14.12.2018 - 10:30 Uhr
OTon

Das erste Mal ohne

Eine aufwendige Dekoration und leckere Weihnachtsbäckerei fallen in diesem Jahr bei unserer Kollegin aus. Mit einer wichtigen Tradition möchte sie aber trotzdem nicht brechen.

Die Engelchen bleiben bei unserer Autorin in diesem Jahr gut verpackt im Keller liegen.
von Mona-Isabelle Peter Kontakt Profil

Das erste Mal den Kopf in die Teigschüssel gesteckt. Das erste Mal den eigenen Weihnachtsbaum geschmückt. Das erste Mal selbst Christstollen nach Omas Rezept gebacken. Mit den Jahren habe ich mir zahlreiche liebgewonnene Rituale zur Weihnachtszeit geschaffen. Aber in diesem Jahr: Das erste Mal ohne alles. Weihnachten ohne Weihnachten.

Die Krippe, Dekosterne und Engelchen liegen noch immer gut verpackt im Keller. Die Rezepte für Plätzchen, Stollen und Lebkuchen habe ich in diesem Jahr noch nicht angerührt. Dabei war das immer das Schönste an Weihnachten. Zig verschiedene Sorten haben mein jüngerer Bruder und ich mit unserer Mutter als Kinder gebacken: Vanillekipferl, Butterplätzchen, Orangenknöpfchen, Spitzbuben und wie sie alle heißen.

Inzwischen sind wir erwachsen, haben beide unseren eigenen Haushalt. Meine Mutter muss meistens alleine backen. Auch ich backe alleine. Immer noch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Advent. Nicht so 2018. Das erste Weihnachtsfest als frisch verheiratetes Ehepaar. Eigentlich eine wunderschöne Vorstellung. Aber der Umzug, der für Neujahr geplant ist, dämpft die Weihnachtsvorfreude. Statt Adventskranz und Christbaum zieren Kartons Wohnzimmer und Flur. Anstatt zu backen, räume ich Schränke aus. Nicht sehr besinnlich.

Mit einer Tradition werden mein Mann und ich in diesem Jahr aber trotz des Umzugs nicht brechen: Die Feiertage verbringen wir im Kreise unserer Familien. Bei all den weihnachtlichen Bräuchen ist es doch das, worauf es wirklich ankommt. Und im nächsten Jahr haben wir dann auch genügend Platz und die Muse, um zu backen, zu dekorieren und Weihnachten gebührend zu feiern.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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