Feuerwehr Vohenstrauß
Rettungskräfte rücken 141 Mal aus

Ernst Kraus (vorne, Zweiter von rechts) ist seit 50 Jahren bei der Feuerwehr. Albert Burger und Martin Frischholz (vorne, Zweiter und Dritter von links) unterstützen seit 40 Jahren die Rettungskräfte. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
05.03.2018
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Auf die Feuerwehr Vohenstrauß ist Verlass. Dies zeigt die Leistungsbilanz, die Kommandant Mario Dobmayer in der Jahreshauptversammlung vorlegt.

54 Aktive, 2 weniger als im Vorjahr, leisten rund um die Uhr ihren Dienst für die Allgemeinheit. 1299 Einsatzkräfte waren in 1700 Stunden zu 141 Notfällen ausgerückt. 74 Mal war die Stützpunktwehr bei Technischen Hilfeleistungen gefordert, darunter 23 Verkehrsunfälle.

Dabei wurde eine Person aus einem verunfallten Pkw befreit und eine Person aus einem Lastwagen. Auf der Autobahn A 6 kamen die Floriansjünger 18 Mal zum Einsatz. 11 Ölspurbeseitigungen und 5 Insekteneinsätze oder Tierrettungen standen neben 10 Unwettereinsätzen, 4 Drehleitereinsätze für den Rettungsdienst, 9 Türöffnungen sowie 2 Gefahrstoffeinsätze neben 10 sonstigen Einsätzen auf dem Arbeitsnachweis.

2450 Übungsstunden

Außerdem waren die Einsatzkräfte bei 30 Brandeinsätzen gefordert: 11 Mal ging ein Brandmeldealarm ein, 3 Freiflächen brannten und 8 Gebäudebrände in Tännesberg, Pleystein, Moosbach an der Kirche, ein Scheunenbrand in Vöslesrieth und ein Zimmerbrand in Vohenstrauß waren abzuarbeiten. 2 Fahrzeuge brannten und zu 6 Kaminbränden rückten die Floriansjünger aus.

Die Vohenstraußer waren darüber hinaus bei 34 Drehleiter- und Geräteeinsätzen, bei Verkehrsabsicherungen und 3 Sicherheitswachen dabei. Damit nicht genug, denn bei der Vielzahl an Einsätzen muss nebenbei auch noch geübt werden, um auf dem neusten Stand helfen zu können, ergänzte Dobmayer. 1354 Aktive waren 2450 Stunden bei Übungen wie bei der MTA-Ausbildung, auf der Atemschutzstrecke in Neuhaus oder im Brandbunker und vielem anderen mehr unterwegs. Neben Tagesseminaren, Zugführerausbildungen oder Blockbeschulungen galt es auch Leistungsabzeichen in den unterschiedlichsten Stufen abzulegen.

Bei 25 Ausbildungen zählte Dobmayer 84 Teilnehmer mit 1150 Stunden. Überdies waren 9 Ausbilder 250 Stunden in der Landkreisausbildung unterwegs. 13 Termine fielen bei der Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Schulen mit rund 70 Stunden an, die zumeist Peter Grosser übernahm. Insgesamt addierte der Kommandant mehr als 7000 Stunden für Ausbildung, Einsätze, Verwaltung, Instandhaltung, Wartung und Reparatur zusammen.

Neben dem großen Engagement investierten die Feuerwehrleute aber auch wieder kräftig Geld in neue Vorhänge für das Floriansstüberl und Besprechungsraum (1000 Euro), in Tablets für die Einsatzfahrzeuge (1600 Euro), in zwei Universalzelte (4000 Euro) und deren Ausstattung und Zubehör (2000 Euro), Dichtkissensatz und Auffangwanne (10 000 Euro), Absturzsicherung (3000 Euro) und Hauskompressor (6000 Euro).

Umbau im Gerätehaus

Mit großem ehrenamtlichen Engagement wurden im Gerätehaus der Kompressor-Raum und die Duschen umgebaut. Herzliche Worte richtete der Kommandant an seine Unterstützer und an die Stadt, die sehr viel Geld für die Feuerwehr in die Hand nehme. "Wir bekommen, was wir brauchen." Eine von der Firma Kennametal gespendete Power-Disc-Beleuchtung (1500 Euro) soll Ausstattungsgegenstand der neuen Drehleiter werden, für die das Beschaffer-Team bereits 443 Stunden für die Planung investierte.

