22.05.2018 - 14:12 Uhr
Oberpfalz

Bernhard Weigl zeigt beim Heimatkundlichen Arbeitskreis Weiden um 1700 3-D-Blick in die Geschichte

"Sie hat imposant ausgesehen." Aber die Amberger Befestigungsmauer sei noch viel imposanter gewesen, berichtet Bernhard Weigl, der die Weidener Stadtbefestigung um das Jahr 1700 rekonstruierte.

"Die Stadtmauer mag nett ausgesehen haben", meinte Bernhard Weigl, den Stadtarchivarin Petra Vorsatz als passionierten Heimatforscher kennt. Das Aquarell zeigt die Befestigungsanlage der Stadt Weiden um 1700. Bild: Kunz
von Autor UZProfil

Eine ältere Darstellung sei sehr schwierig, weil es dazu keine Pläne mehr gebe, erklärte Bernhard Weigl. Stadtarchivarin Petra Vorsatz bezeichnete ihn als passionierten Heimatforscher, der es sich zum Ziel gesetzt habe, historische Gebäude in digitaler 3-D-Technik darzustellen. "Das ist dann wie ein Spaziergang durch Weiden im Jahr 1700." Beim Heimatkundlichen Arbeitskreis im Kulturzentrum Hans Bauer zeigte Weigl aber zunächst alte Schwarz-Weiß-Fotos und Gemälde von der Max-Reger-Stadt.

Seine Arbeit basiere auf diversen Originalplänen, Befunden von Bauresten und zeitgenössischen Bildern, unterstrich der Referent. Wie er betonte, gibt es heute nur noch wenige Reste der einstigen Befestigungsanlage. "Weiden hatte eine doppelte Stadtmauer. Das mag nett ausgesehen haben." Dem damaligen Status der Stadt entsprechend. Wesentlich üppiger habe sich da schon die Amberger Wehr gezeigt.

Die ersten Mauerbezeugungen Weidens reichten ins 14. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert habe man dann die Zwingeranlage gebaut. Vorausgegangen sei aber eine Aufschüttung von Erdwällen, die 1715 schon wieder abgetragen worden seien. Die alte Stadtmauer wurde ab dem frühen 19. Jahrhundert bis auf wenige Reste abgebrochen.

Die digitale Darstellung der Befestigungsanlagen wirkt wie auf dem Zeichenbrett eines Architekten gemacht. "Könnte man das Weiden von damals wirklich sehen, würden einem die Augen übergehen." Die Wehrgänge an den Mauerresten seien neueren Datums. Die beiden großen Zugänge in die Stadt waren Oberes und Unteres Tor. Ein weiteres kleineres Tor habe sich an der Südmauer der heutigen Kurt-Schumacher-Allee befunden.

Dort sei über die Untere Bachgasse auch der Stadtbach in einen Seitenarm der Naab gemündet. Der Stadtbach floss zwischen Michaelskirche und Altem Schulhaus fast durch die komplette Innenstadt, auch durchs Rathaus und machte dann einen Bogen in die Untere Bachgasse. Die digitale Stadtführung ist auf Youtube unter "Kurzfilm Stadtbefestigung Weiden um 1700" zu sehen.

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