20.02.2020 - 15:55 Uhr
OTon

Piep, piep, piep: Tierische Verwechslung am Meisenknödel

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Morgens die Vögel zwitschern hören - das hätte sich Maria Oberleitner gewünscht. Mit Meisenknödeln versuchte sie, Vögel in ihren Garten zu locken. Wie ihr Plan scheiterte und sie trotzdem tierischen Besuch bekam, schildert sie im OTon.

Eine Blaumeise hängt an einem Meisenknödel.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Im Spätherbst habe ich den ersten Meisenknödel an das Apfelbäumchen vor der Terrassentür gehängt. Mein Freund und ich sind erst im Sommer umgezogen - und wir wollten herausfinden, ob ein paar Piepmatzen mutig genug sind und sich in unserem kleinen Stück Garten sehen (und hören) lassen. Zugegeben: Der Meisenknödel war nur ein Köder - schließlich gibt es kaum schöneres, als morgens vom Gesang der Vögel aufzuwachen.

Wir wurden enttäuscht: Die ersten Wochen schien sich absolut niemand für den Knödel zu interessieren, er baumelte ganz unbeeindruckt an seinem Ast. Erst viele Wochen später begann er langsam aber stetig zu schrumpfen. Wir triumphierten innerlich. Aber morgens Vogelgezwitscher? Fehlanzeige.

Immerhin, dachte ich mir, es scheint ihnen ja wenigstens zu schmecken - und hängte munter einen Knödel nach dem anderen auf. Kurz nach Weihnachten kam dazu sogar noch ein kleines "Knödel-Häuschen" mit Dach, Rindertalg-Kerne-Mischung und einer Stange zum Draufsetzen in den Apfelbaum. Der Knödel hing nun untendran, und siehe da - auch der Talg war nach kürzester Zeit angeknabbert. Ja, angeknabbert. Zeit, also skeptisch zu werden?

Vor wenigen Wochen beobachtete ich schließlich nachts ein kleines Mäuslein, das ganz flink den Apfelbaum hinaufkletterte, zum Vogelhäuschen hinübersprang, sich mit den Hinterfüßen an der Stange festhielt, die Vorderfüße hinunterfallen ließ und - überkopf - den Meisenknödel anknabberte.

Mundraub könnte man fast sagen. Andererseits - die Vögel, die bei uns leben, scheinen zu schüchtern zu sein. Oder ausreichend satt. Deshalb soll sie sich ruhig Nacht für Nacht den Bauch vollschlagen, die kleine Maus. Kreativität muss schließlich belohnt werden. Ich lasse mich derweil mit Vogelgezwitscher vom Handy wecken.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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