23.05.2018 - 20:00 Uhr
VilseckOberpfalz

Vilsecker Bürgermeister verärgert über Landratsamt Der Biber ist unerwünscht

Immer wieder in unregelmäßigen Abständen ist der Biber Thema im Vilsecker Stadtrat. Von diesen Nagern gibt es nach Meinung von Bürgermeister Hans-Martin Schertl viel zu viele im Gebiet der Stadt

Der Biber hat in den Vilsauen beim Pavillon ganze Arbeit geleistet, an jedem Baum oder Strauch ohne Schutzgitter entlang der Vils sind seine Spuren zu sehen. Bild: e
von Klaus HöglProfil

. Die Konsequenz seiner Meinung nach: Die gesamte Biberpopulation müsste drastisch reduziert werden. Pro Jahr habe die Stadt rund 30 000 Euro aufzuwenden, um Biberdämme genehmigt zu entfernen, das Material abzufahren und Schäden an den Gewässern zu beseitigen.

"Der Biber ist unerwünscht in der Stadt, die zu Jahresbeginn fünf Anträge zum Abfang des Bibers gestellt hat", betonte Schertl. Die Abteilung Naturschutz im Landratsamt habe dies jedoch nur in zwei Bereichen (Schönlind und Sorghof beim Sportplatz) genehmigt.

In Schmalnohe bei Langensteg, in den Schmalnohe-Auen bei Sigl und am Ebersbach wurden Abfang beziehungsweise Abschuss von Bibern abgelehnt, berichtete Schertl. Hierbei handle es sich nämlich um FFH-Areale (Fauna-Flora-Habitat) beziehungsweise bei Ebersbach um eine geplante Renaturierungsfläche, so die Auskunft des Landratsamts. "Diese Argumentation kann nicht hingenommen werden", erklärte Vilsecks Bürgermeister. Auch in anderen Gemeinden im Landkreis gebe es erhebliche Probleme mit dem Biber. Deshalb sei es notwendig, das Vorkommen des Nagers zu reduzieren, "gerade und insbesondere in FFH-Flächen", sagte Schertl.

"Die Aussage aus dem Landratsamt, bei Ebersbach würden Renaturierungen vorgenommen und deshalb könne derzeit kein Abfang genehmigt werden, ist völlig unverständlich, wenn man das Ausmaß der Schäden in diesem Bereich kennt", untermauerte der Rathauschef sein Unverständnis. Leider habe man vom Landratsamt nur eine Ablehnung in Form eines Schreibens, nicht in Form eines Bescheids erhalten, gegen den ein Widerspruch möglich gewesen wäre, monierte Schertl.

Und so kommt es, dass der Biber die Stadt Vilseck auch in den nächsten Jahren noch heimsuchen wird. "Ich werde im Sommer weitere Anträge für Abschussgenehmigungen stellen und hoffe dann auf bessere Nachrichten aus dem Landratsamt", sagte Schertl abschließend.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.