23.03.2018 - 18:16 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Neue Bestattungsform im Gespräch Friedwald im Waldfriedhof

Das Thema Friedhof beschäftigt Stadträte und Verwaltung. Derzeit ist es fast auf jeder Tagesordnung zu finden, so am Montag in der Sondersitzung des Stadtrats, wo es auf Antrag der SPD um Gestaltung und Gebühren geht. Und die Bürgerliste hielt in diesen Tagen das Thema schon mal am Kochen.

von Volker Klitzing Kontakt Profil

Sowohl CSU-Fraktions-Vize Hans Blum und SPD-Sprecherin Gabi Laurich sowie Philipp Beyer (Bürgerliste) sprachen sich im Hauptverwaltungsausschuss dafür aus, in einem Bereich des Waldfriedhofs einen "Naturfriedhof" oder "Friedwald" auszuweisen. Dabei handelt es sich um weitgehend naturbelassenes Gelände ohne besonders angelegte Grabstätten. Das kann zum Beispiel ein Stück Wald sein, in dem die Beisetzungen von biologisch abbaubaren Urnen im Wurzelbereich der Bäume erfolgen.

Rechtsdezernent Hermann Hubmann berichtete, dass für diese Bestattungsform derzeit eine Anfrage aus der Bürgerschaft vorliegt. Die Verwaltung sieht durchaus Möglichkeiten im Waldfriedhof, da hier genügend freie Flächen mit Bäumen zur Verfügung stehen. Auch könnten frei werdende Grabflächen zukünftig je nach Bedarf für diese Art von Bestattung herangezogen werden. Hubmann regt zudem die Diskussion darüber an, einen neuen Friedhof speziell für die naturnahen Bestattungen außerhalb des Waldfriedhofs einzurichten. Die Verwaltung könnte dazu Vorschläge unterbreiten.

An den Naturfriedhof sind eine Reihe von Voraussetzungen geknüpft. So muss die Stadt auch hier als Träger fungieren. Durch Hecke, Zaun oder Mauer muss die Einrichtung als Friedhof erkennbar sein. Die Stadt kann sich eines Privaten (gewerblicher Unternehmer) als Erfüllungsgehilfe bedienen. Zusätzliche Kosten könnten die Folge sein. Positiv kann bei einem separaten Friedhof sein, dass bei der Stadtverwaltung kein zusätzliches Personal nötig wird. Nachfragen der Verwaltung in Nittenau, Weitramsdorf bei Coburg und Hohenburg im Landkreis Schwandorf haben ergeben, dass dort die separat ausgewiesenen gewidmeten Flächen von Erfüllungsgehilfen betreut werden. Das sind die Friedwald GmbH, die Schloßwald GmbH und die Ruhewald e.K. Um Kosten zu vermeiden, wird den Gemeinden im Bestattungsgesetz empfohlen, zunächst ihre eigenen Flächen zu untersuchen.

Gabi Laurich erneuerte für die SPD die Forderung, für das Thema Friedhöfe einen Arbeitskreis zu etablieren. Blum meinte dagegen, das Thema sei im HVA gut aufgehoben. Auch hier könne man Fachleute wie Gärtner und Bestatter hinzuziehen.

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