03.12.2020 - 09:50 Uhr
RegensburgOTon

Ordentlich was auf die Ohren: 13 Oberpfälzer Musiker auf einer CD

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Aus der Oberpfalz kommt nichts, was musikalisch der Bringer wäre? Falsch! Popmusik-Beauftragter "Säm" Wagner stellt eine neue CD vor, die die Essenz aus einem Jahrzehnt Riffs, Beats und Lyrics enthält. Die Heimat klingt nach weiter Welt.

Der Mann, der weiß, wo in der Oberpfalz die Musik spielt. Popkutlur-Beauftragter Mathias "Säm" Wagner ist immer auf der Suche nach neuen Bands und Projekten aus der Oberpfalz. In seinem Podcast spricht er mit Musikern und Veranstaltern über die Auswirkungen der Coronakrise.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Eine CD mit Musik aus der Oberpfalz. Das klingt im ersten Moment nach der klassischen Bierzeltmusik - schön zum Schunkeln, wenn die Mass ihre Wirkung entfaltet, im Grunde klingt aber alles gleich. Wer in den brandneuen "Oberpfalzsampler" reinhört, den der Bezirk zusammen mit dem Popularmusikbeauftragten, Mathias Säm Wagner, herausgebracht hat, merkt schnell, dass er mit dem Vorurteil auf dem Holzweg ist. Die kostenlose CD kommt in einem hochwertigen Booklet daher, das die einzelnen Künstler vorstellt und von Studierenden der OTH Amberg-Weiden entworfen wurde.

Mit 13 Songs, die unterschiedlicher kaum sein könnten, beweist die Platte, dass die Oberpfalz weiß, wie die weite Welt klingt. Umgekehrt hat es sich Wagner zur Aufgabe gemacht, der Welt die Sounds aus der Oberpfalz auf die Ohren zu packen.

Volle Bandbreite

Mit auf dem Sampler sind unter anderen die mittlerweile geradezu legendäre und weit über die Grenzen der Region bekannte Punkrock-Band "The Prosecution" mit ihrem Song "40 Hours" sowie die Regensburger Rapper "Liquid & Maniac", die mit der Pop-Volksmusik Ikone "Haindling" eine Neuauflage des Songs "Du Depp" liefern.

Ziemlich neu, aber alles andere als eine Anfängertruppe ist die Regensburger Band "Some Sprouds", die mit ihrem Indie-Pop nach einem nebligen Morgen mit Mantel und Kaffee auf den Straßen Manchesters klingen. "Die haben noch kein Debüt-Album, aber mittlerweile 15 Millionen Streams bei Spotify. Ich bin gespannt, weil ich glaube, dass die echt durch die Decke gehen werden", sagt Wagner.

Eine Gruppe, die seit zehn Jahren das Potenzial hat, zur Lieblingsband zu werden, ist "Johnny Firebird." Ein bisschen wie die Ramones, ein bisschen wie The Clash mit einem Hauch von The Cure. Wagner fasst es so zusammen: ",Johnny Firebird' erinnern vielleicht manchmal an, klingen aber immer wie sie selbst."

Auch leise kann die Oberpfalz. "Beisser" und "Ohrange" sind Paradebeispiele dafür, dass die oberpfälzer Mundart mindestens genauso wie die österreichische taugt, um eine riesige Landung Herz in den Text zu packen.

Die Qual der Wahl

Einfach war es für Wagner nicht, die Songs auszuwählen. "Wir wollten natürlich von der Bandbreite her zeigen, was es bei uns alles gibt. Ich habe versucht, in die einzelnen Regionen rauszugehen.", sagt Wagner. Neben der Menge an Musikern und Bands wollte er die Songs auch üb er die vergangenen zehn Jahre hinweg auswählen. "Ich habe mir eine Playlist angelegt, um die Songs immer wieder hin und her zu tauschen", sagt Wagner. Dass er nicht alle nehmen konnte, ist klar. Wagner ist aber davon überzeugt, dass es eine gute Mischung geworden ist.

