20.09.2020 - 22:13 Uhr
Wernberg-KöblitzSport

So lief der Re-Start: Beim FC Wernberg nur am Grill kleinere Probleme

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Bestes Fußballwetter. Der FC Wernberg empfängt Raigering. Das erste Pflichtspiel nach der Coronapause. Die Szenerie ist gewöhnungsbedürftig. Aber alle halten sich an die Regeln, nicht nur die Spieler. Nur eines hätte besser laufen können.

Silke Ibler (links) zählt nach: Bei 200 Zuschauern war beim FC Wernberg Schluss.
von Josef Maier Kontakt Profil

(mr) "Gibt's heute keine Bratwürst?" Verzweifelt blickt der Fußballfan auf den kalten Grill. "Doch, doch, der schürt schon noch an", sagt Markus Weber. "Gegrillt werden darf", ergänzt der Fußball-Abteilungsleiter des FC Wernberg. "Wir können nur keine Tische und Bänke aufstellen." Rund um den Grill und den Grillmeister ist ein rot-weißes Trassierband gezogen.

Maskentragen bis zum Platz

Fußball in Coronazeiten zeigt sich auch in kleinen Nebensächlichkeiten, wie hier beim FC Wernberg, der an diesem Sonntag den SV Raigering in der Bezirksliga Nord empfängt. Vorne am Eingangsbereich tragen alle vorbildlich Masken. Der ein oder andere Scherz wird darüber gemacht. "Die Masken müssen sie tragen, bis sie an ihrem Platz sind", erklärt Weber. Wo die Fans später stehen, ist frei wählbar.

Geduldig füllen die Zuschauer einen Zettel mit ihren Kontaktdaten aus. Markus Prechtl desinfiziert sofort die Stifte. "Bitte keine Ansammlungen im Eingangsbereich auf", ruft einer aus der Ordnerriege, aber nicht im Befehlston. Silke Ibler hat ein Zählgerät in der Hand. "Bisher sind es 79 Zuschauer", meldet sie kurz vor halb drei.

Werner Schwarz hat mittlerweile den Bunsenbrenner aktiviert und den Grill angeworfen. Das Geschäft läuft allerdings nicht so gut an. "Nicht wegen Corona", mutmaßt er. "Die Leute grillen bei dem Wetter einfach oft zu Hause, da haben sie hier keinen Hunger mehr auf Gegrilltes."

Auf der anderen Seite der Bude, Richtung Platz, hat Horst Baumann die Szenerie im Blick. "Die Umsetzung des Hygienekonzepts hat uns schon einiges an Zeit gekostet", sagt der 2. Vorstand des FC, der den Verein derzeit kommissarisch führt. Bei normalen Spielen sind so 15 Leute im Einsatz, um einen geregelten Ablauf rund um das Spiel zu ermöglichen. Jetzt in Coronazeiten sind es zehn Leute mehr. Auch im Sportheim haben sie alles für die Spieler hergerichtet. "Zwei von vier Duschen dürfen genutzt werden", sagt Baumann. Enorm geholfen habe auch dem FC, dass jetzt keine Trennwände mehr in die Duschen gezogen werden müssen. Baumann ist erleichtert: "Das ist ja auch ein finanzieller Aspekt."

Vorbildliche Raigeringer

Draußen schaut er, wie das, was er und seine Helfer in der Theorie durchgespielt haben, in der Praxis funktioniert. "Das Wichtigste wird sein, die Zuschauer im Griff zu behalten", sagt er. Damit die Abstände und Regeln eingehalten werden, sind auch Stefan Holzgartner und Helmut Unger da. Mit ihren gelben Ordnerwesten schauen sie immer wieder durch die Reihen, weisen die ein oder andere Gruppe darauf hin, den Abstand zu halten. Alles in einem freundlichen Ton. "Ich denke, das mit dem Abstand hat sich doch schon eingespielt", sagt Christian Wolfram. "Das kennen die Leute auch schon aus dem gesellschaftlichen Leben." Der Bezirksspielleiter aus Weiden ist auch da. "Ich denke schon, dass die Vereine die Konzepte gut umsetzen", meinte er nach einem ersten Rundumblick. Aber klar sei auch: "Die Masken auf dem Fußballplatz sind natürlich gewöhnungsbedürftig." Einige nehmen es sogar ganz genau, um ja nichts falsch zu machen: Die Raigeringer Kicker setzen nach dem Warmmachen auf dem Weg vom Platz in die Kabine ihren Gesichtsschutz auf, obwohl die das gar nicht müssten.

Einige müssen ins Sportheim

Wolfram hofft jetzt nur, dass von seiten der Politik bald 400 Zuschauer, und nicht wie jetzt 200 zugelassen werden. Diese Grenze wird am Sonntag in Wernberg noch erreicht. "Einige haben wir abweisen müssen", sagt die fleißige Zählerin Silke Ibler. Die Leute mussten einen anderen Eingang nutzen und ins Sportheim ausweichen. Dort gilt die Gaststättenverordnung und deswegen gelten dort auch andere Regeln. Von der Terrasse aus konnten die Abgewiesenen das Spiel doch noch sehen. Der Zugang vom Sportheim Richtung Sportplatz war aber strikt getrennt.

Auch die Fans auf der Terrasse sahen mit dem 4:3-Sieg einen erfolgreichen Re-Start des FC. Zur Pause führte die Elf von Christian Most mit 2:1, am Ende musste sie noch etwas zittern. Auch neben dem Platz war beim ersten Corona-Pflichtspiel alles in Ordnung: "Natürlich war es ein bisschen mehr Aufwand", sagt Abteilungsleiter Weber. "Aber dafür haben wir mal wieder ein paar Euro verdient."

Nur für Werner Schwarz hätte es an diesem Tag am Grill etwas besser laufen können.

Maskengespräch: FC-Abteilungsleiter Markus Weber (links) und Bezirksspielleiter Christian Wolfram.
Werner Schwarz wirft den Grill an. Bei ihm lief es am Sonntag nicht so gut, im Gegensatz zur Wernberger Mannschaft. Das wenige Geschäft bringt er aber nicht mit Corona in Verbindung.
Horst Baumann, kommissarischer Vorsitzender des FC, leitet den Ordnungsdienst.
Markus Prechtl desinfiziert sofort die Stifte, mit denen die Fans ihre Angaben machen.

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