16.07.2018 - 19:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Ein Traum in Weiß

Dieser Erfolg kommt aus dem Nichts. Deutschland hat keine neue Steffi Graf, aber wieder eine große Hoffnung. Ein Kommentar zum Wimbledon-Erfolg von Angelique Kerber.

Angelique Kerber genießt ihren größten Erfolg.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es weiß noch fast jeder, wo er diesen Moment erlebt hat. Diesen sporthistorischen Moment am 7. Juli 1985. Ein rotblonder Junge aus Leimen gewann das größte Tennisturnier der Welt. Boris Becker wurde zum Mythos.Dieser Sieg am 14. Juli 2018 ist sicherlich kein sporthistorischer Moment. Tennis hat lange nicht mehr die Bedeutung früherer Jahre. Aber dieser Wimbledon-Triumph von Angelique Kerber gegen Serena Williams ist ungemein wichtig für den weißen Sport, der wie andere Sportarten auch unter einem gravierenden Nachwuchsmangel leidet.Dieser 14. Juli 2018 hat aber noch eine andere, viel, viel wichtigere Botschaft. Die Botschaft, niemals aufzugeben. Kerber war vor Jahren drauf und dran, den Schläger in die Ecke zu feuern und alles hinzuwerfen. Mit ihrem Sieg bei den Australian Open 2016, dem noch der Erfolg bei den US Open folgte, schien aber Deutschlands neue Steffi Graf gefunden.Kerber hielt danach dem Druck nicht stand. Ein Erstrunden-Aus gegen Namenlose beiMittelklasse-Turnieren war in der Folge keine Seltenheit. Wer sie sah, glaubte nicht, dass sie noch einmal ein Turnier gewinnen könnte. Ein Wimbledon-Triumph? Utopie. Sie grübelte, sie zweifelte, sie krempelte alles um, sie kämpfte. Und am Samstag siegte sie - auch über sich selbst.

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