Mehr Musik aus der Oberpfalz

Für Wagner ist die Aufgabe des Popularmusikbeauftragten weit mehr als nur ein Job. "Ich habe mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf gemacht", sagt er.

Er ist praktisch ununterbrochen auf der Suche nach neuer Musik aus der Oberpfalz. Eine CD ist schnell voll, die Musiker hören aber nicht auf zu veröffentlichen. Wagner hat eine Spotify-Playlist angelegt. "Das ist witzig, weil ich immer schaue, dass ich nix rein nehme, was älter als ein halbes Jahr ist", sagt Wagner. Dennoch ist die Playlist mittlerweile knapp drei Stunden lang. "Das ist echt spannend, ich aktualisiere sie jeden Freitag mit den Neuerscheinungen", sagt Wagner.

Fördergelder für Bands

Vielen Musikern dürfte gar nicht bekannt sein, dass der Bezirk Oberpfalz Studioaufnahmen von Musikern aus der Region finanziell fördert. Jährlich stehen dafür 6000 Euro bereit.

Wagner erklärt, wie das funktioniert: "Das ist eigentlich ganz einfach. Musiker können auf die Website vom Bezirk schauen oder sich direkt bei mir melden." Dort gibt es ein PDF, das sie ausgefüllt mit den Rechnungen an den Bezirk schicken. Der Kulturausschuss entscheidet dann, ob die Musiker Geld bekommen. "Wir übernehmen bis zu 30 Prozent der Studiokosten. Gedeckelt ist das Ganze auf 500 Euro", sagt Wagner. Seit zehn Jahren gibt es die Förderung bereits. Auch heute geht Wagner noch auf Bands zu, die ein neues Album veröffentlichen, um ihnen von der Förderung zu erzählen.

Frauen mehr in den Blick rücken

Eine Sache liegt Wagner besonders am Herzen: Er möchte mehr Bands mit Frauen fördern. Wagner: "Ich bin ganz erschrocken, als ich festgestellt habe, dass wir keine einzige Band mit einer Frau auf der CD haben. Das war mir gar nicht bewusst." Mittlerweile gebe es zwar ein paar Gruppen mit Frauen, die Wagner fördere, es könnten aber gerne noch mehr sein. Er kann sich vorstellen, wieder eine CD herauszubringen, dann aber mit Frauen.

Musiktipps aus der Redaktion

Weiden in der Oberpfalz

Säm Wagner, der Mann, der weiß, wo in der Oberpfalz die Musik spielt

Regensburg

Ihr wart im Studio und wollt gefördert werden? Hier geht's zum Formular vom Bezirk Oberpfalz

Info:

Das ist drauf auf dem Oberpfalz-Sampler

Die CD samt Booklet gibt es kostenlos beim Bezirk der Oberpfalz. Wer eine haben möchte, kann sich per Mail an die Mitarbeiter wenden und bekommt dann eine zugeschickt. Diese Songs sind drauf

  • „Beisser“ mit dem Lied „Altstadtdoch“
  • „The Prosecution“ mit dem Song „40 Hours“
  • „Atomic“ mit „Monkey Fingers“
  • „Liquid & Maniac“ sind zusammen mit der Legende „Haindling“ mit dem Lied „Depp Du“ zu hören
  • „Lässing“ mit „So mögen sie sich“
  • „Some Sprouds“ präsentieren „Separate Waves“
  • Die Burglengenfelder New-Metal-Band „Aliens Ate My Mom“ sind mit „Destiny’s Cry“ dabei
  • „Bruckner“ mit dem Song „So schön“
  • Die Regensburger „Bum Bum Band“ mit „Alle durcheinander“
  • „Segam & Andi B.“ mit ihrem funky Rap-Cover in Mundart „Oberpfalz Style Rulez“
  • „Sanchez“ mit „Y Bien“
  • „Johnny Firebird“ mit dem Lied „Much too long“
  • „Ohrange“ steuern mit „L[i]eben“ einen ihrer butterzarten Poprock-Songs bei
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.