vorwürfe über mögliches Fehlverhalten.

Nach Angaben der Lausitzer Rundschau soll Kassels Trainer Todd Woodcroft beim Morgentraining eine sogenannte „Kopf-ab-Geste“ gezeigt haben. Daraufhin erstattete Stadion-Gastronom Mario Pinter Anzeige bei der Polizei. Die Kassel Huskies weisen diesen Vorwurf in entschieden zurück. In der veröffentlichten Stellungnahme sprechen sie von einer „Fehlinterpretation“ und betonen, die Geste habe „in dieser Form nicht stattgefunden“. Zudem sei es bereits vor Spielbeginn zu einem klärenden Gespräch zwischen Woodcroft und Pinter gekommen, in dem die Situation aus Sicht des Trainers bereinigt worden sei. Die nachträgliche Anzeige wird von Kassel daher infrage gestellt. Auch kritisiert der Club die mediale Darstellung der Lausitzer Rundschau als „unzulässige Verdachtsberichterstattung“.

Ein weiterer Konfliktpunkt ist ein Treffen von Kasseler Verantwortlichen mit den Schiedsrichtern vor Spielbeginn. Nach übereinstimmenden Berichten von Lausitzer Rundschau und Eishockey News hielten sich Kassels Trainer Todd Woodcroft und Sportdirektor Daniel Kreutzer vor der Partie in der Schiedsrichterkabine auf. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach bewertet dies als klaren Regelverstoß. „Ein solches Gespräch ist ein absolutes No-Go. Entweder gehen beide Vereine zum Schiri oder keiner“, betont er im Gespräch mit der Lausitzer Rundschau. Er sieht darin den Verdacht einer möglichen Einflussnahme, die „aufgeklärt werden muss“. Auch aus Sicht von Rohrbach entstand im Spielverlauf eine „Kettenreaktion“, da sich die Füchse durch mehrere Entscheidungen benachteiligt fühlten.

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch bestätigt gegenüber der Eishockey-News, dass Schiedsrichter grundsätzlich selbst entscheiden, wem sie Zutritt zur Kabine gewähren. Da keine Zusatzmeldung im Spielbericht vermerkt wurde, sei davon auszugehen, dass der Besuch mit Zustimmung erfolgte. Gleichzeitig räumt Rudorisch ein: „Ein solcher einseitiger Austausch im Rahmen einer Play-off-Serie ist äußerst ungünstig“.

Die Kassel Huskies sehen weder in dem Kabinenbesuch noch im Verhalten ihres Trainers ein Fehlverhalten. Der Austausch mit den Offiziellen sei „üblich“ und habe „im Rahmen der geltenden Regularien“ stattgefunden. Den Vorwurf der Einflussnahme bezeichnet der Club als „haltlos“. Zugleich fordert Kassel eine Korrektur der aus ihrer Sicht fehlerhafter Berichterstattung und kündigt an, mögliche Reputationsschäden rechtlich zu prüfen.

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