02.01.2020 - 13:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Neujahrswünsche im Futur II

Was ist schwieriger, als über das neue Jahr zu schreiben, wenn man noch im alten verharrt? Beate Luber bleibt nur der Ausweg in die vollendete Zukunft.

Das Jahr ist vorbei, das Jahr fängt an.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Um diesen Beitrag zu verstehen, muss sich der Leser einmal mit den Produktionsbedingungen der Tageszeitung vertraut machen. Wenn nötig, sind wir natürlich hochaktuell. Aber so ein OTon lässt sich wunderbar ein paar Tage vorschreiben.Vor allem wenn 2020 mit einem Urlaub beginnt.

Doch hier beginnt das Problem: Da sich heute am letzten Tag von 2019 wirklich alles um den Jahreswechsel, sogar Jahrzehntenwechsel dreht, ist es unmöglich, von etwas anderem zu schreiben. Das endlose "Guten Rutsch"-Gewünsche hat nahtlos das "Frohe Weihnachten" abgelöst.

Doch was ist für die Leser unaktueller und langweiliger als über das Jahresende zu lesen, wenn man den Absprung bereits geschafft hat.

Die Leser dieses Textes sind bereits im neuen Jahrzehnt angekommen, ich harre noch im alten abgehangenen Jahr aus. Der Vorteil ist, dass sich so die rare Möglichkeit erschließt, den Futur II zu benutzen, die wunderbare Zeitform der vollendeten Zukunft. Denn auch ich werde beim Erscheinen dieser Kolumne das Neue Jahr bereits hinter mich gebracht haben.

Und ich beneide jetzt schon mein zukünftiges Ich. Schon etwas modrig riecht 2019, die abgerissenen Kalenderblätter haben sich aufgetürmt und drohen die Welt zu begraben. Ich bin bereit für das neue Jahr, das neue Jahrzehnt, das Jahr der Ratte. Ach, was auch immer, Hauptsache neu. Wünsche allen, die Zukunft glücklich vollendet zu haben.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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