14.02.2020 - 23:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Zwei Knotek-Knaller zu wenig für die Devils

Intensiv, engagiert, voller Einsatz: Selb und Weiden liefern sich am Freitagabend ein Derby auf Biegen und Brechen. Weiden hat einen Doppel-Torschützen, bei Selb richten's die Oldies.

Die Selber Wölfe und die Blue Devils Weiden (weiße Trikots) lieferten sich am Freitagabend ein packendes Derby. Am Ende siegten die Oberfranken mit 3:2 nach Verlängerung und sicherten sich damit zwei wichtige Punkte im Kampf um Platz acht.
von Josef Maier Kontakt Profil

Es war das berühmt-berüchtigte Sechs-Punkte-Spiel, bei dem am Ende statt dreier Zähler für die Blue Devils nur ein Pünktchen übrigblieb. Die Weidener verloren am Freitagabend das Eishockey-Derby bei den Selber Wölfen mit 2:3 (1:1, 1:1, 0:0, 0:1) nach Verlängerung. Ian McDonald zog eine Minute vor einem möglichen Penaltyschießen bei den Gästen den Stecker. Die Oberfranken haben jetzt als Achte auf dem letzten Play-off-Platz drei Punkte Vorsprung vor den Weidenern.

Devils-Coach Ken Latta sprach von einem typischen Derby-Fight: "Die ersten 20 Minuten von uns haben mir sehr gefallen, danach war Selb die bessere Mannschaft", sagte er und dankte seinem Goalie Jonas Neffin: "Er hat uns im Spiel gehalten." Richtig erleichtert war der Selber Trainer Anton Hohenberger: "Klar, es ist der erste Sieg unter meiner Regie. Das tut richtig gut." Er lobte vor allem die disziplinierte Spielweise der Seinen. Die Gäste seien nicht oft zu ihrem gefährlichen Überzahlspiel gekommen.

Latta überraschte mit einer ungewöhnlichen Umstellung bei der Aufstellung. Für den erkrankten Jakub Bitomsky stellte er Tomas Knotek in den ersten Sturm. Dessen Platz in der zweiten Reihe nahm Adrian Klein ein. Der junge Mann war zuletzt für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft im Einsatz, und spielt normalerweise Verteidiger. Im Tor stand bei diesem wichtigen Auswärtsspiel der junge Neffin.

Die Umstellungen klappten gut. Die Weidener hielten bei bester Stimmung auf den Rängen von Beginn an voll dagegen. Beide Teams wussten, dass dieses Spiel schon eine kleine Vorentscheidung um Play-off-Platz acht bringen kann. Dementsprechend beherzt gingen sie zu Werke. Nachdem die Selber zunächst den Pfosten getroffen hatten, nutzten die Weidener ihre erste Überzahl. Tomas Knotek schloss nach fünf Minuten überlegt zum 1:0 für die Gäste ab. Die Führung hielt nicht lange. Pavel Pisarik hatte nach sieben Minuten etwas Glück, als der Puck abgefälscht wurde und zum Ausgleich im Devils-Netz landete.

Im zweiten Drittel bewahrte Devils-Goalie Neffin zunächst sein Team mit einer Super-Parade vor dem Rückstand. Den Gegentreffer mussten die Gäste aber doch noch hinnehmen, als Landon Gare, mittlerweile 41 Jahre alt, Neffin überwand (28.). Dem Gäste-Torhüter war wohl etwas die Sicht verdeckt. Danach drehte sich die Partie und Knotek, stärkster Weidener an diesem Abend, fand ein Schlupfloch im Selber Kasten. Mit Präzision zirkelte er aus spitzem Winkel den Puck ins Netz. Der dritte Abschnitt fiel spielerisch etwas ab, das intensive Spiel zuvor hatte enorm Kraft gekostet. Als alle schon mit einem Penaltyschießen rechneten, schlug der in wenigen Wochen 35 Jahre alte McDonald in der Verlängerung doch noch für die Selber zu. Die Oldies hatten die Wölfe gerettet. Am Sonntag (18.30 Uhr) ist der EV Füssen in Weiden zu Gast.

Selber Wölfe - Blue Devils Weiden n. V. 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 1:0)

Selber Wölfe: Deske – Ondruschka, Müller, Kolb, Bär, Böhringer, Kremer, Silbermann – McDonald, Pisarik, Gare, Kabitzky, Schmidt, Zimmermann, Schiener, Hirschberger, Klughardt, Turner

Blue Devils Weiden: Neffin – Hadamczik, Schusser, Noe, Herbst, Schreyer, Bäumler – Heinisch, Rubes, Knotek, Pronath, Klein, Geisberger, Habermann, Kirchberger, Wolf, Maschke, Arlt

Tore: 0:1 (5.) Knotek (Heinisch, Rubes), 1:1 (7.) Pisarik (Ondruschka, Gare), 2:1 (28.) Gare (Müller, Klughardt), 2:2 (31.) Knotek (Rubes, Heinisch), 3:2 (64.) McDonald (Pisarik, Ondruschka) – Schiedsrichter: Ratz – Zuschauer: 1816 – Strafminuten: Selb 6 + 10 für Müller, Weiden 2

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