16.01.2020 - 16:25 Uhr
OTon

Meine Schwester, die Haustierdompteurin

Hunde kann man dressieren. Katzen nicht. Doch die Schwester von OTon-Kolumnistin Elisabeth Saller überzeugt ihre Familie vom Gegenteil – und trainiert nicht nur mit den Miezen.

Mizi kurz vor dem nächsten Auftritt in der Dressur-Show der kleinen Schwester.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Familienleben kann manchmal ein richtiger Zirkus sein. Vor allem, wenn sich die kleine Schwester als Dompteurin entpuppt. Schuld daran ist unser Vater, der behauptete: "Nur Hunde lassen sich dressieren. Katzen nicht." Meine Schwester, damals sieben oder acht Jahre alt und stur wie ein Esel, wollte den Vater vom Gegenteil zu überzeugen.

Eine halbe Stunde dauerte es, und Mizi konnte Pfötchen geben – natürlich das rechte. Wenig später wusste die Katze, was beim Kommando "Sitz!" zu tun ist, um mit einem Leckerli belohnt zu werden. Die andere Katze, Babsi I, lernte "Platz!" und legte sich hin. Auch ihre Nachfolgerinnen lernten die Kunststücke. Mutig blieb Babsi II im Gras liegen, wenn wir ein Rad über sie schlugen. Wie ein Löwe sprang Mizi durch einen Reifen. Kamen Verwandte und Freunde zu Besuch, führte die Dompteurin mit ihren Schützlingen gerne die Kunststücke vor. Nur die faule Luzi konnte meine Schwester nicht zum eleganten Sprung durch den Hula-Hoop-Reifen überzeugen: Sie schlich lieber gemächlich durch das Hindernis. Hielt man den Reifen zu hoch, schlüpfte sie unten hindurch.

Die letzte Show ist nun schon einige Jahre her. Die Katzen sind inzwischen verstorben. Nur noch ein Tier, das dressiert ist, lebt im Garten unserer Eltern: Karpfen Franzl schwimmt auf Kommando ans Teichufer, streckt sich bis hinter die Kiemen aus dem Wasser und zuzelt Fischfutter von unseren Fingern.

In Regensburg hat ein Katzencafé

Info:

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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