Christopher Lang, Tobias Götz und Marco Rappl wurden per Handschlag in die Reihen der Floriansjünger aufgenommen. Zum Oberfeuerwehrmann wurden Jonas Dobmayer, Reinhard Lehner und Johannes Sommer befördert und zum Hauptlöschmeister Anton Schwägerl.

Ehrungen standen ebenfalls an. 50 Jahre ist Ernst Kraus Mitglied der Vohenstraußer Wehr und 40 Jahre sind es bei Albert Burger und Martin Frischholz. 20 Jahre hält Dominik Hammer treu zur Gemeinschaft. Auf 10 Jahre bringen es Verena Kunz und Patrick Gebert.

Die 141 Einsätze führten eine beeindruckende Hilfsbilanz vor Augen und machten deutlich, welche Ausbildungsstunden und Marathonleistungen dafür von den Rettungskräften notwendig sind, um Einsätze erfolgreich abzuschließen, versicherte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Den Aktiven, aber auch den Senioren, die Vorreiter in früherer Zeit waren, sprach er ein herzliches Dankeschön aus.

Keine Fluchtwegtreppe am FeuerwehrhausBürgermeister Andreas Wutzlhofer erinnerte, dass die Sanierung der 26 Jahre alten Drehleiter mit rund 120 000 Euro nach genauer Überlegung für nicht mehr rentabel befunden worden sei. Nun bekomme die Wehr ein top modernes Gerät. Für den Stadtrat sei der verbliebene Eigenbetrag einstimmig als vertretbar beschlossen worden.

Im Januar wurde das von den Brandschützern als Wunschmodell favorisierte Fahrzeug ins Visier genommen. Das Fahrzeuggestell ist ein Mercedes Benz (80 000 Euro), die Drehleiter von der Firma Rosenbauer (450 000) und die Beladung kommt von der Firma Ludwig (16 000) Euro, plus Mehrwertsteuer. Im Mai soll das Fahrzeuggestell an die Firma Rosenbauer gehen und im Spätherbst rechnen die Einsatzkräfte mit dem Eintreffen der neuen Drehleiter.

Der am Feuerwehrhaus geplanten Fluchtwegtreppe erteilte das Stadtoberhaupt eine Absage. Im Herbst vergangenen Jahres ließ die Kommune vom Bautechniker Christoph Weiß die Baupläne dafür zeichnen und leitete den Bauantrag im November an das Landratsamt weiter. Einen Monat später traf ein Schreiben im Rathaus ein, dass der Antrag unvollständig sei, da ein Brandschutzkonzept fehle. Nicht nur für den Raum, von dem aus die Treppe angebaut werden sollte, sondern das gesamte Haus müsste auf den Prüfstand gestellt werden.

"Das hat uns geschockt", gestand der Bürgermeister. Was das bedeutet, erlebe man auch leidvoll beim Rathausumbau. Mit der Überarbeitung der Fluchtwegsituation, Sirenen, Brandmeldeanlage und alles was dazugehört, sei man derzeit bei 150 000 Euro. Dieser Betrag werde aber nicht gefördert. Das habe ihn dazu bewegt, den Beschluss zu fassen, dass die Fluchttreppe nicht angebaut wird. "Den Bauantrag werden wir zurückziehen", erläuterte Wutzlhofer. So genieße man Bestandsschutz. Es sei die leidvolle Aufgabe der Feuerwehr, wie bisher, bei größeren Veranstaltungen wieder ein Gerüst am rückwärtigen Feuerwehrhaus aufzubauen.

Früher sei zu diesem Zweck die Drehleiter angedockt worden, habe ihm Heinrich Rewitzer in der Stadtratssitzung mitgeteilt. Vorsitzender Peter Grosser entgegnete, dass dies Kreisbrandrat Richard Meier wegen geltender Vorschriften nicht mehr zugelassen habe. Wutzlhofer entgegnete: "Die Zeit des Kreisbrandrats ist bald vorbei." Er werde sich dafür einsetzen, dass das Baugerüst nicht mehr aufgebaut werden muss, denn eine Drehleiter sei genauso leistungsfähig. Grosser fand es schade, dass der Bauantrag zurückgezogen wird. Der Rathauschef beharrte aber darauf, dass für ihn eine Summe bis zu möglicherweise 100 000 Euro viel zu hoch sei. (dob)
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