07.02.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Neue Räte in den Pfarrgemeinden gesucht Gläubige haben die Wahl

2018 ist ein Wahljahr. Auch in den Pfarrgemeinden in der Diözese. Hier müssen im Februar neue Pfarrgemeinderäte gewählt werden. Die Kandidatensuche ist mittlerweile fast überall abgeschlossen. Und das ist gut so, denn schon am Sonntag ist ein wichtiger Termin für die Bewerber.

Christa Müller - Pfarrgemeinderatssprecherin in der Wallfahrtsgemeinde Fuchsmühl - zeigt sich erleichtert. „Die Kandidatenliste steht.“ Gemeinsam mit Pater Martin, der Pfarrer Joseph während der Urlaubs-Abwesenheit derzeit vertritt, plant sie bereits die weiteren Vorgehensschritte, die bis zur Wahl am 25. Februar dafür noch nötig sind. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Am 11. Februar sollen die Kandidaten in den Pfarreien vorgestellt werden. So sieht es zumindest der Leitfaden der Diözese vor. Die Pfarrer sind angehalten, die Kandidaten im Pfarrbrief, im Schaukasten oder per Verkündigung den Gläubigen bekannt zu geben. Am Sonntag, 25. Februar, dürfen die Gläubigen dann über die Zusammensetzung ihrer Pfarrgemeinderäte für die nächsten vier Jahre entscheiden. Das Motto der Wahl lautet diesmal "Zukunft gestalten, weil ich ein Christ bin".

Pfarrer, Pfarrgemeinderäte und sonstige Mitarbeiter der katholischen Kirche waren wochenlang fieberhaft damit beschäftigt, Kandidaten für die Mitarbeit in diesem Gremium zu gewinnen. In den Pfarreien im Stiftland waren die Bemühungen oft zwar zäh, aber zumeist doch recht erfolgreich, zumindest in den Gemeinden, die wir befragt haben.

Wir haben uns sowohl in der Kreisstadt als auch draußen auf dem Land einmal umgehört, um zu erfahren wie die Suche nach Kandidaten verlaufen ist. "Ich bin stolz auf die Mischung", betrachtet der Regionaldekan für Tirschenreuth-Wunsiedel und Stadtpfarrer von Tirschenreuth Georg Flierl die unterschiedlichen Altersgruppen in seiner nahezu vollständigen Namensliste, auf der auch ein Ministrant aus früherer Zeit und einer, der noch aktiv am Altar tätig ist, zu finden sind. Die Kandidatensuche sei ohne große Besonderheiten verlaufen, erklärt Flierl. Dass der eine oder andere aus dem Gremium ausscheiden werde, sei ganz normal: "Ganz verabschieden sich die Mitglieder eh nur selten aus dem Kreis. In unserer Pfarrei warten viele Aufgaben, die oft von ehemaligen Pfarrgemeinderatsmitgliedern übernommen werden", fügt er hinzu.

Von 19 Personen würden 13 auf jeden Fall gern weitermachen, fasst der Pfarrer zusammen. Insgesamt 24 Namen befinden sich auf der Tirschenreuther Wahlliste. "Die Zusammensetzung freut mich", schaut Pfarrer Flierl ohne Sorgenfalten auf den bevorstehenden Wahlsonntag in seiner Pfarrei.

Hubert Konz von der Triebendorfer Hechtmühle ist Pfarrgemeinderatssprecher in Wiesau in der Pfarrei "Sankt Michael". Konz - bekannt für seinen stets trockenen Humor - beantwortet die Frage nach dem Verlauf der Kandidatenkür mit einem knappen: "Man muss zufrieden sein." Konkreter wird er dann schon mit dem nächsten Satz: "Wir haben mehr Leute gefunden, als gefordert sind." Die Bereitschaft der bisherigen Mitglieder, im Gremium weiterzumachen, liege bei 50:50. "Der Wechsel war schon mal schlimmer", kann er sich an mehr Ausscheider erinnern.

Gemeinsam mit Wiesau bildet die Falkenberger Pfarrei St. Pankratius eine Seelsorgeeinheit, die von Pfarrer Maximilian Roeb betreut wird. Pfarrgemeinderatssprecher Andreas Staufer: "In Falkenberg lief alles wie gewohnt." Er freut er sich über einen "eisernen Zusammenhalt" in der kleinen Markt- bzw. Pfarrgemeinde. "Wir haben deutlich mehr Leute auf der Liste stehen, als wir eigentlich benötigen und das fast in Rekordzeit. "Bei uns hier gibt es viele engagierte Leute", lobt er.

"Schön war's nicht", klagt hingegen die amtierende Pfarrgemeinderatssprecherin Christa Müller von der Wallfahrtspfarrei Maria Hilf in Fuchsmühl über die vielen Gespräche, die sie führen musste. Obwohl sich das "alte" Gremium noch zu 70 Prozent für weitere Aufgaben zur Verfügung gestellt hat, könne man "nur" die Mindestanzahl von zehn Kandidaten anbieten. Die Qual der Wahl, wer die Pfarreischäfchen im Fuchsmühler Pfarrgemeinderat vertreten darf, wird es dabei nicht geben.

Anders lief es hingegen in der Friedenfelser Nachbarpfarrei Maria Immaculata, die zusammen mit Fuchsmühl eine Seelsorgeeinheit bildet. Dort habe man sich bei der Kandidatensuche gar nicht schwer getan, informiert Christa Müller.

Die Pfarrgemeinderatswahl

Am 25. Februar (an manchen Orten auch schon am 24. Februar nach der Vorabendmesse) sind die Katholiken in den Pfarreien zur Wahl eines neuen Pfarrgemeinderats aufgerufen. Die Größe des jeweiligen Gremiums hängt von der Zahl der Katholiken in der Pfarrei ab.

Bei bis zu 1000 Wahlberechtigten sind es mindestens 6, höchstens jedoch 10 Pfarrgemeinderäte. Bei 1001 bis 3000 Wahlberechtigten mindestens 10, höchstens jedoch 12 und bei ab 3001 Wahlberechtigten mindestens 12, höchstens jedoch 20 Räte. In Pfarreiengemeinschaften sind es unabhängig von der Zahl der wahlberechtigten Katholiken mindestens 12, höchstens jedoch 20 Vertreter. Die genaue Zahl legt letztlich der Pfarrer fest.

Im Bistum Regensburg darf man bereits ab dem Alter von 14 Jahren wählen, gewählt werden kann man ab 16 Jahren. Briefwahl ist auch bei der Pfarrgemeinderatswahl möglich. Die Wahlunterlagen können bis zum 23. Februar in den Pfarrämtern abgeholt werden.

Die Endergebnisse stehen erfahrungsgemäß bereits wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale fest. Spätestens vier Wochen später müssen sich die neu wählten Pfarrgemeinderäte zu einer konstituierenden Sitzung treffen, um aus ihren Reihen einen Pfarrgemeinderatssprecher zu wählen. (wro)

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