21.02.2020 - 23:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Zwei Punkte gegen den Spitzenreiter

Die Blue Devils drehen das Match gegen Memmingen nach einem klaren Rückstand und siegen in der "Overtime". Einer der Sündenböcke vom letzten Spiel ist diesmal der gefeierte Held.

Nach fünf Niederlagen gab es am Freitag endlich wieder Grund zum Jubeln für die Blue Devils. Die Weidener besiegten Spitzenreiter ECDC Memmingen mit 5:4 nach Verlängerung. Martin Heinisch (links) glänzte als dreifacher Torschütze.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

So verrückt kann Eishockey sein! Am vergangenen Sonntag verspielten die Blue Devils innerhalb von vier Minuten einen 4:1-Vorsprung und verloren gegen den EV Füssen mit 4:6. Am Freitag lagen die Weidener gegen Spitzenreiter ECDC Memmingen nach der Hälfte des Spiels scheinbar aussichtslos mit 0:3 hinten, kämpften sich zurück und siegten in der Verlängerung mit 5:4 (0:1, 3:2, 1:1, 1:0). Martin Heinisch, fünf Tage zuvor wegen einer Disziplinlosigkeit kritisiert, war diesmal mit drei Toren und einer Vorlage der Matchwinner.

"In dieser Saison haben wir in der Verlängerung meist verloren. Heute hat sich das um 180 Grad gedreht", sagte Ken Latta. Der Devils-Coach freute sich über die zwei Punkte, vor allem aber darüber, dass "meine Mannschaft nach dem 0:3 nicht aufgegeben hat". Gästetrainer Sergej Waßmiller meinte nach der fünften Niederlage in Folge: "Wir haben nur 40 Minuten Eishockey gespielt, das ist zu wenig. Deshalb hat Weiden verdient gewonnen."

Im ersten Drittel kontrollierte der Spitzenreiter das Geschehen und lag durch das Tor von Samir Kharboutli (15. Minute) verdient in Front. Der Weidener Goalie Daniel Filimonow, der später zum Rückhalt wurde, sah bei dem Treffer nicht gut aus. Als Memmingen nach Wiederbeginn durch Topscorer Brad Snetsinger (21.) und Jannik Herm (23.) schnell auf 3:0 erhöhte, schien die Partie gelaufen zu sein.

"Meine Spieler hatten wohl im Kopf schon gewonnen. Die Folge war ein regelrechter Blackout mit Disziplinlosigkeiten", sagte Gästecoach Waßmiller angesichts von drei Strafzeiten innerhalb kürzester Zeit. "Die Memminger haben uns mit Undiszipliniertheiten das Leben zurückgegeben", beschrieb Latta die Phase, in der die Wende eingeläutet wurde. Die Blue Devils spielten lange in doppelter Überzahl. Es war mehr möglich als das Anschlusstor durch Martin Heinisch (32.). Die Allgäuer begannen aber jetzt mehr und mehr zu wackeln und kurz vor Drittelende glichen Heinisch (38.) und Michael Kirchberger (39.) innerhalb von 24 Sekunden zum 3:3 aus.

Im Schlussabschnitt brachte Adam Schusser (45.) die Gastgeber sogar in Führung. Diese hielt bis zur 57. Minute, dann schaffte Jannik Herm den Ausgleich für den Spitzenreiter. "Bei dem Tor stand der Memminger im Torraum und hat den Torwart behindert. Leider hat es der Schiedsrichter nicht gesehen", ärgerte sich Ken Latta. Damit ging es in die Verlängerung, in der Martin Heinisch für den Zusatzpunkt sorgte (63.).

Am Sonntag in Regensburg

Durch den Sieg sind die Blue Devils mit jetzt 56 Punkten bis auf zwei Zähler an den Achten Selber Wölfe (58) herangerückt, Lindau (54) liegt auf Rang zehn. Beide Konkurrenten gingen am Freitag leer aus. "Wir versuchen, weiter an die Tür zu den Play-offs zu klopfen", sagte Latta. Dafür muss aber auch am Sonntag (18 Uhr) im Oberpfalzderby beim EV Regensburg gepunktet werden. In Selb steigt das Duell gegen Lindau.

Blue Devils Weiden - ECDC Memmingen n.V. 5:4 (0:1, 3:2, 1:1, 1:0)

Tore: 0:1 (15.) Kharboutli (Herm, Beck), 0:2 (21.) Snetsinger, 0:3 (23.) Herm (Snetsinger), 1:3 (32.) Heinisch (Knotek, Noe), 2:3 (38.) Heinisch (Rubes, Schreyer), 3:3 (39.) Kirchberger (Habermann, Schusser), 4:3 (45.) Schusser (Rubes, Heinisch), 4:4 (57.) Herm (Snetsinger, Voit), 5:4 (63.) Heinisch (Rubes, Herbst) – Schiedsrichter: Becker – Zuschauer: 706 – Strafminuten: Weiden 6, Memmingen 6

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