Die Kreisliga Nord im Fußballkreis Amberg/Weiden entwickelt sich langsam aber sicher zur unberechenbarsten Liga der Region. Nach dem 7. Spieltag liegen zwischen dem Tabellenführer TSV Reuth – nach wie vor ein Überraschungsspitzenreiter – und dem SC Eschenbach auf Platz 11 liegen gerade einmal 7 Punkte. Stellvertretend für den Wahnsinn in dieser Kreisliga ordnet Daniel Bäumler, Abteilungsleiter beim TSV Eslarn, die Situation im Gespräch mit Oberpfalz-Medien ein: "Diese Liga ist echt krass. Da kann gefühlt wirklich jeder jeden schlagen. An jeden Spieltag gibt es Überraschungen, die so vorher niemand erwarten konnte."
Am vergangenen Wochenende war es Bäumlers TSV Eslarn, der für die Aufholjagd des Wochenendes sorgte: Beim FC Tremmersdorf lagen die Eslarner bis zur 65. Minute mit 0:3 nahezu aussichtslos zurück, ehe ihnen binnen 14 Minuten rekordverdächtige vier Treffer zum spektakulären 4:3-Sieg gelangen. "Eigentlich war dieses Spiel bereits verloren, nach dem 0:3 nach knapp einer Stunde ging es uns lediglich um Schadensbegrenzung. Mit dem Anschlusstor nach einer Ecke aber haben wir wie ausgewechselt die bisher besten 20 Minuten dieser bisherigen Saison gespielt", schwärmte Bäumler, der in Tremmersdorf den urlaubenden Trainer Bernd Häuber vertrat.
Heimfahrt dauert länger
In der Eslarner Sturm- und Drangphase hätte man schon gemerkt, dass die Tremmersdorfer ein Freitagsspiel in den Knochen hatten. "Die hatten keine Körner mehr, während bei uns alles geklappt hat." So verwunderte es nicht, dass die Heimfahrt nach Eslarn nach diesem Wahnsinnscomeback schon einmal etwas länger dauerte. "Wir haben diverse Tankstellen angefahren, um 20 Uhr waren dann auch die letzten Autos wieder zurück", sagte Bäumler, der nach diesem Triumph gleich einmal augenzwinkernd den Urlaub des Trainers verlängerte: "Der darf jetzt gerne noch eine Woche länger in Italien bleiben."
Für die zweite Überraschung des Spieltages sorgte der FC Vorbach, der im Kirwa-Heimspiel den Spitzenreiter TSV Reuth mit 3:2 in die Knie zwang. "Es war ein verdienter Sieg, weil wir kämpferisch alles reingeworfen haben und ein klares Chancenplus verzeichneten", sagte FCV-Coach Peter Schramm. Bis zur 35. Minute biss sich der Bezirksliga-Absteiger an der von Martin Bächer wie gewohnt bombensicher organisierten Reuther Defensive die Zähne aus. Dann musste der TSV-Spielertrainer verletzungsbedingt ausgewechselt werden und im nächsten Angriff glückte den Vorbachern der Führungstreffer.
Unnötige Zitterpartie
"Das hat uns natürlich etwas in die Karten gespielt. Vor unserem Duell hatte Reuth erst 5 Gegentore kassiert, das liegt vor allem an den beiden Spielertrainern Bächer und Wildenauer", ordnete Schramm den Stellenwert seiner Kollegen ein. Auch wenn das Endresultat nach einer knappen Kiste klingt, so hätte diese Zitterpartie in den Schlussminuten für Schramm gar nicht mehr sein müssen. "Nach dem 3:0 haben wir es versäumt, den Sack noch deutlicher zuzumachen. So war in der achtminütigen Nachspielzeit jeder lange Ball gefährlich. Aber wir haben es leidenschaftlich verteidigt – wie es sich für ein Kirwa-Heimspiel vor vielen Zuschauern gehört."
Trotz dieser Niederlage bleibt der TSV Reuth an der Tabellenspitze, allerdings rückt der Lokalrivale TSV Erbendorf immer näher. Beim 2:1-Sieg im Verfolgerduell beim SV 08 Auerbach stand wieder einmal Torjäger Sandro Hösl im Mittelpunkt. Nicht nur gelangen ihm an seinem 30. Geburtstag beide Erbendorfer Treffer, dabei traf er auch noch sehr sehenswert von der Mittellinie über den zu weit vor seinem Tor stehenden Sebastian Kausler hinweg. Kein Gnade kannte die SpVgg Schirmitz im Derby gegen die DJK Irchenrieth. Vor knapp 200 Zuschauern schenkte die Truppe von Trainer Fabian Hirmer dem Nachbarn gleich ein halbes Dutzend an Gegentoren ein.
Damit liegt die SpVgg ähnlich in Lauerstellung wie der SV Kulmain, der allerdings beim Aufsteiger VfB Rothenstadt in der Schlussphase zwei Zähler herschenkte. Johannes Götz traf fünf Minuten vor dem Ende zum 2:2-Endstand für die Elf von Hakan Boztepe. Ganz schweren Zeit geht der SC Kirchenthumbach entgegen: Auf eigenem Platz setzte es eine 1:3-Niederlage gegen den Vizemeister des Vorjahres, den ASV Haidenaab, wobei diese Partie schon zur Pause beim Stand von 0:3 entschieden war. Doch ein 0:3-Rückstand ist noch lange kein Grund, ein Spiel auch verlieren zu müssen. Das hat dieser wieder einmal verrückte Spieltag in der unberechenbaren Kreisliga Nord unter Beweis gestellt.











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