Der eine ist wieder da, der andere ist im Kommen - und beide sind für ihre Clubs und deren Fans längst Hoffnungsträger. Auch für Jürgen Klopp?
Niclas Füllkrug spielt nach drei Jahren wieder für seine alte Liebe Werder Bremen - und nur vier Tage nach seiner Rückkehr traf der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga gleich im DFB-Pokal gegen den Lüneburger SK Hansa (3:0). Dzenan Pejcinovic schoss in seinem ersten Pflichtspiel für den VfB Stuttgart sogar drei Tore beim 4:0 in Rostock.
Beide sind Stürmer aus zwei Fußball-Generationen - und sie vereint der Wunsch nach dem DFB-Trikot. Können sie irgendwann Kandidaten für den neuen Bundestrainer werden? Vielleicht schon im September, wenn Klopp seinen ersten Kader nominiert?
Der 33-jährige Füllkrug - zuletzt von West Ham an die AC Mailand ausgeliehen - will in der alten Heimat seiner Karriere wieder Schwung verleihen. 24 Mal spielte er in der A-Nationalmannschaft, zuletzt im Juni 2025. Er stellt den klassischen Mittelstürmer dar. Jemand, der zuletzt im DFB-Kader bei der verkorksten WM fehlte.
Erfolgreiche Pflichtspiel-Premieren
Für den propagierten Neuaufbau der Nationalmannschaft steht Füllkrug aber schon wegen seines Alters nicht mehr. Das ist bei dem 21-jährigen Pejcinovic anders. Sein 25-Millionen-Euro-Wechsel vom Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg zum Champions-League-Club Stuttgart soll der Schritt auf das nächste Level sein - auch mit Blick auf die Nationalmannschaft.
„Das war ein Traumeinstand für den Jungen“, sagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß. „Wir haben um ihn gekämpft. Es war sehr früh für ihn klar und auch für uns, dass wir das machen wollen. Der Junge macht Spaß!“
Stuttgarts Verantwortliche von Pejcinovic überzeugt
Nicht nur Hoeneß sieht in dem U21-Nationalspieler einen Kandidaten für den Neuaufbau der deutschen Nationalmannschaft. „Er wird sich entwickeln. Er wird sich weiter in der Bundesliga stabilisieren. Und dann kann der Weg sicherlich irgendwann dahin führen“, sagte auch Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.
Pejcinovic ist jung (21), wuchtig (1,88 Meter) und abschlussstark. Einen anderen Stürmer dieser Qualität gibt es in Deutschland in diesem Alter aktuell nicht. Beim Bundesliga-Auftakt an diesem Freitag beim deutschen Meister FC Bayern kann er in München gleich live im Stadion dem Bundestrainer vorspielen. Jürgen Klopp wird auch da sein. „Man zahlt das Vertrauen als Stürmer am besten mit Toren zurück: Das ist mir heute ganz gut gelungen!“, meinte der Angreifer nach seinen drei Toren am Freitag in Rostock.
Füllkrug hat Werder-Fans vermisst
Ganz so spektakulär wie Pejcinovic' Premiere fiel die Rückkehr von Füllkrug im Werder-Trikot nicht aus. Erst am Dienstag war er als Leihgabe von Premier-League-Absteiger West Ham United an der Weser eingetroffen. Dass er sehnlichst von den Fans erwartet worden war, bekam er schon vor dem Spiel in der Heimstätte des FC St. Pauli im Hamburger Millerntor-Stadion zu spüren. „Das war mir gar nicht so bewusst, dass ich das so vermisst habe. Aber als ich vor dem Warmmachen 'rausgegangen bin auf den Platz, da war schon das ein oder andere Mal Gänsehaut wieder dabei“, sagte Füllkrug. „Es war schwer, mich zu kontrollieren in dem Moment.“
Für die Mannschaft kann er eine bedeutende Rolle spielen. Das wurde selbst gegen den Oberligisten aus Niedersachsen deutlich. Allein seine Präsenz wirkt. Füllkrug ist fit, sehr beweglich und agil. Wie selbstbewusst er ist, zeigte er beim Foulelfmeter.
Dass die Laufwege nicht immer stimmten, war der kurzen gemeinsamen Vorbereitung geschuldet. „Schlecht gespielt, Tor gemacht. Das ist eigentlich gut für einen Stürmer“, beschrieb Füllkrug bei Sky seinen 60-Minuten-Auftritt.
Thioune möchte Füllkrug wieder an die Nationalmannschaft führen
Sein Trainer Daniel Thioune hatte schon in den Tagen vor dem Spiel gegen die Lüneburger deutlich gemacht, was er mit Füllkrug vorhat. „Meine Idee ist es schon, den Spieler bestmöglich wieder in die Verfassung zu bringen, dass er in der Zukunft vielleicht auch für andere Personen wieder interessant sein kann“, sagte Thioune.
„Ich finde es cool, wenn ich jemanden über mir habe, der ambitioniert mit mir denkt. Das pusht mich, motiviert mich“, sagte Füllkrug nach dem Pokal-Spiel. Bei seiner Einstands-Pressekonferenz am Mittwoch hatte er das Nationalmannschafts-Thema noch vermieden. Nun meinte er: „Nur weil ich Dinge nicht ausspreche, heißt das ja nicht, dass ich sie mir nicht wünschen kann oder nicht daran arbeite.“
Ende September, Anfang Oktober stehen die ersten Spiele des DFB-Teams unter Bundestrainer Klopp an. Mitte September benennt Klopp erstmals seinen DFB-Kader. In Bremen und Stuttgart wird künftig mit noch mehr Interesse auf die Nominierung geschaut.
© dpa-infocom, dpa:260823-930-569882/1

















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