16.05.2018 - 19:02 Uhr
Oberpfalz

Koordinatorin zeigt Angebote und Beratungsmöglichkeiten in der Region auf Ohne Bildung schlechte Chancen

"Bildung ist mehr als Schule und Pausenbrot", sagt Julia Lenhart. Bildung komme eine Schlüsselrolle zu für die Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben. Doch auf dem Weg dorthin gibt es einige Hürden, zeigt die Diskussion im Integrationsbeirat.

Bildungskoordinatorin Julia Lenhart. Archivbild: sbü
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Als Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte hat Julia Lenhart seit ihrem Amtsantritt am 1. Februar 2017 schon einiges erreicht. Sie kann auch Lücken im System aufzeigen und neue Projekte anschieben. Derartiges selbst zu starten und Regie zu führen, ist für eine einzelne Kraft aber nicht leistbar.

In den ersten sechs Monaten ihrer Tätigkeit war sie vor allem damit beschäftigt, Kontakte zu Schulamt, Beratungsstellen, Initiativen sowie Ausländerbehörde, Jugend- und Sozialamt herzustellen und zu vertiefen, berichtete sie den Mitgliedern des Integrationsbeirates in der Sitzung am Dienstag. Auf Wunsch verschiedener Experten hat sie inzwischen Übersichten über die Asyl- und Migrationsberatung in der Region, über das Angebot an Sprachkursen und eine Materialliste für ehrenamtlich Lehrkräfte erstellt.

Auf Anregung der Mittelschulen entstand außerdem eine Übersicht über berufliche Beschulungsmodelle zur Sprachförderung. "Die liegt inzwischen sogar auf Arabisch vor." In vielen Fällen arbeitet Lenhart mit dem Bildungskoordinator des Landkreises Neustadt, Christian Frey, eng zusammen.

Auf der Homepage der Stadt Weiden sind dank ihres Engagement mittlerweile Informationen über die Bereiche Bildung und Erziehung für Neuzugewanderte abrufbar, ebenso wie Informationen über Anerkennungsberatung, Verbraucherbildung, Zugang zu Ausbildung und Beruf. "Dieses Angebot wird ständig ergänzt", sagte Lenhart. Mit ihrer Unterstützung wurde außerdem ein Frauenintegrationskurs gestartet und der Senior-Experten-Service "VerA", für den die Verantwortlichen allerdings noch Ehrenamtliche suchen. Verbraucherbildung und Leseförderung für Kinder sind zwei Bereiche, die Lenhart noch weiter voranbringen will. Wobei die Leseförderung allen Kindern zugute kommen soll, die sie benötigen. "In manchen Bereichen macht es keinen Sinn zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu unterscheiden."

"Viele junge Asylbewerber scheitern an der B-2-Sprachprüfung und erhalten deshalb keinen Ausbildungsplatz", berichtete Stadträtin Sema Tasali-Stoll. Dieses Problem will die Bildungskoordinatorin bei der Besprechung mit Berufsschullehrern noch in dieser Woche aufs Tapet bringen. Schwer zu realisieren sein dürfte nach ihren Worten dagegen kostenloser Nachhilfeunterricht in Deutsch und Mathematik für junge Asylbewerber, die eine Ausbildung starten möchten. Angeregt hatte dies Beiratsmitglied Alexander Weber. Es sei schwierig, Ehrenamtliche und passende Räumlichkeiten zu finden, erklärte Lenhart dazu.

Bessere Chancen räumte sie Webers Vorschlag ein, junge Neuzuwanderer über Verträge aufzuklären. Weber: "Die schließen Verträge über Wohnungen und alles mögliche ab, ohne sich auszukennen." Lenhart will den Berufsschulleitern auch diese Thematik ans Herz legen.

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