17.03.2020 - 17:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Weidener Eishockey-Talente einmal um die halbe Welt

Auf dem Eis legen sie auch schon eine große Strecke zurück. Aber die jungen Eishockeyspieler des 1. EV Weiden machen auch im Auto oder Mannschaftsbus jede Menge Kilometer. Das schlaucht auch ganz schön.

Nachwuchsleiter Jens Maschke organisiert nicht nur, sondern schiebt auch in den Pausen und nach den Spielen die Tore raus. Auch für die Nachwuchsteams des EV weiden war die Saison natürlich abrupt beendet.
von Externer BeitragProfil

Die Saison ging ja etwas abrupt zu Ende, ohne Abschluss mancher Ligen. Kein Auf- oder Abstieg ist geplant. Umsonst gespielt? - nein. Nachwuchseishockey bedeutet ja auch Lernprozess. Viel Freude, Ehrgeiz und Einsatzwillen war bei allen Spielerinnen und Spielern des 1. EV Weiden vorhanden.

Viele Stunden Arbeit

Über die gesamte Saison wurde Buch geführt. So mancher kann den Gesamtumfang nicht einschätzen, was nicht nur die Spieler, sondern alle anderen rund um den Spielbetrieb geleistet haben. Und hier geht es mal nicht nur um Tore, Siege, Platzierungen oder sportliche Statistiken. Das gehört dazu, aber es gibt auch noch vieles andere. Viel Logistik, viele Stunden Arbeit stecken hinter dem Saisonverlauf.

Sechs Teams im Dauereinsatz

Doch zuerst mal zum Sportlichen: Sechs Nachwuchsmannschaften waren im Dauereinsatz um Punkte vom 6. September 2019 bis 8. März 2020. Dann wurde der Spielbetrieb durch das Coronavirus gestoppt, obwohl noch ein Turnier und fünf Punktspiele offen waren. Davor wurde an 112 Spielen und 19 Turnieren (entspricht 57 Spiele) teilgenommen. Dazu mussten fünf Heimturniere der U 9 und U 11 und 61 Heimspiele durch die Betreuer und Mannschaftsführer ausgerichtet und organisiert werden. Es gab 87 Siege, 1 Unentschieden und 81 Niederlagen. Viele Tore (802) wurden erzielt, aber man fing sich auch viele Gegentore ein (931).

Insgesamt 1367 Strafminuten

Da es auch manchmal nicht regelkonform zuging, wurden 1367 Strafminuten (U13 bis U20) ausgesprochen. Hört sich riesig an, ist es aber nicht (Durchschnitt 12,2 pro Spiel), wenn man die Vielzahl der Spiele sieht.

Jetzt aber zum zweiten Teil der Statistik. Hauptkoordinator des Ganzen ist Nachwuchsleiter Jens Maschke. Bei ihm laufen meist alle Fäden zusammen und das nicht nur in der eigentlichen Punktspielzeit, sondern ganzjährig. Für ihn gibt es keine Sommerpause. Die mehr als 20 Trainingseinheiten pro Woche (circa 680 in der Saison) seit Mitte August 2019 müssen auch von einem Trainer betreut werden. Dabei ist das Sommertraining nicht mit eingerechnet. Dafür standen zwei hauptamtliche und vier nebenamtliche Übungsleiter zur Verfügung. Ihnen zur Seite standen rund 20 Mannschaftsführer und Betreuer, die viele Arbeiten rund um das Training und die Spiele übernahmen.

Immense Fahrtkosten

Dass viel Geld in die Hand genommen werden muss, damit das alles durchgeführt werden kann, ist völlig klar. Man hat zwar Vereinsbeiträge und die Spielerumlage, aber das reicht bei weitem nicht. Und - es gibt ja bei Nachwuchsspielen keine Zuschauereinnahmen. Ausgaben hat man vor allem für die Trainer-, Schiedsrichter-, Fahrt- und Übernachtungskosten. Allein die Schiedsrichterkosten betrugen in dieser Saison 11 400 Euro. Dazu kommen die immensen Fahrtkosten zu den Auswärtseinsätzen, wobei einige Teams in der Fremde Übernachten mussten bei einem Doppeleinsatz am Wochenende (14 Mal, circa 224 Einzelübernachtungen), bei denen eine Rückfahrt unwirtschaftlich und zeitlich unmöglich gewesen wäre. Rechnet man "nur" 35 Euro pro Nacht, kommt man bereits auf 7840 Euro.

Bis nach Neuseeland

Noch höhere Kosten fallen für die 56 Fahrten zu den Auswärtsspielen mit Bus (circa 1000 Euro aufwärts pro Fahrt) oder Kleinbussen an. Durch die Doppelwochenenden mit Übernachtung wurden 14 weite Fahrten (zum Beispiel Mannheim, Ravensburg, Bietigheim oder Schwenningen) eingespart, dafür fielen die Übernachtungskosten an.

Die Teams haben in dieser Saison rund 20 500 Kilometer zurückgelegt. Das ist rund der halbe Erdumfang. Könnte man direkt dorthin fahren, käme man locker bis Neuseeland - eine gewaltige Strecke.

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