04.10.2018 - 17:54 Uhr
WeiherhammerSport

Kurios: Schiedsrichter zeigt zweimal Gelb

Wegen Regelverstoß: Das Kreissportgericht hat entschieden, dass ein Kreisklassenspiel neu angesetzt wird. Der Schiedsrichter hatte einem Spieler zweimal die gelbe Karte gezeigt - doch die Rote blieb aus.

Gelb, nochmals Gelb, Platzverweis – das ist die richtige Reihung im Strafenkatalog für verwarnte Fußballer. In einem Kreisklassenspiel lief das Ganze aber ein bisschen anders.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Im Fußball gibt es eine eindeutige Farbenlehre: Zweimal Gelb ist gleich Gelb-Rot. Oder anders ausgedrückt: Eine zweite Verwarnung im selben Spiel zieht automatisch die Ampelkarte nach sich. In einem Punktspiel der Kreisklasse West im Fußballkreis Amberg/Weiden ist diese Gesetzmäßigkeit allerdings aus den Fugen geraten. Was Grund genug war, dass sich nun das Kreissportgericht mit dem Fall beschäftigen musste.

Es war am 16. September in der Partie zwischen der TSG Weiherhammer und dem TSV Kirchendemenreuth, als der Schiedsrichter in der 24. Minute die Gelbe Karte zückte. Und zwar gegen die Nummer 8 der Heimelf. Allerdings notierte der Unparteiische, abgelenkt von einem fragenden Spieler, eine falsche Trikotnummer auf seinem Spielzettel. Das Missgeschick wäre vermutlich nicht aufgeflogen, wenn nicht in der 41. Minute erneut die "8" für eine Verwarnung fällig gewesen wäre.

Zwar sah der Referee pflichtgemäß auf seinem Notizzettel nach. Da hier aber kein Eintrag bezüglich des Sünders stand, entkam der Übeltäter seiner gerechten Strafe. Die Verantwortlichen auf der TSG-Bank reagierten natürlich prompt und wechselten den eigentlichen Doppel-Gelb-Sünder beim Stand von 0:0 sofort aus.

Das (menschliche) Versagen des Schiris wäre wohl gar nicht vor dem Kadi gelandet, wäre nicht am Ende der TSV Kirchendemenreuth mit 0:2 als Verlierer vom Platz gegangen. So aber legte der Gastverein wegen eines Regelverstoßes des Schiedsrichters Einspruch gegen die Spielwertung ein. Und dieser Beschwerde gab das Kreissportgericht nun statt und entschied auf Neuansetzung.

In seinem Urteil vom 1. Oktober bezieht sich das Gericht auf eine Entscheidung des Berufungssenats der Uefa. Demnach muss ein bereits mit Gelb verwarnter Spieler bei einer weiteren Verwarnung zwingend mit Gelb-Rot vom Platz gestellt werden. Der Schiedsrichter habe weder einen Bewertungs- noch einen Ermessensspielraum. Da laut Sportgericht "zwei etwa gleichstarke Mannschaften gegeneinander spielten, was der Spielstand von 0:0 bis zum Regelverstoß und der aktuelle Punktestand von 9 beziehungsweise 7 Punkten bis zu diesem Spiel belegen", kommt das Gremium zu einer eindeutigen Schlussfolgerung: Der Regelverstoß habe "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen spielentscheidenden Charakter" gehabt, "so dass es galt, das Spiel neu anzusetzen."

Ursprünglich hätte die Neuauflage bereits am Mittwoch, 3. Oktober, über die Bühne gehen sollen. Da aber die Einspruchsfrist nicht gewahrt war, wurde das Spiel kurzfristig wieder abgesetzt. Wie TSG-Spielertrainer Klaus Herrmann ankündigte, werde die TSG Weiherhammer das Urteil nicht akzeptieren und Berufung einlegen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.