17.05.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Vortrag über Bayrische Landesausstellung Was ist an Bayern so besonders?

Wissenschaftler erläutert wichtigste Stationen der Landesausstellung "Mythos Bayern"

Die Ethnologin Julia Lichtl kennt alle Details der Landesausstellung "Mythos Bayern". Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Nicht nur wegen des Namens "Freistaat" gilt bei vielen Menschen Bayern als ein ganz besonderes Bundesland. Wie es dazu kam, erläutert die diesjährige Bayrische Landesausstellung in Ettal. Ein Vortrag, organisiert vom Freundeskreis Weiden der Evangelischen Akademie Tutzing, gab einen Überblick. Julia Lichtl, Ethnologin und Mitglied des Projektteams der Landesausstellung, referierte unter dem Titel "Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern". Weil die Wissenschaftlerin auch die kleinsten Details der Ausstellung im Gedächtnis hatte, konnte sie auf unterhaltsame Art, ohne Manuskript, einen virtuellen Rundgang durch die Landesausstellung vermitteln.

"Die Ausstellung erzählt, warum der Mythos Bayern entstanden ist", sagte sie. Offen bekannte die Referentin: "Es ist alles sehr oberbayernlastig". 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche sind aufgebaut worden. "Bayerns Wäldern" ist der größte Einzelbereich der Ausstellung gewidmet und dokumentiert die hieraus entstehenden kulturellen Impulse. "Im 18. Jahrhundert begann man sich mit der Natur zu befassen", stellte Lichtl fest. Gezeigte Beispiele aus der Ausstellung waren die Holzbibliothek des Benediktinermönchs Candid Huber, die Darstellung der Entstehung von Bannwäldern, Jagdszenen und Jagdabläufe im 19. Jahrhundert, Holz als Grundbaustoff und Energielieferant sowie dessen Abbau mit einfachsten Werkzeugen. Die Ausstellung zeigt auch eine aus dem Holz eines Dachbalkens der Münchner Frauenkirche gefertigte Geige. Zu sehen sind alte Försteruniformen, Oberammergauer Schnitzereien und ein 3000 Jahre alter, 13,5 Meter langer Einbaum. In der Ausstellung werde gezeigt, "dass die Bauern die Wilderer angeheuert haben, damit die Felder nicht kahl gefressen werden". Als "Bayrischer Hiasl" sei Mitte des 18. Jahrhunderts Matthias Klostermayr "gevierteilt" worden.

Auch die Themenbereiche der weiteren Abteilungen sollen den "Mythos Bayern" begründet haben. Die Landschaft in Bayern wird anhand von Bildern der Landschaftsmaler wie Johann Georg von Dillis vorgestellt. Bilder, "die in die Welt gehen", sind Darstellungen der Oberammergauer Passionsspiele von 1880, das Bauerntheater, sowie laut Lichtl "Bier und Bierambiente einschließlich Lederhose und Dirndl". Stichworte sind auch Ludwig Ganghofer, Trachtenzug des Oktoberfestes und das Edelweiß "als Alpenblume schlechthin".

Die weiteren Abteilungen betreffen die Entstehung des Fremdenverkehrs sowie das Leben und die Schlösser von Ludwig II. In einem Pavillon kann mit vielen Technikeffekten erlebt werden "wie Herrenchiemsee zustande kam". Abgeschlossen wird die Ausstellung mit der politischen Geschichte des Freistaats im Jahre 1919. Mit dem Vortrag wurde eine Studienfahrt des Freundeskreises am 16. und 17. Juni vorbereitet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp