Oberpfalz
26.02.2026 - 12:58 Uhr

OTon: Die etwas andere Art zu reisen

Strandurlaub, wandern in den Bergen oder Städtetrip. Oft bedeutet Urlaub machen, weg von zu Hause. Volontärin Theresa Kotz muss aber nicht unbedingt einen Fuß vor die Haustür setzen, um auf Reisen zu gehen.

Für Volontärin Theresa Kotz braucht es nicht immer das Auto, Flugzeug oder die Bahn um an andere Orte zu verreisen. Symbolbild: Boris Roessler/dpa
Für Volontärin Theresa Kotz braucht es nicht immer das Auto, Flugzeug oder die Bahn um an andere Orte zu verreisen.

Für gewöhnlich bedeutet Verreisen für mich, eine lange Packliste zu schreiben mit den wichtigsten Dingen – inklusive der Frage, ob es wirklich reicht, wenn ich doppelt so viel Unterwäsche mitnehme, wie es eigentlich nötig wäre –, einen groben Plan im Kopf zu haben, was ich alles machen möchte, und natürlich zu überlegen, wie ich an meinen Zielort komme. Aber gelegentlich bedeutet Verreisen für mich auch, mir eine Kanne mit meinem Lieblingstee zu machen, mir bequeme Klamotten anzuziehen, in denen ich mich nie in die Öffentlichkeit trauen würde, und mich mit einem Buch auf die Couch zu lümmeln.

Dann geht es ganz schnell, dass aus Worten Bilder werden, die wie ein Film vor meinem inneren Auge laufen, und alles um mich herum rückt in weite Ferne. Dann sitze ich nicht mehr zu Hause auf meiner Couch, sondern tauche ein in die Tintenwelt von Cornelia Funke mit ihren mystischen Wesen, Schurken und Helden. Oder es geht nach England ins frühe 19. Jahrhundert mit strengen sozialen Normen, Klassenunterschieden und Heiratsvermittlung – und zwei Menschen, die sich unsympathisch finden, weil beide ein bisschen zu stolz sind, bis sie merken, dass sie sich eigentlich ziemlich gut leiden können. Oder ich mache einen Abstecher nach Mittelerde zu den Hobbits, Elben und Zwergen. Wobei ich zugeben muss: Tolkien hat es manchmal mit seinen Beschreibungen etwas übertrieben. Mal ehrlich, niemand braucht drei Seiten darüber, wie ein Seil hergestellt wurde, um sich eins vorstellen zu können.

Und so geht das dann oft den ganzen Urlaub über: read, eat, sleep, repeat. Beim Eintauchen in eine Geschichte fühle ich mich wie am ersten Tag an einem neuen Ort – alles ist unbekannt, ich stolpere über Begriffe und brauche ein paar Kapitel, bis ich mich zurechtfinde. Gleichzeitig weckt Lesen ähnliche Emotionen wie das Unterwegssein: Neugier, Nervenkitzel, manchmal auch Frustration oder Wut. Und am Ende einer Geschichte bleibt – wie nach einer echten Reise – eine gewisse Wehmut, dass es schon vorbei ist. Aber ich weiß: Ein paar Schritte zum Bücherregal, ein Griff ins Fach – und die nächste Reise kann beginnen.

Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

 
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