13.05.2019 - 17:04 Uhr
Wernberg-KöblitzSport

Der Wernberg-Absturz: "Paulsdorf war der Knackpunkt"

Der Weg zum Titel in der Bezirksliga Nord schien vorgezeichnet. Wer sollte diesen FC Wernberg noch aufhalten? Er selbst. In den vergangenen Wochen gab es fast nur noch Niederlagen.

Wernbergs Spielertrainer Christian Most (links) setzt sich hier gegen Manuel Löffelmann vom FC OVI-Teunz durch. Der FC Wernberg hat auf der Zielgeraden Meisterschaft und Relegation noch verspielt. Dennoch verweist Most auch auf positive Dinge.
von Josef Maier Kontakt Profil

Frohe Ostern waren eigentlich garantiert. Jetzt noch ein Sieg im Nachhol- und Spitzenspiel gegen den Verfolger SV Grafenwöhr und der FC Wernberg wäre wohl in Sachen Bezirksliga-Meisterschaft nicht mehr aufzuhalten gewesen. "Die Grafenwöhrer haben aber bei uns absolut verdient gewonnen", erinnert sich Trainer Christian Most noch einmal an diesen 17. April und das 1:3.

Viele meinten, diese Niederlage hätte der Wernberger Mannschaft den Knacks gegeben, von dem sie sich nicht mehr erholt hat. Seitdem haben die Grün-Schwarzen fünf ihrer letzten sechs Spiele verloren. Es klappt nicht mehr viel. "Grafenwöhr war nicht der Knackpunkt", sagt Most aber. "Knackpunkt war das Spiel in Paulsdorf." Die Truppe aus der Ortschaft östlich von Amberg ist ohnehin unangenehm zu bespielen. Dennoch wollten die Wernberger am Karsamstag, nur drei Tage nach dem Grafenwöhr-Spiel, dort gleich wieder in die Erfolgsspur kommen. Doch dann geriet der FC früh in Rückstand, verschoss einen Elfmeter und vergab jede Menge Chancen. Am Ende stand es 0:2.

"Ab dann wurde das Ganze auch eine Kopfsache", erklärt Most. Die Spieler seien unruhig geworden. Mit so einer Situation konnten sie nicht umgehen. "Die Mannschaft war es dann auch nicht mehr gewohnt, Woche für Woche Favorit zu sein." Grafenwöhr hatte den FC bald überholt, jetzt zog auch noch der SV Hahnbach endgültig vorbei und sicherte sich den Relegationsplatz. Die Hahnbacher, die in der vergangenen Spielzeit noch auf den Aufstieg verzichtet hatten, würden auf jeden Fall die Aufstiegsspiele mitmachen, weiß Most.

Binnen vier Wochen hat der FC Wernberg vieles, was er sich über Monate zuvor aufgebaut hatte, verspielt. "Ich wäre kein Sportler, wenn ich sagen würde, das macht mir nichts aus", gibt Most ganz ehrlich zu. Natürlich sei die Enttäuschung da. Auch für Most selber, der trotz seiner erst 35 Jahre schon länger im Trainergeschäft ist, ist es eine neue Erfahrung. "Auch ich muss daraus lernen."

Das Spiel am Sonntag, das 0:2 gegen den SV Kulmain, war das Spiegelbild der letzten Wochen. "Hinten machen wir jetzt einfache Fehler", sagt Most. Anders als in der Vorrunde, als die Defensive sehr gut stand. Und vorne geht kaum noch was rein.

Was bleibt, sind meist die letzten Eindrücke. Most betont aber, dass sein Team insgesamt eine ganz starke Saison spiele. "Wir werden schlechtestenfalls Vierter. Wenn mir das einer vor der Saison angeboten hätte, hätte ich den Platz sofort genommen." Vor dem letzten Spiel in Schirmitz liegt der FC mit 59 Punkten zwei Zähler vor dem Lokalrivalen TSV Detag Wernberg auf Platz drei. Zudem könne man in Schirmitz schon mit einem Punkt die 60-Punkte-Marke knacken. "Das wären 20 Zähler mehr als vergangene Spielzeit."

Vielleicht ist es aber auch ganz gut, wie es gekommen ist, denn auch Most weiß, was ein Aufstieg bedeutet hätte: "Die Landesliga wäre ganz schwierig geworden." Und dabei denkt er jetzt nicht einmal nur an seinen Ex-Klub SpVgg Pfreimd, der dort abgeschlagen Vorletzter ist.. "Das wäre auch zu früh gekommen."

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