30.08.2018 - 17:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Verkehrte Vorzeichen beim Oberpfalz-Derby

Brisantes Nachbarduell am Wasserwerk: Die zuletzt schwächelnde SpVgg SV Weiden empfängt am Freitag den in der Landesliga Mitte frech auftrumpfenden Aufsteiger SpVgg Pfreimd.

Tobias Bernklau (links), Trainer der SpVgg Pfreimd, schickt Sebastian Ring und Kollegen höchst motiviert ins Derby am Wasserwerk.
von Externer BeitragProfil

(ssl/smo) Oberpfalz-Derby in der Landesliga Mitte. Erstmals kreuzen die SpVgg SV Weiden und die SpVgg Pfreimd in einem Ligaspiel die Klingen. Eigentlich sollte die Wasserwerk-Elf klarer Favorit sein, doch die Formkurve der Rivalen spricht eine andere Sprache. Dabei könnte die Ausgangslage am Freitag, 31. August, ab 19 Uhr im Sparda-Bank-Stadion nicht unterschiedlicher sein. Beim Bayernliga-Absteiger SpVgg SV ist die Anfangseuphorie von vier Siegen aus den ersten vier Spielen verflogen. Ebenso viele Partien wartet die SpVgg SV mittlerweile auf einen Sieg und ist spätestens seit dem klaren 1:4 beim FC Tegernheim auf dem harten Boden der Realität angekommen.

Tomas Sturm spielberechtigt

Deswegen fordert Trainer Andreas Scheler ein anderes Auftreten seiner Mannschaft: "Es ist ein Derby und vielleicht der richtige Moment, wieder die Wende zum Positiven herbeizuführen. Ich erwarte Leidenschaft und Kampfgeist. Wir müssen uns den Sieg erkämpfen." Noch ist der Zug nach oben mit nur drei Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten 1. FC Passau noch nicht vollends ohne die SpVgg SV abgefahren. Dennoch ist eine klare Leistungssteigerung zwingend notwendig, was auch Scheler fordert: "Wir müssen wieder die Leichtigkeit zurückgewinnen, die wir am Anfang der Saison hatten. Wir müssen einfach mal die Tore machen, um dem Spiel den richtigen Verlauf zu geben. Alleine in Tegernheim war die Leistung nicht so schlecht, aber wir vergeben eben wieder drei dicke Chancen. Dazu ist es wichtig, dass wir unsere defensive Stabilität zurückgewinnen."

Umso schwerer wiegt für Scheler, dass mit Dominik Huber (zwei Spiele Sperre nach Platzverweis), Matthias Heinl (Sprunggelenksverletzung) und Bastian Strehl (Knieprobleme) drei Defensiv-Experten ausfallen. Zusätzlich befinden sich Thomas Wildenauer und Moritz Zeitler im Urlaub. Deswegen ist es positiv, dass Neuzugang Tomas Sturm von den Kickers Selb bereits spielberechtigt ist. Eitel Sonnenschein herrscht dagegen knapp 30 Kilometer weiter südlich bei der SpVgg Pfreimd. Der Aufsteiger schlägt sich allen Unkenrufen zum Trotz mehr als wacker in der neuen Umgebung. Neun Punkte aus acht Spielen mit zuletzt drei Siegen binnen vier Wochen und Tabellenplatz 13 lassen die Hoffnung der kaum veränderten Aufstiegself auf den Klassenerhalt sprießen. Aufgrund dieser Vorzeichen dürften einem engen und spannenden Landesliga-Derby am Wasserwerk nichts entgegenstehen.

Nicht zu träumen gewagt

Die Pfreimder treten die kurze Reise ins Sparda-Bank-Stadion äußerst selbstbewusst an. Am vergangenen Sonntag gelang der Elf von Trainer Tobias Bernklau eine faustdicke Überraschung. Die SpVgg besiegte in einem begeisternden Spiel den Aufstiegsfavoriten 1. FC Passau zu Hause verdient mit 4:2. Dabei war Pfreimd dem Gast nicht nur kämpferisch überlegen, sondern zeigte auch seine spielerische Klasse. "Gegen Passau bot meine Mannschaft über die komplette Spielzeit eine anspruchsvolle Leistung und fuhr damit wichtige Punkte für den Klassenerhalt ein", zeigte sich Bernklau sichtlich stolz.

Nun geht es zur SpVgg SV Weiden. Vor Jahren hätte man im Pfreimder Lager nicht einmal davon zu träumen gewagt, für ein Pflichtspiel ans Wasserwerk zu fahren. Doch manchmal werden Träume wahr, und nun will sich die SpVgg nicht kampflos geschlagen geben. Mit einer ähnlichen Darbietung wie gegen Passau ist die Truppe um Torjäger Bastian Lobinger gewiss nicht chancenlos, zumindest einen Zähler mit nach Hause zu nehmen. Das Selbstvertrauen in der Mannschaft ist vorhanden, stehen doch aus den letzten vier Partien drei Siege zu Buche.

Die SpVgg trifft auf einen Gegner, der nach lediglich zwei Punkten aus vier Spielen schon gewaltig unter Erfolgsdruck steht und drei Punkte fest eingeplant hat, um im Umfeld für Ruhe zu sorgen. "Weiden ist der haushohe Favorit, aber unsere Spieler sind heiß auf das Derby und wollen wieder eine gute mannschaftlich Leistung abrufen. Dann werden wir sehen, was am Ende rauskommt", stapelt SpVgg-Trainer Bernklau tief. Pfreimd kann sich der Unterstützung seiner treuen Fans auch in Weiden sicher sein. Im Kader gibt es im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen: J. Zeus und K. Lösch befinden sich noch immer im Urlaub.

Auf Keeper Matthias Götz und die Hintermannschaft der SpVgg SV Weiden wird im Derby gegen Pfreimd Schwerstarbeit zukommen. Nur wenn hinten mal wieder die Null steht, kann die Scheler-Truppe den aktuellen Negativlauf im Heimspiel stoppen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp