Karte, Tipps und Zahlen zu den Badegewässern in der Oberpfalz
Hier gibt es Abkühlung von der Sommerhitze

Der Steinberger See ist einer der beliebtesten Badeseen der Region. Bild: Gerhard Götz

Die Sommerhitze hat das "Land der tausend Seen" fest im Griff: Wer kann, sucht Abkühlung in einem der Seen und Weiher der Region. Wir beleuchten in einer Karte rund 70 Gewässer der Region, ihre Wasserqualität und Infrastruktur und haben praktische Tipps für sicheres und gesundes Baden. Ergänzungen willkommen!

Über 370 sogenannte EU-Badestellen gibt es in Bayern. Als EU-Badestellen werden solche Gewässer ausgezeichnet, die nach Einschätzung der Behörden von einer "großen Zahl von Badenden" aufgesucht werden und an denen es kein Badeverbot gibt. Die auf einer offiziellen Badegewässerkarte verzeichneten Seen und Weiher stellte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml im Juli 2014 bei einer Pressekonferenz am Starnberger See vor.

Bayerns Badeseen haben meistens eine ausgezeichnete Wasserqualität. Das zeigen Wasserproben, wie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch, 13. Juli 2016 bei einer Pressekonferenz in Starnberg mitteilte. Wir haben rund 70 Badestellen gesammelt, in denen die Oberpfälzer schwimmen gehen können.

Im Jahr 2016 gehören wie schon im Jahr zuvor 17 von ihnen zu den EU-Badestellen, die von den zuständigen Behörden im Hinblick auf Hygiene und Wasserqualität streng überwacht werden. Viele weitere Badestellen werden wegen einer eher geringen Anzahl an Badegästen nicht so streng überprüft.

Die Übersichtskarte der Badegewässer in der Oberpfalz

Die folgende Karte gibt einen Überblick über die Badestellen in der Oberpfalz. Mit Klick auf die Markierungen öffnet sich ein Fenster mit weiteren Informationen zum jeweiligen Gewässer. Dort finden Sie unter anderem Angaben zu den Kategorien "Eintritt", "Aufsicht", "Wasserqualität", "Nichtschwimmer", "Kiosk" und einen Link zum offiziellen Badestellen-Profil oder einer Website mit weiterführenden Angaben zum Gewässer.

EU-Badestellen sind bei der Wasserqualität mit Sternchen ausgezeichnet. Die restlichen Badestellen haben wir anhand unserer eigenen Recherchen bewertet, soweit es dazu Informationen gibt.



Hinweis: Die Karte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise, Ergänzungen und Anregungen sind willkommen, bitte per E-Mail an redaktion@onetz.de.

So werden die EU-Badestellen überprüft

An den EU-Badestellen wird die Wasserqualität von Mai bis September untersucht und protokolliert: Die Gesundheitsämter nehmen in einem Abstand von maximal 30 Tagen Wasserproben und lassen sie vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) analysieren.

Mit Hilfe von einheitlich festgelegten Gütekriterien wird dann für jedes dieser EU-Badegewässer ein öffentlich einsehbares Badestellen-Profil erstellt. Darin wird die Badestelle beschrieben und die Wasserqualität bewertet (auf der Grundlage der Messwerte aus der aktuellen Saison und den drei vorangegangenen Jahren). Außerdem findet sich darin eine Einschätzung des gesundheitlichen Risikos durch potenzielle Verschmutzungsquellen sowie Maßnahmen gegen eine Verschmutzung.

Beim LGL gibt es eine Liste mit allen EU-Badestellen in Bayern und der Oberpfalz und Links zu deren Profilen .

Auf den Seiten des Landratsamtes Neustadt/WN gibt es eine Karte mit allen Badeweihern im Landkreis.

