26.06.2020 - 15:03 Uhr
Wernberg-KöblitzSport

Elf Fragen an Christian Luff (TSV Detag Wernberg)

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Der Mittelfeldspieler erklärt in unserer Rubrik, warum er bei Pep Guardiolas erstem Spiel als Bayern-Trainer auf dem Platz stand, welche alte Leidenschaft er in der Corona-Pause wiederentdeckte und warum er gerne barfuß spielen würde.

Fußball und Reisen sind zwei große Leidenschaften von Christian Luff (Mitte). Manchmal lässt sich beides verbinden – wie hier am Strand in Sansibar, wo er sich mit seinen Mitspielern zum Mannschaftsfoto aufstellte.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Luff und der TSV Detag Wernberg, das gehört zusammen wie Fuß und Ball, oder Elf und Meter. Fünf Luffs spielen derzeit bei den Lila-Weißen, drei weitere Familienmitglieder sind im Vorstand. Christian Luff kennt beide Seiten, er ist Spieler in der Bezirksligamannschaft und in Personalunion auch Abteilungsleiter. Nach Wechseln in der Jugend zum 1. FC Schwarzenfeld (D-Junioren) und SSV Jahn Regensburg, mit dem er in die A-Junioren-Bundesliga aufstieg, kehrte der zentrale Mittelfeldspieler ebenso zu seinem TSV Detag zurück wie nach einem eineinhalbjährigen Ausflug zum Landesligisten SV Etzenricht (2012), der wegen einer schweren Schulterverletzung endete.

In der langen Pause nach der OP machte Christian Luff seinen Trainerschein, war zwei Jahre Trainer am DFB-Stützpunkt in Schwarzenfeld und betreute dann auch den TSV Detag Wernberg, den er auf Anhieb in die Bezirksliga führte. Dort kehrte er zurück auf den Platz, war zwei Jahre Spielertrainer, ehe er 2018 das Traineramt abgab und seitdem spielender Abteilungsleiter ist. Der 30-Jährige arbeitet in Nürnberg als Realschullehrer für Geografie und Wirtschaft und lebt mit seiner Freundin in Erlangen.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gehen Sie Ihrer Freundin schon auf die Nerven?

Christian Luff: Eigentlich beruht es auf Gegenseitigkeit, denn meine Freundin Theresa Desing von der HSG Nabburg/Schwarzenfeld ist als Handballerin genauso hart betroffen wie ich.

ONETZ: 2. Spaziergänge statt Pässe in den Strafraum: Hat das Wochenende ohne Fußball schon eine neue Struktur?

Christian Luff: Ich habe tatsächlich eine alte Leidenschaft wieder aufleben lassen: Ich habe viel Zeit an den Wochenenden in der Natur beim Angeln verbracht. Meistens an der Naab. Den Angelschein habe ich schon mit 14 Jahren gemacht, ich bin beim Wernberger Angelverein, kam die letzten Jahren aber nicht mehr dazu. Auch wegen Fußball. Ich bin zwar kein Profiangler, aber hin und wieder fange ich schon was. Eigentlich steht das Abschalten in der Natur im Vordergrund.

ONETZ: 3. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Christian Luff: Nach dem Aufwärmen gehe ich immer als einer ersten in die Kabine. Aber nicht aus Aberglaube, sondern weil ich Hektik kurz vor dem Spiel hasse und ich mich in Ruhe umziehen will. Die zwei, drei Minuten, bevor es dann raus geht zum Spiel, bin wie in Trance und auch nicht mehr ansprechbar.

ONETZ: 4. Welche Fußballregel ist überflüssig, welche fehlt?

Christian Luff: Ich finde es nicht okay, dass man nicht barfuß spielen darf. (lacht) Ich laufe auch zu Hause gerne barfuß rum, sobald es die Temperaturen zulassen. Welche fehlt? Was mir gerade in den Amateurspielen tierisch auf die Nerven geht, ist die Jammerei mancher Spieler, die damit den Schiri beeinflussen wollen. Da wäre ich für eine härtere Bestrafung. Leider fallen die Schiedsrichter zu oft darauf rein.

ONETZ: 5. Haben Sie einen Spitznamen? Warum gerade diesen?

Christian Luff: Es gibt einen, der allerdings nur beim Fußball verwendet wird: Girgl. Mein Opa war der Georg, auf bayerisch eben Girgl. Deshalb war schon mein Vater der Girgl, obwohl er Jürgen heißt. Und jetzt bin ich der Girgl, ich habe den Namen quasi geerbt.

ONETZ: 6. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Christian Luff: Da gibt es viele, Aufstiegsspiele oder Derbysiege. Aber es gibt doch eines, das einzigartig ist und so viele andere nicht erleben durften: Das war 2013 das Traumspiel mit dem Bayernfanclub Wildenau gegen Bayern München in Weiden vor 11000 Zuschauern. Da geht nichts drüber. Es war Pep Guardiolas Premiere. Das Ergebnis war ein 15:1 für Bayern. Aber: Als ich ausgewechselt wurde kurz vor der Halbzeit, stand es erst 3:0. (lacht)

ONETZ: 7. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Christian Luff: "Hau den Ball weg!" Vor allem, wenn die eigenen Zuschauer das schreien. Ich bin immer so der Verfechter des Ballbesitz-Fußballs und möchte Situationen spielerisch lösen. Gerade junge Spieler werden durch solche Rufe schon stark beeinflusst, weil sie in Panik verfallen und Angst haben, etwas falsch zu machen.

ONETZ: 8. Mit welchem Vergehen haben Sie die Mannschaftskasse bereichert?

Christian Luff: Nach meiner einzigen Rote Karriere meiner Karriere habe ich 50 Euro einzahlen dürfen. Das war letzte Saison gegen den FC Amberg wegen einer Notbremse. Da wir mit den Strafen unsere Abschlussfahrt finanzieren, hatte ich aber auch etwas davon...

ONETZ: 9. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Christian Luff: Am allerliebsten fahre ich in Wernberg einen Kilometer über die Naab und bin beim FC Wernberg. Derbykulisse ist einfach das Geilste. Viele Zuschauer machen einfach extra Spaß. Dagegen gibt es einen Verein, gegen den ist es immer recht unangenehm zu spielen, wegen der Spielweise und der körperlichen Präsenz: das ist der SV Kulmain. Auch weil es die mit Abstand weiteste Fahrt ist...

ONETZ: 10. Ihre Rückennummer ist die 10. Warum?

Christian Luff: Da gibt es eine einfache Begründung: Die 10 hat meistens der beste Fußballer in der Mannschaft. (lacht). Nein! Weil Diego Maradonna mein großes Vorbild ist. Er war der Zehner schlechthin, er hat einen magischen Fußball gespielt.

ONETZ: 11. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Christian Luff: ... der Versuch, irgendwie aufzufallen, weil man es fußballerisch nicht schafft. Deshalb hätte ein Diego Maradonna niemals mit gelben Schuhen gespielt. (lacht) Ich bin generell der klassische Schwarzträger, aber ich habe nichts gegen Spieler, die denken, sie müssen wie ein bunter Vogel durch die Gegend laufen.

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