Erst Verlängerung bei hochsommerlichen Temperaturen, dann die Entscheidung vom Punkt – der 6:2-Sieg nach Elfmeterschießen am Samstag gegen den SV Hahnbach hat dem SV Etzenricht Körner und Nerven gekostet. Körper und Geist wieder auf Vordermann zu bringen, war deshalb in den vergangenen Tagen das Gebot der Stunde. "Wir haben uns am Montagvormittag zu einem leichten Auslaufen getroffen. Mehr haben wir nicht gemacht", berichtet Spielertrainer Andreas Wendl. Wer's nötig hatte, durfte sich auch auf die Massagebank legen – zwecks der schnelleren Regeneration.
Und die ist wichtig, denn bereits am Mittwoch, 27. Mai, um 18.30 Uhr steht das Hinspiel der 2. Runde zur Landesliga-Relegation auf dem Terminplan. Zunächst muss der SVE auswärts beim SV Wenzenbach antreten. Das Rückspiel steigt dann am Samstag, 30. Mai, um 16 Uhr in Etzenricht.
90 Tore in 30 Spielen
Natürlich haben sich die Blau-Schwarzen informiert, was in den beiden Spielen auf sie zukommen könnte. Dabei ist eines klar: Auf die Etzenrichter Defensive wartet aller Wahrscheinlichkeit nach Schwerstarbeit. "Die Offensive ist das Punkstück von Wenzenbach. Darauf müssen wir uns einstellen", sagt Wendl. In der Tat hat der Vizemeister der Bezirksliga Süd im Saisonverlauf weggeballert, was ihm im Weg stand. 90 Tore in 30 Punktspielen sind eine herausragende Quote. Auch in den Relegationsspielen gegen den SV Alesheim (4:3, 3:1) war auf die Angriffspower Verlass.
Natürlich hat auf Etzenrichter Seite die Absicherung des eigenen Tores zunächst mal Vorrang. Allerdings will man sich nicht nur hinten reinstellen und darauf hoffen, dass der Gegner sich am Abwehr-Bollwerk die Zähne ausbeißt. "Wir wollen Mut zeigen und anders auftreten als in der ersten Halbzeit in Hahnbach", betont Wendl. Im Hinspiel der ersten Runde hatte der Landesliga-15. viel zu gehemmt und zögerlich agiert. Ein Fehler, der sich nicht wiederholen soll. "Wir müssen schauen, dass wir auch das eine oder andere Tor machen", fordert der Coach, der aber auch weiß, dass die Wenzenbacher Offensivstärke wohl nicht über 90 Minuten im Zaum gehalten werden kann: "Wenn's drauf ankommt, brauchen wir wieder Dominik." Damit gemeint ist SVE-Keeper Dominik Pautsch, der bereits im Rückspiel gegen Hahnbach die Etzenrichter Lebensversicherung war.
Dass der SV Wenzenbach auf den größten Erfolg der Vereinsgeschichte hofft, ist kein Geheimnis. Nach drei Jahren in der Bezirksliga will der Verein aus der 8700 Einwohner großen Gemeinde im Nordosten von Regensburg nach den Sternen greifen. "Der Aufstieg in die Landesliga wäre ein Riesenerfolg", sagt Vorsitzender Matthias Beier.
Brandl-Rücktritt weggesteckt
Dabei hatte just zum Saisonende eine personelle Hiobsbotschaft die Vorbereitung auf die Relegation gestört. Trainer Günter Brandl hatte schriftlich seinen sofortigen Rücktritt mitgeteilt, was die Mannschaft aber offensichtlich weggesteckt hat. Als Interimslösung hat Maik Holzreiter zusammen mit den Innenverteidigern Dennis Pyka und Andreas Pegoretti das Coaching übernommen. "Die Spieler sind nach dem Rücktritt von Günter Brandl noch enger zusammengerückt", berichtet Beier, der sich über den kommenden Gegner respektvoll äußert: "Der SV Etzenricht ist eine kompakte Mannschaft mit viel Willenskraft."
Aufpassen muss der SVE vor allem auf Alexander Freitag sowie Stephan und Nico Sturm. Ersterer erzielte im Saisonverlauf 20 Treffer und holte sich damit die Torjägerkrone der Bezirksliga Süd. Die beiden anderen Genannten zeichneten für fünf der sieben Tore gegen den SV Alesheim verantwortlich. Wegen Knieproblemen nicht dabei ist der zweitbeste Wenzenbacher Angreifer Benjamin Berger (19 Tore), der in der kommenden Saison zum Landesligisten SV Schwandorf-Ettmannsdorf wechselt.
Ob auf Etzenrichter Seite wieder die Startelf vom Samstag von Beginn an aufläuft, muss sich zeigen. Kapitän Andreas Koppmann plagen die altbekannten Hüft- und Rückenschmerzen, Wendl selbst zwickt's in der Hüfte.























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