08.07.2018 - 19:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Thomas Kick: "Jetzt bin ich der Alte"

Sie sind wieder da - die Weidener Wasserballer in der ersten Liga. Einige, die den Aufstieg schon vor mehr als einem Jahrzehnt erlebt haben, sind immer noch im Wasser.

Thomas Kick (links) am 17. Juli 2007, als die Weidener Wasserballer fast sensationell den Aufstieg in die Bundesliga feierten. Da freut er sich (links) mit Trainer Irek Luczak.
von Josef Maier Kontakt Profil

Weiden.(mr) Das war ein Fest: "Das ist damals ziemlich eskaliert." Thomas Kick muss schmunzeln, wenn er an die Aufstiegsfeier der Weidener Wasserballer denkt. Nicht an die vor einigen Tagen, sondern an die von Juli 2007. Damals rückte der SV mit Leuten wie Alex Schäfer, Serkan Dogdu oder Vladimir Srajer erstmals in die Bundesliga auf. Das kleine Weiden auf der großen Wasserball-Landkarte und die Jungs zogen kräftig vom Leder. Details? Nein, nein, Kick erzählt keine Einzelheiten, was so genau damals abging. "Aber es war spontan und einfach schön." Der Aufstieg wurde erst im letzten Spiel des Aufstiegsturniers fix gemacht.
Vergangenes Wochenende war die Feier auch toll, als die Weidener mit Platz zwei beim Aufstiegsturnier im Schätzlerbad in die erste Liga zurückkehrten. "Doch es war alles einen Tick gedämpfter. Wir waren nach den Spielen alle sehr platt." Zudem standen die Weidener nach zwei Siegen am Samstag schon als Aufsteiger fest. Am Sonntag mussten sie aber - wollten sie den Wettbewerb nicht verzerren - im letzten Spiel auch noch ihre Leistung abrufen.
Thomas Kick ist mit Andreas Jahn und Trainer Thomas Aigner einer von dreien, die schon 2007 bei der "kleinen Sensation" dabei waren. "Jetzt bin ich der Alte", meint Thomas Kick, der vor elf Jahren mit seinem Zwillingsbruder Stefan als Jungspund gerade in die erste Mannschaft gerutscht war. Auch in der aktuellen Mannschaft stehen ganz viele talentierte Spieler. "Dieses Team zeichnet eines aus", meint der 28-jährige "Oldie". "Die Älteren führen, die Jungen ziehen mit." So wie damals. Aber es gibt noch einiges zu tun: Das letzte, eigentlich bedeutungslose Spiel des Turniers gegen Köln, als die Weidener mit 11:14 verloren, verriet einiges. Die Rheinländer, die Vorletzter in der ersten Liga wurden, zeigten, wie ein Etage höher gespielt wird: Mit vollem Körpereinsatz.
"In der zweiten Liga geht noch viel übers Schwimmen", weiß Kick. "Aber das reicht in der ersten Liga nicht. Vor allem die jungen Spieler müssen körperlich noch zulegen." In der Bundesliga wird im Becken noch mehr gefightet, dicke Kratzspuren sind da keine Seltenheit.
Die Weidener haben jetzt auch den Trainingsplan für die im Oktober beginnende Saison geändert. Eigentlich wollten sie vergangene Woche noch trainieren und dann etwas pausieren. Jetzt wird aber nahezu durchtrainiert. Auch das Krafttraining soll forciert werden. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir früher mal längere Pausen hatten", sagt Kick, dem man nach all den Jahren die Wasserball-Begeisterung immer noch anmerkt.
Dabei hat er in seinem Sport schon einiges erlebt. Er war und ist nicht nur eine Führungsfigur beim SV Weiden. Er war schon Nationalspieler. 2014 wurde er mit Deutschlands Serientitelträger Spandauer SV auch Meister und Pokalsieger. Seine Welt war Berlin aber nicht. Kick kehrte in die Oberpfalz zu seinem Heimatverein zurück. Von der Nationalmannschaft hat er, der mittlerweile als Marketing-Manager bei Witt Weiden arbeitet, nur noch mal kurz etwas gehört. Die geforderten Trainingsumfänge für Nationalspieler (bis zu neunmal die Woche) hätte er in Weiden ohnehin nicht leisten können. "Ich hab' dieses Jahr und die Titel einfach mal mitgenommen", blickt er ohne Wehmut zurück.
Der SV Weiden ist schon eher Kicks Ding.. Und all das, was da kommt. Vor allem will er seine Erfahrung weitergeben: "Als Jugendspieler muss man geführt werden." Die Rollenverteilung im Team ist eh klar: "Die Jüngeren müssen die Bälle tragen und Tore aufbauen, das ist doch klar. Wir mussten das damals auch machen." Ein kleines Problemchen zwischen jung und älter gibt es dann aber schon: "Der Musikgeschmack ist dann doch etwas anders. Da gibt's schon mal ne kleine Diskussion bei Auswärtsfahrten im Auto."

Thomas Kick (rechts) analysiert mit Nikolaj Neumann das Pokalfinale Mitte Juni gegen Würzburg. Zuletzt gelang dem SV mit dem mittlerweile 28-jährigen Kick die Rückkehr in die erste Liga.

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