Weiden in der Oberpfalz
18.02.2026 - 12:33 Uhr

Transfers im DEL2-Tabellenkeller: Konkurrenten der Blue Devils Weiden rüsten auf

Sechs Spiele vor Hauptrundenende bringen sich mehrere DEL2-Klubs mit Neuzugängen in Stellung. Kaufbeuren, Freiburg und Bad Nauheim reagieren auf die sportliche Lage – während bei den Devils keine personellen Veränderungen absehbar sind.

Travis Turnbull (hier bei einem Duell mit den Blue Devils noch im Trikot der Dresdner Eislöwen) verlässt den Tabellenletzten der DEL und wechselt zum Tabellenletzten der DEL2, dem ESV Kaufbeuren. Bild: Elke Englmaier
Travis Turnbull (hier bei einem Duell mit den Blue Devils noch im Trikot der Dresdner Eislöwen) verlässt den Tabellenletzten der DEL und wechselt zum Tabellenletzten der DEL2, dem ESV Kaufbeuren.

Sechs Spiele sind in der DEL2-Hauptrunde noch zu absolvieren – und für die Blue Devils Weiden wird die Ausgangslage im Kampf um die Pre-Playoffs und den Klassenerhalt zunehmend schwieriger. Nach dem Auswärtssieg des EC Bad Nauheim bei der Düsseldorfer EG am Dienstagabend haben die Oberpfälzer im direkten Vergleich mit der Konkurrenz nun wieder die schlechtesten Karten.

Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf die Eispiraten Crimmitschau, die aktuell den rettenden zehnten Tabellenplatz belegen. Während die Blue Devils sportlich auch nach dem Sieg gegen Bad Nauheim am Sonntag unter Druck stehen, reagiert die Konkurrenz personell – und setzt damit ein klares Signal im Kampf um den Klassenerhalt.

Turnbull nach Kaufbeuren

Besonders deutlich ist das Beispiel des ESV Kaufbeuren. Der Tabellenletzte hat mit Travis Turnbull einen sehr prominenten Namen verpflichtet. Der 39-jährige Deutsch-Amerikaner kommt von den Dresdner Eislöwen und bringt enorme Erfahrung mit. Turnbull hat im deutschen Profieishockey nahezu alle Stationen durchlaufen, darunter die Düsseldorfer EG, die Straubing Tigers und den ERC Ingolstadt. Erst in der vergangenen Saison gelang ihm mit Dresden der Aufstieg in die DEL. Auch wenn Kaufbeuren mit hoher Wahrscheinlichkeit als Tabellenletzter in die Playdowns gehen wird, ist die Verpflichtung ein deutliches Zeichen: Der Abstieg soll unter allen Umständen vermieden werden.

Auch der EHC Freiburg hat nachgelegt. Die Breisgauer verpflichteten mit Thore Weyrauch einen Angreifer aus der Oberliga von den Heilbronner Falken sowie mit Christoph Kiefersauer einen weiteren Offensivspieler, der bereits DEL2-Erfahrung mitbringt und zuletzt für die Hannover Scorpions auflief. Beide sollen dem engen Kader zusätzliche Tiefe für die entscheidende Saisonphase geben.

Olsen wieder in der DEL2?

Besonders aufmerksam wird in Weiden zudem die Entwicklung in Bad Nauheim – dem derzeitigen Gegner in einer möglichen ersten Playdown-Runde – verfolgt. Die Hessen sollen kurz vor der Verpflichtung von Ryan Olsen stehen. Der Deutsch-Kanadier ist in der DEL2 kein Unbekannter und gilt als physisch präsenter Spieler mit entsprechendem Ruf. Olsen stand in dieser Saison bereits bei mehreren Vereinen unter Vertrag, zuletzt bei der Düsseldorfer EG. Sollte der Transfer zustande kommen, wäre es seine vierte Station in dieser Spielzeit – und ein weiterer Versuch Bad Nauheims, sich im Abstiegskampf entscheidend zu stabilisieren.

Während also mehrere direkte Konkurrenten personell nachjustieren, ist es am Standort Weiden dahingehend bislang auffällig ruhig geblieben. Ein später Neuzugang erscheint zunehmend unwahrscheinlich – auch mit Blick auf das Transferfenster, das am 2. März und damit kurz nach den Olympischen Spielen schließt. Vieles deutet darauf hin, dass die Blue Devils die entscheidende Saisonphase mit dem bestehenden Kader bestreiten werden.

Sportlich bleibt die Situation angespannt. Der Rückstand auf die Pre-Playoff-Plätze ist überschaubar, aber angesichts der aktuellen Formkurve und der personellen Verstärkungen der Konkurrenz keineswegs einfacher geworden. Gleichzeitig geht es längst auch um die Ausgangsposition für die Playdowns, in denen jeder Tabellenplatz entscheidend sein kann. Aber vielleicht zaubert Jürgen Rumrich, der sich nach seinem Interimsjob als Cheftrainer, nun wieder voll und ganz auf seinen Posten als Sportlicher Leiter konzentrieren kann, auf den letzten Metern doch noch einen Neuzugang aus dem Hut.

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