05.04.2019 - 17:32 Uhr
OTon

Hurra, er ist wieder da

Pumuckl kommt endlich zurück ins Fernsehen. Im neuen OTon beschreibt Maria Oberleitner, wieso sie ein Fan des frechen Kobolds ist - obwohl sie die Serie heute mit ganz anderen Augen sieht als früher.

Die Zeichentrickfigur Pumuckl macht es sich in einer Szene aus "Pumuckls Abenteuer" 1999 in der Hängematte gemütlich.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Er ist der Held meiner Kindheit - und ab dem 15. April kommt er wieder ins Fernsehen. Endlich: Der kleine Kerl mit den roten Haaren, ein liebenswerter Chaos-Kobold, fegt bald nachmittags wieder durchs dritte Programm: Pumuckl ist wieder da - mit seinen alten Abenteuern.

Meine Pumuckl-Hörspiele auf Kassette habe ich als Kind gehütet wie meinen größten Schatz. Ich habe sie heute noch in einer Kiste - abspielen kann man sie zwar nicht mehr richtig, weil Bandsalat - aber sie wegzuwerfen bringe ich nicht übers Herz. Meiner Meinung nach waren Gustl Bayrhammer als "Kreiz-Birnbam-und-Hollerstaudn"-Meister Eder und Hans Clarin als Pumuckl das perfekte Team - sowohl auf Kassette als auch im Fernsehen.

1982 wurden Meister Eder und sein Kobold in das Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks aufgenommen - und das merkt man auch. Die Welt, in der der kleine Kobold herumturnt, versteckt und neckt, ist eine komplett andere: Aus einem Miniatur-Krug trinkt Pumuckl seinen abendlichen Schluck Bier - von zu viel Kirschlikör hat er einmal einen gewaltigen Rausch und auch der Meister Eder hat hier und da einen Kater. In heutigen Kindersendungen: undenkbar.

Urig-kleinbürgerlich ist es in Pumuckls Welt. Fast verstaubt möchte man sagen - und zwar nicht wegen der vielen Sägespäne, die überall in der Werkstatt herumliegen. In Pumuckls Universum wird den Kindern schon mal eine Tracht Prügel angedroht, wenn sie nicht hören wollen und der kleine Kerl selbst wird oft genug in eine Schublade gesperrt, wenn er nicht hören mag. Pudding (Verzeihung: Puddeling) kochen - ja überhaupt kochen - ist Frauensache und Meister Eder gilt als richtiger Rebell, weil er Junggeselle geblieben und nicht verheiratet ist.

Ja, Pumuckl ist laut, und ja, er nervt ab und zu. Trotzdem lache ich immer gern und mindestens genauso laut über ihn und seine Aussagen - "du musst mir zum Geburtstag granulieren" oder "die kriksel- kraksel-Ringelschwänzchen-Nummer gehört gar nicht dem Professor, sondern einem Zeitpapagei aus dem Tierpark und der Frau Hallo". Nicht in erster Linie, weil ich seine Wortverdreh-Sprüche unglaublich originell finde. Sondern eher, weil sie für mich ein kleines Stück Heimat, ein kleines Stück Kindheit sind. Geht es mir richtig schlecht, dann höre ich Pumuckl-Hörspiele zum Einschlafen. Und meine kleine Welt ist kurz wieder in Ordnung.

Deswegen freue ich mich, den kleinen Wicht demnächst ab und zu wieder über den Bildschirm hüpfen zu sehen. Ein kleiner Wermutstropfen: Zunächst gibt es nur "Pumuckls Abenteuer" im Fernsehen. Für mich gehört Meister Eder allerdings zur Sendung dazu - das ist Koboldsgesetz. Ab 2020 sind die beiden endlich wieder im Doppelpack im Fernsehen.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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