Die Qualität der Badegewässer in Bayern

Die regelmäßigen Untersuchungen des Landesamtes belegen: die Wasserqualität in den bayerischen EU-Badestellen ist ausgezeichnet. Allerdings reicht die Analyse der Wasserqualität alleine für die Sicherheit der Badenden nicht aus. Vielmehr müssen die Gewässerprofile aktuell gehalten werden und es muss bekannt sein, welche Faktoren Einfluss auf eine unhygienische Verschmutzung haben könnten. Und natürlich, was dagegen getan werden kann. Das kann zum Beispiel eine Warnung der Badenden nach starken Regenfällen sein, wenn die Gefahr besteht, dass Verunreinigungen in das Wasser gespült werden. Oder ein (zeitlich beschränktes) Badeverbot.

Die größten Hygienegefahren

Grund zur Sorge besteht also nicht, wenn man in der Oberpfalz baden geht. Dennoch gibt es einige Faktoren, die eine Badestelle dauerhaft oder vorübergehend verschmutzen können. Dazu gehören vor allem durch Menschen und Tiere eingebrachte Erreger, die über Fäkalien, das Abwasser oder Abschwemmungen in die Badeseen gelangen können. Bei Menschen können diese unter anderem Durchfall, Erbrechen, Fieber, Atemwegsinfektionen oder Ausschläge verursachen.

Was man nicht vermuten würde: Eine einzige Ente scheidet täglich so viele Fäkalkeime aus wie gleich mehrere Menschen. Daher können große Wasservogel-Populationen an kleineren Seen dazu führen, dass die Selbstreinigung des Gewässers versagt. Verantwortlich für eine große Zahl an Wasservögeln an Badeseen ist häufig das Füttern dieser Tiere mit Brotresten und Semmeln. Es ist daher ratsam, Fütterungsverbote einzuhalten. Das Brot lockt zudem auch Ratten an, die wieder andere Erreger ins Wasser einbringen können.

Eine hohe Konzentration von Blaualgen kann ein Grund sein, nicht im entsprechenden Gewässer baden zu gehen. Tipp: Wenn man in kniehohem Wasser wegen einer blau-grünen Färbung seine Füße nicht mehr erkennen kann, wird vom Baden abgeraten.

Baden in Flüssen - was ist zu beachten?

Natürlich laden auch Flüsse zum Baden ein. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob man an Fließgewässern baden geht. Denn die Wasserqualität der Flüsse schwankt, vor allem auf Grund von wetterbedingten Abschwemmungen aus der Landwirtschaft. Insbesondere nach starkem Regen ist vom Baden in Flüssen daher abzuraten. Rund 20 Prozent der vom Landesamt in bayerischen Flüssen genommenen Proben belegen eine Verschmutzung über die Grenzwerte hinaus. Bei starker Strömung und in der Nähe von Wehren sollte generell nicht gebadet werden. Hier ist die Gefahr zu ertrinken besonders hoch.

Die wichtigsten Bade-Tipps des Landesamtes

In der Regel kann man in Bayern und der Oberpfalz bedenkenlos in der freien Natur baden gehen. Vorsicht ist geboten an Badestellen mit Zuflüssen oder großen Populationen von Wasservögeln (Verschmutzungsgefahr).
  • Wasservögel sollte man nicht füttern.
  • Badeverbote sollten unbedingt beachtet werden.
  • Unter Alkoholeinfluss sollte man generell nicht baden gehen.
  • Badende sollten darauf achten, genug zu trinken und sich vor dem Gang ins Wasser abkühlen, damit der Kreislauf nicht versagt.
  • Springen Sie nur in Wasser, das Sie kennen. Untiefen können zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen.
  • Bei Gewitter sollte man wegen der Gefahr eines Blitzeinschlags nicht baden gehen.
  • Nichtschwimmer können schon in einer Wassertiefe von 30 Zentimetern ertrinken. Vor allem Kinder müssen daher permanent beaufsichtigt werden.
  • Abfall sollte ordnungsgemäß entsorgt oder wieder mitgenommen werden.
  • Beim Baden ist das Sonnenbrand-Risiko besonders hoch, weil das Wasser die Sonne reflektiert und Wassertropfen auf der Haut wie eine Lupe wirken. Eltern müssen darauf achten, dass ihre Kinder ausreichend geschützt sind.