Vohenstrauß
23.05.2018 - 20:00 Uhr

SPD-Ortsverein Vohenstrauß geht mit breiter Brust in die Zukkunft: Markus Kick neuer SPD-Chef

Lange hat man nicht mehr so junges Blut im SPD-Ortsverein Vohenstrauß gesehen. Die Genossen geben sich kämpferisch und wollen frischen Wind in das politische Geschehen der Stadt bringen.

Markus Kick aus Unterlind (Achter von rechts) verbreitet Aufbruchsstimmung im SPD-Ortsverein Vohenstrauß. Zusammen mit Gabriele Eichl (Sechste von rechts) und Heinrich Rewitzer (Sechster von links) als Stellvertreter startet er kämpferisch.	Bild: dob
Markus Kick aus Unterlind (Achter von rechts) verbreitet Aufbruchsstimmung im SPD-Ortsverein Vohenstrauß. Zusammen mit Gabriele Eichl (Sechste von rechts) und Heinrich Rewitzer (Sechster von links) als Stellvertreter startet er kämpferisch. Bild: dob

Oberlind. Der SPD-Ortsverein ist im Aufwind und wird nach vielen Jahrzehnten auch wieder eine Juso-Gruppe gründen. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Einigkeit macht stark", haben sich die Sozialdemokraten, ganz im Sinne ihres Gründers, auf ihre Ortsvereinsfahne geschrieben. Die Standarte thronte bei der Versammlung auf dem Tisch. Mit einem neuen Vorsitzenden, etlichen neuen Mitgliedern und einer inneren Geschlossenheit nehmen die Genossen Fahrt bis zur nächsten Kommunalwahl auf. Zumindest wurde dieser Eindruck bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Anzer vermittelt. Dabei üben sie auch schon erste Kritik an der Rathauspolitik. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer dürfte den "roten" Gegenwind bald zu spüren bekommen, der nun aus Unterlind in die Stadt bläst. Der 34-jährige Markus Kick übernimmt ab sofort das Zepter im Vohenstraußer Ortsverein und will ihm wieder zu alter Größe verhelfen.

Gleich 100 Prozent mehr an Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr wurden bei der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen festgehalten. "Lange hat man nicht mehr so junges Blut bei der SPD gesehen", meinte Kick hocherfreut über die neuen Mitglieder, die Verantwortung übernehmen wollen. Sein Motto: "Mit Herz und Verstand fürs Vohenstraußer Land". Dieses Motto prangt auch auf den entworfenen roten T-Shirts der Sozialdemokraten. Im weiß-blauen Rautenmuster prangt daneben der Freistaat Bayern. Für den bisherigen Vorsitzenden Daniel Marx übernahm Stellvertreter Heinrich Rewitzer im Beisein des Ehrenvorsitzenden Erich Völkl und Ehrenmitglied Ernst Schubert die Rückschau.

Kassier Sigurd Passow gab den Mitgliedern Informationen über den Kassenbestand. Zukünftig wolle er mehr Augenmerk auf die Ausgaben legen, da ihm diese langsam zu viel werden, merkte er an. Vor der Wahl stellte sich Kick als Kandidat für den Vorsitz vor. Der verheiratete Unterlinder habe sich vor zwei Jahren mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern bewusst entschlossen, in der Heimat zu bleiben. Als Vorsitzender der SPD will er "etwas Besseres aus Vohenstrauß machen". Außerdem: "Ich möchte eine bessere, modernere Zukunft für meine Familie und meine Kinder erreichen, ich möchte ein besseres Land haben in der Oberpfalz und ich möchte ein besseres Verhältnis von der ländlichen zur städtischen Bevölkerung erreichen." In den Vordergrund will er vor allem "unser Vohenstraußer Land" rücken.

Nach der Wahl meinte der neue Vorsitzende: "Wir werden das verlorene Vertrauen der SPD wieder zurückgewinnen." Für ihn sei es die größte Ehre, bei der nächsten Kommunalwahl für den Ortsverein als Bürgermeisterkandidat antreten zu dürfen. "Vohenstrauß hat eine Veränderung verdient, und wir haben 2020 eine Chance, dies zu ändern", gab sich Kick kämpferisch. Mit ihm werde der SPD-Ortsverein eine schlagkräftige Kandidatenliste erstellen. "Man kann sich nicht auf dem Ruhm der Vergangenheit ausruhen", kritisierte Kick die CSU und den amtierenden Bürgermeister.

Schwung werde der Ortsverein durch die neue Juso-Gruppe erhalten. Alle Mitglieder dürften jederzeit Themen einbringen. Ernst Schubert zeigte sich schockiert über die kritischen Aussagen bei der CSU-Jahreshauptversammlung in Oberlind über das verdiente SPD-Mitglied Heinrich Gref (wir berichteten). "Es ist beschämend, was hier gefallen ist." Mit dem Klischee, die Juso wollen der Stachel in der SPD sein, will der Juso-Beauftragte Stefan Schmid aufräumen. "Wir wollen frischen Wind und Präsenz bringen und jungen Leuten eine politische Heimat bieten." Er bot an, mit dem politischen Gegner, wie der Jungen Union, zu diskutieren.

Hart ins Gericht ging Kick mit dem "ehrenwerten Bürgermeister", der 13 000 Euro für den Glockenturm in Unterlind bereitstellt, obwohl die Entscheidung dafür nur mit 19:12 Stimmen durchgeboxt worden war. Der Spielplatz dagegen werde vernachlässigt. Das marode Brückengeländer in Unterlind hätten nicht die CSU-Mitglieder festgestellt, wie bei der CSU-Jahreshauptversammlung in Oberlind durch den Bürgermeister verkündet wurde, sondern die SPD. Kick habe Stadtrat Heinrich Rewitzer darauf aufmerksam gemacht, der es dann in den Stadtrat einbrachte, stellte der Vorsitzende klar.

Neuwahlen

Einstimmig schenkten die Genossen Markus Kick aus Unterlind ihr Vertrauen. Als gleichberechtigte Stellvertreter wurden Gabriele Eichl und Heinrich Rewitzer gewählt. Kassier bleibt Sigurd Passow und Schriftführer Roberto Troll. Zur Frauenbeauftragten wurde Christina Schmid gewählt. Zu Juso-Beauftragten bestimmten die Wahlberechtigten Stefan Schmid und Manuel Dippold. Die Seniorengruppe "60 plus" führt Erich Völkl als Seniorenbeauftragter an. Beisitzern sind: Josef Schmid, Helmut Janker, Andreas Hanauer, Lorenz Ermer, Ernst Schubert, Josef Kreisl und Andreas Wurm. Die Kasse prüfen Lydia Troll und Heiner Jungkunst. Zu Delegierten für die Bezirksunterkonferenz zur Europawahl werden Markus Kick und Christina Schmid entsandt. Stellvertreter sind Heinrich Rewitzer und Stefan Schmid. (dob)

Man kann sich nicht auf dem Ruhm der Vergangenheit ausruhen.Der neue SPD-Vorsitzende Markus Kick

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