17.07.2017 - 20:00 Uhr
WaldershofOberpfalz

Das Augenmerk gilt dem Nachwuchs Hier schlägt die Jugend auf

Der Tennisclub Waldershof ist ein sportliches Aushängeschild in der Oberpfalz. Über das Ferienprogramm der Stadt schließen sich immer wieder junge Talente dem Verein an. Allerdings sind Zahlen rückläufig.

In der Gruppe macht Training richtig Spaß. Abwechselnd spielen die lernbegierigen Nachwuchstalente den Ball zur Trainerin zurück. Bild: fpoz
von Oswald ZintlProfil

Der "weiße Sport" hat mit den Erfolgen der deutschen Ausnahmespieler Boris Becker - er gewann 1985 als 17-Jähriger das Turnier von Wimbledon - und Steffi Graf (sie siegte 1987 als 18-Jährige im Grand-Slam-Turnier in Paris und übernahm die Führung der Weltrangliste) einen Tennis-Boom ausgelöst. Davon profitierte auch der Tennisclub in der Kösseinestadt, der 1978 aus der Taufe gehoben wurde.

Sehr früh erkannte man im Verein, dass die Jugendarbeit für den Fortbestand des Vereins und die sportlichen Erfolge absolute Priorität hat. Mit Brigitte Schraml stand dem Verein in den 90er Jahren bis 2003 eine Akteurin zur Seite, die sehr intensiv und systematisch die Nachwuchsarbeit forcierte und viel Zeit mit den Kindern und Jugendlichen auf dem Platz verbrachte. Sie war es auch, die bereits beim ersten Ferienprogramm der Stadt im Jahr 1996 den "Tennis-Schnupperkurs" angeboten hat. Seit dieser Zeit ist diese Veranstaltung ein fester Programmpunkt im jährlichen Angebot der Stadt.

Meistertitel

"Mit Sabine und Gerald Heinl wurde die Nachwuchsarbeit ab 2003 noch einmal forciert und fast zur Perfektion getrieben", erklärt TC-Vorsitzender Herbert Pscherer, der seit 15 Jahren die Geschicke des Tennisclubs leitet. Ein Beleg dafür sind die zahlreichen Meistertitel für die unterschiedlichen Mannschaften und die Erfolge bei überregionalen Turnieren durch viele Einzelspieler. Allerdings muss auch der TC der demografischen Entwicklung Tribut zollen. So wird es aktuell immer schwieriger, in allen Altersgruppen schlagfertige Teams aufzubauen und in den Wettkampf zu schicken. Zudem gehen dem Verein immer wieder Talente durch Studium oder auswärtige Arbeitsplätze verloren.

Gerne erinnert sich Herbert Pscherer an das Jahr 2010, als der Tennisclub erstmals in seiner Geschichte mit 25 Mannschaften - davon 17 Nachwuchsteams - am Spielbetrieb teilnahm. Der Verein zählte damals 311 Mitglieder, davon über 180 aktive Tennisspieler. Schon damals erkannte der Vorsitzende, dass damit die Grenze des Machbaren und der Belastbarkeit erreicht sei. In diesem Traumjahr stand der Tennisclub den renommierten Vereinen aus Regensburg, Amberg und Weiden in nichts nach, so Pscherer. Aktuell hat der Tennisclub 258 Mitglieder und ist mit 18 Mannschaften im Spielbetrieb.

Der sportliche Erfolg und die Ausbildung des Nachwuchses trägt seit 1996 die Handschrift von Trainer Karel Denk, der täglich mit den Kindern und Jugendlichen hart arbeitet. Dazu der Trainer: "Die Kids sind mit Eifer bei der Sache und genießen ihre sportlichen Fortschritte." Unterstützt wird er dabei seit 2009 vom Trainerkollegen Claus Combe. Außerdem wird das Trainingsangebot mit erfahrenen Spielern aus dem Jugend- und Erwachsenenbereich ergänzt.

"Die Nachwuchsarbeit stellt wie bei allen anderen Sportarten einen hohen Kostenfaktor dar und bedarf der Unterstützung durch Sponsoren", erklärt Herbert Pscherer und hofft auf zusätzliche Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft.

Für Sportwart Gerald Heinl und Nachwuchsbetreuerin Sabine Heinl ist das Ferienprogramm der Stadt eine Quelle für den Nachwuchs, aus der immer wieder Talente zum Vorschein kommen. Um den Tennissport in der Breite besser zu positionieren, gibt es Kooperationen mit dem Kindergarten Sankt Sebastian und mit der Jobst-vom-Brandt-Schule. Um auch zukünftig attraktiven Tennissport in allen Altersklassen bieten zu können, hat sich der TC Waldershof mit dem TC Fichtelgebirge auf eine enge Zusammenarbeit verständigt. "Damit schaffen wir die Möglichkeit, dass die sportbegeisterten und spielwilligen Akteure immer im Spielrhythmus bleiben", ist Herbert Pscherer überzeugt.

Kreismeisterschaft

In diesem Zusammenhang weist Pscherer auf die geplante "übergreifende Kreismeisterschaft" hin, die vom 28. Juli bis 30. Juli auf der Tennisanlage in Waldershof ausgetragen wird. "Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Grundlage schaffen, dass es auch zukünftig in den Landkreisen Tirschenreuth und Wunsiedel eine nachhaltige Jugendarbeit im Tennissport gibt", äußert sich Herbert Pscherer sehr optimistisch. Meldeschluss für das Turnier in Waldershof ist der 25. Juli. Teilnahmeberechtigt sind alle Tennisspieler, die Mitglied in einem Verein im Landkreis Tirschenreuth oder Wunsiedel sind oder dort wohnen. Gespielt werden Einzel- und Doppelkonkurrenzen in den Altersklassen 1 bis 6 sowie im Midcourt U 10.

Die Kids sind mit Eifer bei der Sache und genießen ihre sportlichen Fortschritte.Trainer Karel Denk

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