11.03.2020 - 15:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Wasserballer Niko Neumann und die Panik vorm Wasser

Die Weidener Wasserballer bauen schon immer nur auf ihre eigenen Jugend. In dieser Bundesliga-Saison macht einer von sich Reden, der für zweierlei zuständig ist - Tore und tolle Stimmung.

Ansetzen zum ungewöhnlichen Wurf: Niko Neumann ist wohl der Spieler der Saison beim SV Weiden.
von Josef Maier Kontakt Profil

Anfangs war es völlig undenkbar, dass das mal was wird: "Ich hatte panische Angst vor Wasser." Nikolaj Neumann ist heute noch amüsiert, wenn er an seine ersten Schwimmversuche als Fünf- Sechsjähriger denkt. In dieser Spielzeit ist der 22-Jährige so etwas wie der Spieler der Saison beim Wasserball-Bundesligisten. Heutzutage kommt der junge Mann kaum noch aus dem Becken. "Kuriert" wurde Neumann damals auf eine Art und Weise, die so heute grenzwertig ist. "Ein Schwimmlehrer hat mich mal unvermittelt ins Becken gestoßen", erzählt er. "Ich war am Zappeln, am Wasser schlucken." Nikolaj kämpfte sich durch, wie er es heute bei den Bundesligaspielen macht.

"So wichtig fürs Team"

"Niko ist so wichtig fürs Team", sagt sein Trainer Thomas Aigner. Beide haben noch selbst zusammen beim SV gespielt. Oldie Aigner, Newcomer Neumann - der Coach kennt seinen Offensivmann in- und auswendig. "Er ist nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch wegen der Stimmung und dem Zusammenhalt im Team sehr wichtig", ergänzt Aigner. Neumann, Azubi zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Baywa in Weiden, hat immer einen Spruch auf den Lippen und kümmert sich auch um die jungen Spieler. Der SV Weiden lebt vom Nachwuchs. Teilweise mit 15, 16 Jahren rücken bei den Oberpfälzern die Jungs schon in die Bundesligamannschaft auf. "Klar, die sind dann schüchtern. Mir ging's genauso", erklärt Neumann, der mit seinem sonnigen Gemüt so manches Eis bricht.

Auch wenn er einen großen Sprung gemacht hat, Neumann weiß schon, dass es noch einiges zu verbessern gilt: "An meiner Spielübersicht muss ich noch arbeiten. Und dann müsste ich auch noch ein paar Kilo auf meinen Körper packen." Im Wasserball geht's zur Sache. "Da bin ich manchmal noch zu leicht." Die Weidener Spieler können da auch immer wieder ein Fitnessstudio nutzen, aber da ist Neumann, wie immer, ganz offen und ehrlich: "Manchmal lege ich mich da lieber auf die Couch", sagt er grinsend. Seiner Entwicklung und seinem Ehrgeiz tut das keinen Abbruch. Deswegen sagt er auch: "Wir schaffen den Klassenerhalt." In der nach der Vorrunde der Hauptrundengruppe B anstehenden Abstiegsrunde rechnet er damit, dass die Weidener auf jeden Fall Düsseldorf hinter sich lassen. Als Vorletzter müssten die Oberpfälzer in eine Runde mit den Zweitliga-Meistern. Auch da sähe er den SV gewappnet. Insgeheim rechnet Neumann damit, dass er und seine Jungs den Ligaerhalt direkt festmachen. Da wäre am Samstag (16.30 Uhr) ein Sieg im bayerischen Derby beim SV Würzburg gut. "Spiele dort sind immer geil", freut sich Neumann auf die Stimmung in Unterfranken.

Der eiserne Wille

Dann soll er zusammen mit Sean Ryder (bisher 27 Treffer) wieder auf Torejagd gehen - für seinen SV. "Ich bin so froh, dass ich hier in Weiden spielen kann", sagt er. Es gebe schon mal Anfragen von anderen Vereinen, aber er denke gar nicht daran zu gehen. Und die Weidener werden froh sein, dass Neumann einen eisernen Willen hat und nie aufgibt. Schon als Knirps nicht. "Das erste Mal bin ich noch durch die Schwimmprüfung gefallen", verrät er grinsend. Anfangs war wirklich völlig undenkbar, dass das mal was wird. Aber dann ...

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