23.10.2019 - 15:59 Uhr
Sport

Die Weidener Wasserballer sind ausgeschlafene Jungs

Bundesliga-Wasserball hat in Weiden Tradition. Die Jungs nehmen weiterhin ungewöhnliche Sachen auf sich, damit das auch so bleibt. Am Samstag gibt's das erste Heimspiel.

SV-Trainer Thomas Aigner gibt in einer Spielpause seinen Jungs Tipps. Am Samstag erwarten die Weidener zum ersten Heimspiel in der Bundesliga (Gruppe B) den Duisburger SV.
von Josef Maier Kontakt Profil

Sie ziehen das eisern durch: "Wir trainieren weiterhin jeden Mittwoch, um sechs Uhr morgen." Und wenn am Wochenende kein Spiel ansteht? "Dann sind wir auch am Samstag um sieben Uhr morgens im Becken." Samstag? Sieben Uhr? Der Wasserballtrainer des SV Weiden hat da ausgeschlafene Jungs um sich: "So elf, zwölf Leute sind schon immer da", freut er sich über guten Trainingsbesuch in aller Herrgottsfrüh. Dafür hat er ein kräftiges Lob übrig: "Das ist ja keine Zeit, bei der man junge Leute normalerweise ins Training bekommt."

Samstag gegen Duisburg

Aber all die Übungseinheiten machen sich bezahlt. Zwar wurde die erste Bundesligapartie der Gruppe B vor knapp zwei Wochen bei Bayer Uerdingen verloren, aber vor der ersten Partie zu Hause am Samstag (18 Uhr Thermenwelt) gegen den Duisburger SV stellt er fest: "Die Jungs sind topfit."

Erst im September haben die Weidener dieses Mal erst mit dem Training begonnen. Aigner weiß selbst aus seiner aktiven Zeit, wie zermürbend das Grundlagentraining sein kann. Er wollte etwas Neues probieren. Er zog Peter Dehling hinzu. Der Arzt aus Weiden, der schon Olympia-Teilnehmer Philipp Wolf trainiert hat, ließ sich auch für die Wasserballer einiges einfallen. "Peter setzte da neue Reize, brachte neue Ideen mit", berichtet Aigner über die Zusammenarbeit.

Im ersten Ligaspiel konnten die Weidener ihre Fitness zwar noch nicht ausspielen, aber Aigner hofft trotzdem auf eine bessere Spielzeit als zuletzt. Da wurde erst durch den Rückzug anderer Mannschaften der Klassenerhalt endgültig gesichert. "Ich hoffe, es wird nicht wieder eine Zittersaison."

Es gibt einige Dinge, die den 34-Jährigen optimistisch machen: Neben der Fitness auch sein erfahrenes Grundgerüst im Team. Um die Troika Thomas Kick, Andreas Jahn und Sean Ryder können sich die teils blutjungen Spieler prima entwickeln. Ryder fehlte im ersten Spiel noch, zuletzt im Pokal, beim klaren Sieg in Solingen, war er wieder im Wasser, und schon lief die Maschinerie. "Wenn Sean dabei ist, zieht er die Gegner auf sich, seine Mitspieler haben mehr Platz." Der Respekt der Gegner vor dem Briten im Team der Oberpfälzer ist groß.

Thomas Kick sorgt in der Defensive für Stabilität. Aber auch die jungen Spieler haben einen Schritt nach vorne gemacht. Die Reichert-Zwillinge gehören fast schon zur Stammformation. Andreas Widiker, gerade einmal 16 Jahre alt, spielt auch schon frech bei den Großen mit. Niko Neumann glänzte zuletzt im Pokal als siebenfacher Torschütze und Jakob Ströll ist ohnehin ein Torgarant. "Ich glaube, wenn die Mannschaft noch ein, zwei Jahre so zusammenbleibt, kann sich hier viel entwickeln", sagt Aigner. Denn auch die Konstanz in der Mannschaft ist ein Plus: Vor der Saison gab es weder Zu- noch Abgänge. Während sich die Konkurrenz reichlich mit ausländischen Spielern eindeckte, bleiben die Weidener bescheiden. Sie sind schon froh, wenn sie genügend Trainingszeiten in der Thermenwelt bekommen, was wegen des derzeitigen Wegfalls des Realschulbades gar nicht so einfach ist.

Training am Sonntagabend

Aber die Wasserball-Jungs sind ja total flexibel, trainieren zu Zeiten, an denen keine andere Mannschaft trainieren würde. Am Sonntagabend sucht die halbe Nation im Tatort vorm Fernseher den Mörder. Die Weidener Wasserballer suchen zur gleichen Zeit in der Thermenwelt den Weg zum Tor.

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