Es ist Mitte September. Ich hab bald Geburtstag. Und der wird ein bisschen gefeiert, natürlich. Schließlich bin ich schon als Party-Crasherin (jemand, der uneingeladen auf Feste geht) auf die Welt gekommen. Naja, eher als Kindergeburtstags-Crasherin. Okay gut, ich hab das nur einmal gemacht und streng genommen habe ich es nicht mal bis auf die Party geschafft. Reingeplatzt bin ich aber doch irgendwie.
Aber von vorne: Vor fast 27 Jahren feierte meine große Schwester gerade Geburtstag. Sie wurde drei Jahre alt. Es gab Kaffee und Kuchen. Opa, Omas, Verwandte, Nachbarn und Freunde waren da. Da mussten die wohl wichtigsten Gäste – nämlich Mama und Papa – die Feier dringend in Richtung Krankenhaus verlassen. Ich hatte es scheinbar recht eilig, auf die Welt zu kommen und die Party meiner Schwester nicht zu verpassen.
Unzählige Male haben die Anwesenden von damals diese Geschichte in den vergangenen Jahren erzählt. Immer wieder höre ich sie gerne. Denn ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als diesen besonderen Tag mit meiner Schwester zu teilen. Einem der wichtigsten Menschen in meinem Leben.
Als wir noch klein waren, waren wir beim Einschlafen zusammen nervös, haben uns am Geburtstagsmorgen als allererstes gegenseitig gratuliert und sind dann noch im Schlafanzug ganz aufgeregt die Treppe hochgetippelt, wo auf jede von uns ein eigener kleiner Gugelhupf mit Kerzen wartete. Auch über 20 Jahre später herrscht bei uns diese gemeinsame Vorfreude, wir überlegen zusammen, was wir gerne essen würden, und feiern miteinander. Als meine Schwester für ein Auslandssemester in Norwegen war, bin ich über unseren Geburtstag zu ihr geflogen. Nur einmal hat es bisher nicht geklappt, dass wir an diesem Tag beieinander waren. Und das kommt hoffentlich nicht so bald wieder vor.
Vor kurzem hat eine schwangere Bekannte erzählt, dass der errechnete Geburtstermin ihres Babys auf den gleichen Tag fällt wie der Geburtstag ihres anderen Kindes. Sie hoffe so sehr, dass es nicht wirklich so kommt, erklärte sie. Alle Umstehenden pflichteten ihr bei. Außer ich. Solange ich mich erinnern kann, fand ich es immer großartig. Es ist besonders, ein außergewöhnliches Gefühl. Es verbindet.
Ja, es ist Mitte September. Wir haben bald Geburtstag, Schwesterherz!
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.













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